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888 Holdings: Was geschieht mit BetBright?

  • Der Glücksspielriese der 888 Holdings hat sich in einer Übernahme den irischen Buchmacher-Riesen BetBright gesichert. Kurz nach dem Verkauf allerdings hat BetBright seinen Geschäftsbetrieb eingestellt. Wollte 888 also nur einen Konkurrenten auf dem irischen Markt aus dem Weg räumen, wird eine Neuausrichtung angestrebt oder entwickelte sich der Entschluss zum „Shutdown“ kurzfristig? Es stehen eine Menge Fragen rund um die Übernahme im Raum.

    Konzergenbäude

    Die 888 Holdings hat den irischen Buchmacher-Riesen BetBright übernommen. Doch aktuell ruhen die Geschäfte und es gibt Fragezeichen, wie es weitergehen soll.

    BetBright war ein echtes Schnäppchen

    Unabhängig von der aktuellen Lage lässt sich definitiv festhalten, dass die 888 Holdings mit der Übernahme von BetBright ein gutes Geschäft gemacht hat. Den Anbieter gab es zum “Spottpreis” von rund 17,5 Millionen Euro. Das ist vor allem deshalb überraschend, weil in den letzten Jahren zig Millionen in den Onlinebetrieb des Konzerns gesteckt wurden. So beziffern Experten den Wert der Investitionen in den letzten sechs Jahren auf rund 60 Millionen Euro. Nun geht der Anbieter für einen Bruchteil davon über den “Ladentisch”. Erst in dieser Woche wurde die Übernahme durch 888 offiziell bekannt gegeben, abgeschlossen sein soll diese aber noch nicht.

    Nichtsdestotrotz steht das Geschäft von BetBright erst einmal still. Nur wenige Tage nach der Übernahme wurde der Betrieb eingestellt und die Kunden werden darauf hingewiesen, dass sie nur noch maximal 30 Tage auf ihr eigenes Konto zugreifen können. Dementsprechend rasch sollen laut des Hinweises die Auszahlungen vorgenommen werden. Bei nicht wenigen Kunden tun sich so erst einmal Fragezeichen auf. Was geschieht genau mit dem Unternehmen?

    CEO Itai Pazner schätzt die Technologie von BetBright

    Experten haben in den letzten Tagen die wildesten Spekulationen aufgestellt, wieso BetBright von 888 erst übernommen, dann aber offensichtlich geschlossen wurde. Licht ins Dunkle gebracht hat aber letztendlich 888-CEO Itai Pazner. Dieser erklärte, dass man eine schrittweise Markteinführung der BetBright-Plattform plane. Hier soll es dann nicht mehr nur um Sportwetten gehen, sondern auch um Spielautomaten, Poker oder Bingo. Der Chef betont, dass er vor allem die Produkttechnologien und Entwicklungen bei BetBright schätze und diese 888 dabei helfen werden, global noch besser agieren zu können. „Die Aneignung dieses hochwertigen und skalierbaren Sportwettengeschäfts ist für 888 ein Meilenstein. Es gibt uns das fehlende Stück in unserem Produkt- und Technologieportfolio. Ich bin zuversichtlich, dass diese Akquisition die langfristigen Perspektiven und die Differenzierung des Konzerns im wachsenden globalen Sportwettenmarkt verbessern wird“, so Pazner.

    In der Tat scheint es 888 derzeit mit großem Hunger auf einen Ausbau des eigenen Geschäfts abgesehen zu haben. Der BetBright-Kauf ist keinesfalls die einzige Übernahme. So wurde erst vor wenigen tagen vermeldet, dass die Holding auch die Mandalay-Geschäfte der JPJ Gruppe übernimmt. Hierfür wurden bereits im letzten Jahr rund zwölf Millionen Pfund an JPJ überwiesen, vor wenigen Tagen kamen weitere sechs Millionen Pfund dazu. Übernommen hat 888 mit diesem Schritt vor allem großen Einfluss im Bingo-Bereich, wo JPJ mit zahlreichen Marken aktiv ist. Zusätzlich dazu konnte auch schon im letzten Jahr ein Erwerb der Avenue OLG Entertainment eingefädelt werden. Mit diesem Coup konnte die Übernahme des All American Poker Networks realisiert werden. Laut Pazner sind diese Investitionen allesamt Teil einer organischen Wachstumsstrategie, die 888 auf den regulierten Märkten umsetzen möchte.

    War BetBright kurz vor dem K.O.?

    Dass in den letzten Jahren so viele Millionen Euro in BetBright investiert wurden und der Konzern jetzt nur für rund ein Viertel dieser Summe den Besitzer wechselt, sehen Analysten der britischen Finanzagentur Regulus Partners äußerst kritisch. So sei dieser Preis entweder durch einen vollständigen Geschäftsausfall oder durch eine angeplante Neuausrichtung der Marke zu begründen. Darüber hinaus sehen die Experten auch die in Großbritannien und Irland geplante Steuererhöhung als Grund dafür, dass der Konzern verkauft werden musste. Nach der offensichtlichen Misswirtschaft der letzten Jahre wäre eine Steuererhöhung und der damit noch einmal sinkende Gewinn wohl das K.O. für das Wachstum und für die generelle Existenz geworden. 888 wiederum verfügt über genügend finanzielle Mittel, um BetBright jetzt erst einmal pausieren zu lassen und abzuwarten. Ob die Steuererhöhungen aber wirklich etwas mit dem Verkauf zu tun haben, ist reine Spekulation und wird von keiner Stelle bestätigt oder dementiert.

    Fakt ist, dass die Steuererhöhungen die Branche in Großbritannien und Irland gehörig unter Druck setzen. Experten schätzen, dass durch eine Steuererhöhung von nur fünf Prozent ein Plus von mindestens 200 Millionen Pfund im britischen Haushalt verbucht warden könne. Genau das streben die Briten an, weshalb die Steuer für Online-Glücksspiele von aktuell 15 Prozent auf 20 Prozent angehoben werden soll. Der Grund hierfür liegt vor allem in der großen Aktivität auf dem Markt, der schon seit Jahren florieren kann. Die Branche wiederum wehrt sich natürlich gegen diese Entscheidung, die jeden Anbieter jährlich horrende Summen kosten dürfte. In Irland ist die Lage nicht ganz so dramatisch, da hier die Sportwettensteuer von bisher einem Prozent auf zwei Prozent erhöht warden soll. Auch hier soll es laut Experten aber Einbußen geben. So wird damit gerechnet, dass rund 2.500 Wettbüros im ganzen Land im Zuge der Steuererhöhung ihren Dienst werden einstellen müssen.

    Regulierungsoffensive der britischen Regierung

    In Großbritannien hat die britische Gambling Commission in Absprache mit der Regierung gerade erst im letzten Jahr eine echte Regulierungsoffensive gestartet, über die zum Teil heftig diskutiert wird. So zum Beispiel darüber, ob ein sogenannter Fern-Zoll für die Online-Glücksspielanbieter erhoben werden soll. Hierbei soll es sich dann um eine Art Sozialabgabe handeln, mit der die Allgemeinheit unterstützt wird. Ein ähnliches Prinzip verfolgen zum Beispiel auch die Lotterien. Auch gegen diesen Schritt wehrt sich die Branche bislang kräftig. Dennoch erklärte der Minister für Digitales, Kultur, Medien und Sport, Matt Hancock, dass man endlich “Stellung beziehen” wolle mit dem Ziel, eine “gerechtere Gesellschaft für alle” zu schaffen. Es bleibt also spannend abzuwarten, wie sich die nächsten Wochen und Monate auf dem britischen Glücksspielmarkt gestalten werden.

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    Der Beitrag wurde am 29.3.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , veröffentlicht.
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