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ANJ: Neue Glücksspielbehörde startet offiziell

Jahrelang hat in Frankreich die Glücksspielbehörde „ARJEL“ die Geschicke der Branche überwacht. Vor einigen Monaten wurde diese Behörde inoffiziell bereits durch die ANJ (L’Autoritè nationale des Jeux) abgelöst, nun ist dies auch offiziell erfolgt. Die Vorstandsmitglieder der Behörde haben zu Beginn der vergangenen Woche eine erste formelle Sitzung abgehalten. Und genau mit dieser ist der Zuständigkeitsbereich nun offiziell von ARJEL zu ANJ verlagert worden.

Tischspiel-Bereich in einer Spielbank.

Die gesamte Glücksspielbranche in Frankreich befindet sich nun unter der Kontrolle der ANJ, die mit einer formellen Sitzung offiziell die Arbeit aufgenommen hat. (©Linda72/Pixabay)

ANJ kontrolliert künftig fast 80 Prozent des Marktes

Mit der Ablösung der alten Glücksspielbehörde ARJEL steht die französische Glücksspielbranche auch vor einer neuen Zeitrechnung. Waren die einzelnen Glücksspielbereiche mit Blick auf die Regulierung bislang allesamt noch auf verschiedene Behörden aufgeteilt, wird die ANJ nun als einzige Glücksspielbehörde tätig sein. Die Vorstandsmitglieder haben sich vor rund einer Woche erstmalig in einer Sitzung versammelt und die künftigen Aufgabenfelder abgesteckt. Mit genau dieser Sitzung nimmt die Behörde also offiziell ihre Arbeit auf. Konkret wird die ANJ künftig für alle Verticals der Online Glücksspiele zuständig sein. Das umfasst natürlich die Online Casinospiele, aber auch Wetten oder Lotteriespiele. Zusätzlich wird die Verwaltung des stationären Sektors ebenfalls in die Hände der ANJ fallen.

Bereits am 4. März 2020 wurde die Arbeit mit einem Dekret formell bereits von der ARJEL auf die ANJ verschoben. Nun ist allerdings klar, dass der Aufgabenbereich der neuen Behörde noch einmal deutlich umfangreicher ausfällt. Hat die ARJEL zuvor rund zwölf Prozent des Glücksspielmarktes überwacht, ist die ANJ nun für rund 78 Prozent des Marktes zuständig. Konkret fallen hierunter zum Beispiel insgesamt 14 Online Glücksspielunternehmen mit einer offiziellen Lizenz, zudem zahlreiche Lotterie- und Wettspiele, die über die Francaise des Jeux (FDJ) angeboten werden, sowie mehr als 200 stationäre Casinos im Land. Zuständig ist die ANJ dabei für sämtliche Bereiche rund um die Unternehmen, mit Ausnahme der Geldwäsche und Integrität Diese Überwachung bleibt weiterhin im Aufgabenfeld des Innenministeriums.

ANJ als gänzlich neues Projekt

Obwohl die ANJ alle Aufgaben der ehemaligen Behörde übernimmt, ist es der neuen ANJ-Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin offenbar wichtig klarzustellen, dass es sich nicht um eine erweiterte Behörde handelt. Viel mehr sei die ANJ ein ganz neues Projekt, mit dem die landesweite Glücksspielregulierung überarbeitet werden soll. Die Unterstützung für die Branche soll künftig mit der Kontrolle der Branche noch besser kombiniert werden. Auf diesem Wege wolle man ein sicheres und verantwortungsbewusstes Spielumfeld schaffe, so die Präsidentin. Wie die ANJ diese Ziele erreichen möchte, scheint dabei schon klar zu sein. Falque-Pierrotin gab an, dass man insgesamt vier große Kernziele verfolgen würde. Dies seien erstens die Verhinderung des problematischen Glücksspiels und der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Zweitens sollen Integrität, Zuverlässigkeit und Transparenz beim Glücksspiel gewährleistet werden. Das dritte Kernziel sieht die Verhinderung von kriminellen und betrügerischen Aktivitäten vor, während das vierte Kernziel in der Gewährleistung des ausgewogenen und fairen Spiels liegt.

Durchsetzen können wird die ANJ diese Ziele definitiv leichter als ihre Vorgänger-Behörde. Nicht nur die Aufgaben wurden deutlich erweitert, sondern auch die Befugnisse. So kann die neue Behörde den Unternehmen zum Beispiel verbieten, bestimmtes Werbematerial auszustrahlen. Zudem kann die Behörde Kontrollen im stationären Betrieb direkt vor Ort durchführen.

Neue Behörde entscheidet, wo gespielt wird

In den Tätigkeitsbereich der ANJ wird künftig auch die Vergabe von möglichen neuen Lizenzen an Glücksspielunternehmen fallen. Wie die Behörde mitteilte, wolle man hier vor allem die Werbestrategien und die angebotenen Spiele überprüfen. Ebenso sollen Aktionspläne von den Unternehmen vorgelegt werden, wie diese möglichen Betrügereien oder Geldwäsche verhindern wollen. Um das alles genau überprüfen zu können, soll die Behörde einmal im Jahr alle Dienstleistungsangebote genau unter die Lupe nehmen. Die erste wichtige und große Aufgabe ist dabei bereits in vollem Gange. Hier geht es um neue Strategien zur Prävention gegen die Spielsucht, zur Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie dem Schutz von Minderjährigen.

Wie es von Seiten der Behörde heißt, soll in den kommenden Monaten und Jahren eine Reihe von neuen Dienstleistungen eingeführt werde, mit denen das Spiel noch nachhaltiger und weniger schädlich gestaltet werden soll. Unter anderem geplant ist zum Beispiel die Übernahme der Selbstausschluss-Datenbank, welche aktuell noch vom Innenministerium geführt wird. Diese möchte die ANJ allerdings nicht nur einfach übernehmen, sondern insbesondere den Registrierungsprozess neu gestalten. So erhofft man sich, dass noch mehr Spieler mit einem problematischen Spielverhalten von dem Ausschluss-System Gebrauch machen. Ebenfalls intensiviert werden soll laut Angaben der Behörden die Zusammenarbeit mit den Banken und Zahlungsdienstleistern. Hier sollen gewisse Strategien und Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen vor allem die Kriminalität im Glücksspiel bekämpft werden soll. Keine Frage: Die theoretischen Ansätze der neu eingeführten Behörde sind tadellos. Nun gilt es zu beweisen, dass diese auch in der Praxis ihren Dienst erfüllen.

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Der Beitrag wurde am 3.7.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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