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bet365-Chefin Coates kassiert Rekordgehalt

Aus finanzieller Sicht der Dinge hätte das Jahr 2018 für Denise Coates kaum besser laufen können. Schon 2017 zahlte sich die Chefin des Glücksspielanbieters bet365 mit rund 265 Millionen Pfund ein Spitzengehalt aus. 2018 konnte dieses noch einmal locker getoppt werden. Neben einem Grundgehalt sicherten Coates auch ihre Dividenden ein Einkommen von insgesamt rund 323 Millionen Pfund. Umgerechnet sind das gut 381 Millionen Euro. Kein Wunder, dass diese Rekordzahlen die Debatte um überhöhte Gehälter von Spitzenmanagern neu anregen.

Geschäftsgebäude vom Boden aus fotografiert.

Im britischen Stoke-on-Trent hat Denise Coates mit bet365 einen Weltkonzern aufgebaut. Das dafür üppige Gehalt sorgt allerdings wieder einmal für Debatten rund um die Spitzengehälter von Managern. (©Ichigo121212/ Pixabay)

Denise Coates: Vermögen wächst und wächst

Denise Coates trägt als Gründerin und Chefin des britischen Glücksspielkonzerns bet365 eine Menge Verantwortung. Bereits im Jahr 2000 sicherte sich die clevere Geschäftsfrau die Domain für die Webseite und baute innerhalb kürzester Zeit einen milliardenschweren Konzern auf. Innerhalb von nur 19 Jahren konnte der Kundenstamm auf mehr als 19 Millionen Kunden ausgebaut werden. Das wiederum sorgt für starke Umsätze und dementsprechend für starke Gehälter. Insbesondere die Firmenchefin hat ihr Vermögen in den letzten Jahren noch einmal deutlich vergrößern können. Bereits 2017 zahlte sich Coates laut den Jahreszahlen von bet365 ein Gehalt von gut 265 Millionen Pfund aus. Im Jahr 2018 kann die 52-Jährige darüber im Prinzip nur müde lächeln. Der Verdienst wurde noch einmal um gut 60 Millionen Pfund angehoben und so auf 323 Millionen Pfund gesteigert. Gut 277 Millionen Pfund wurden dabei als Grundgehalt ausgezahlt, weitere 45 Millionen Pfund erhielt die Britin durch ihre Dividendenauszahlungen.

Für Coates, deren Vermögen von Forbes auf rund 6,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird (Platz 244 der bekannten Billionaires List), bedeutet das, dass sie in Großbritannien in 2018 die Frau ist, die mit Abstand am meisten verdient hat. Selbst Männer können da nicht mithalten. Zum Vergleich: Minister Boris Johnson kassiert rund 2.000 mal weniger als Coates. Das britische Durchschnittseinkommen liegt sogar fast 10.000 Mal geringer. Kein Wunder. Immerhin bedeutend diese Zahlen, dass Coates an nur einem Arbeitstag rund 1,53 Millionen Euro verdiente.

Debatte um Spitzenverdienst: Rekordgehälter gefallen nicht allen

Die Freude über das bemerkenswerte Gehalt der bet365-Chefin teilen allerdings nicht alle in Großbritannien. In der Vergangenheit hatte es schon mehrfach Debatten um die Gehälter der Konzernchefs gegeben. Angeregt wurden diese im Prinzip im Jahr 2017 durch das damalige Rekordgehalt von Coates. Im weiteren Verlauf musste sich aber zum Beispiel auch GVC Holdings Boss Kenneth Alexander Vorwürfe gefallen lassen, er würde ein zu hohes Gehalt kassieren. Dass Coates ihren Verdienst noch einmal steigern könnte, gibt der Debatte jetzt also noch einmal wieder Tempo. Gleichzeitig ist es nicht die Summe allein, die für Debatten sorgt. Vorgeworfen wird dem Unternehmen und der Chefin auch, die Jahreszahlen ganz bewusst verzögert veröffentlicht zu haben. So seien diese eigentlich schon für den 20. November vorgesehen gewesen. Da aber bei den Parlamentswahlen auch die Reichensteuer und ungleichmäßige Vermögen zu den Kernthemen gehörten, hätte das Unternehmen mit diesen bis nach der Wahl gewartet, so die Kritiker. Luke Hildyard von High Pay Centre erklärte hierzu:

“Es ist wichtig, dass Wohlstand und wie er geschaffen und geteilt wird, angemessen diskutiert werden. Doch die Veröffentlichung dieser Zahlen scheint darauf ausgerichtet zu sein, eine genauere Überprüfung zu vermeiden. Dies legt nahe, dass sogar bet365 erkennt, dass Geschäftserfolg zwar belohnt werden sollte, eine derart kolossale Auszahlung jedoch weit über das hinausgeht, was als gerecht oder verhältnismäßig bezeichnet werden kann.“

Hildyard steht mit dieser Meinung keinesfalls allein. Bereits im Vorfeld der Parlamentswahlen wurde der Verdienst der Spitzenmanager immer wieder zum Thema gemacht, gleichzeitig gehörte auch die soziale Ungleichheit zu den Schlüsselthemen für zahlreiche Politiker.

Diskussion wird ausgeweitet auf die Stellung der Frauen in der Wirtschaft

Mittlerweile erstreckt sich die Debatte allerdings längst nicht mehr nur über das Gehalt von Coates, sondern kann als weitaus weitläufiger bezeichnet werden. So müssen sich die Kritiker der hohen Bezüge ebenfalls Kritik gefallen lassen. Diesen wird vorgeworfen, scheinheilig und heuchlerisch zu argumentieren. So werde schon seit Jahren darüber diskutiert, dass die Rolle der Frauen in der Wirtschaft deutlich gestärkt werden müsste. Die gleichen Stimmen würden sich nun allerdings dafür stark machen, die Gehälter der Frauen deutlich zu beschränken. Coates müsse sich demnach nichts vorwerfen lassen und handele so, wie andere Geschäftsführer, die versuchen würden, die Kosten im Unternehmen zu drücken und so den maximalen Profi erwirtschaften zu können.

Angesichts der mittlerweile enormen Intensität und Spannweite der Debatte ist nicht damit zu rechnen, dass diese in der nahen Zukunft enden wird. Stattdessen beschäftigt sich Großbritannien, genau wie auch Deutschland, schon seit geraumer Zeit mit der Einführung von zusätzlichen Abgaben, Steuern oder Gehaltsdeckeln für Spitzenverdiener. Betrachtet werden kann die Debatte sicherlich von mindestens zwei Standpunkten aus. Zum einen lässt sich argumentieren, dass der Erfolg der Unternehmen oftmals auf der Arbeit der Angestellten beruht und diese demnach nicht nur einen Bruchteil der Managergehälter verdienen sollten. Andererseits sind es aber eben jene Manager, welche die wirklich wichtigen Entscheidungen mit großer Tragweite treffen müssen. Oder wie im Falle von Coates überhaupt erst für die Gründung des Unternehmens und die Schaffung der Arbeitsplätze verantwortlich sind.

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Der Beitrag wurde am 11.1.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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