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Brasilien sagt Lootboxen den Kampf an

Während in vielen Ländern zum ersten Mal Online Glücksspiele legalisiert oder neu reguliert wurden, sagen andere Länder den Lootboxen den Kampf an. Diese zählen streng genommen nicht zu den Glücksspielen, können jedoch eine Glücksspielsucht auslösen. Dieser Meinung sind viele Experten, weshalb derzeit Brasilien verschärft gegen diese vorgeht. Es gibt sogar bereits Länder, die Lootboxen als Glücksspiel einstufen und verbieten.

Ein Jugendlicher sitzt mit Kopfhörern vor dem PC. Im Hintergrund ist auf dem Bildschirm ein Videospiel zu sehen, das verschwommen erscheint.

Brasilien hat einen Untersuchungsausschuss errichtet, der prüft, ob Lootboxen als Glücksspiel anzusehen ist. Trifft dies zu, würden gegen Lootboxen Strafen ausgesprochen werden. (©11333328/Pixabay)

Lootboxen: Funktion und Anwendung

Die meisten kennen Lootboxen, ohne dies wirklich zu wissen. Lootboxen werden in Videospielen verwendet und helfen dabei, einen Schatz zu finden. Häufig handelt es sich um Kisten, die während eines Spiels gewonnen werden. Der Spieler muss diese Boxen öffnen, da in diesen Kisten Gegenstände lagern, die beim weiteren Spielverlauf helfen. So können die Spieler Waffen, Schlüssel, Charaktere oder Trikots erhalten. Diese sind notwendig, um zum nächsten Level zu gelangen.

Alle Spieler befinden sich auf der Jagd nach diesen Lootboxen, da sie für den weiteren Verlauf notwendig sind. Diese Tatsache führt dazu, dass sich eine Art Spielsucht entwickelt. Ein weiteres Problem stellt die Möglichkeit dar, die Lootboxen käuflich zu erwerben. Somit wird ein normalerweise kostenloses Spiel plötzlich zu einem kostenpflichtigen Spiel. Diese beiden Gründe veranlasst derzeit Brasilien, verschärft gegen die Lootboxen vorzugehen. Ein weiteres Problem wird zudem von vielen Organisationen darin gesehen, dass sich Lootboxen auch in typischen Kinderspielen wie Mario Kart befinden. Somit entwickelt sich der Anreiz, weiterzuspielen, um möglichst viele Lootboxen zu öffnen.

Klagen gegen Spielehersteller

In Brasilien gibt es die Organisation ANCED, die sich speziell für Kinder- und Jugendlichenrechte einsetzt. Exakt diese Organisation hat nun mehrere Klagen gegen die Lootboxen eingereicht. Betroffen von den Klagen sind in erster Linie die Spielehersteller Nintendo, EA Games, Riot Games und weitere. Mit Klagen müssen sich auch Großkonzerne wie Google, Apple, Sony und Microsoft beschäftigen. Diesen Unternehmen wird vorgeworfen, die Videospiele auf ihren Plattformen zur Verfügung zu stellen und die Spielehersteller zu unterstützen. Ferner verdienen einige Konzerne an den Videospielen, da sie von den Spieleherstellern Provision erhalten.

Die Klagen wurden beim zuständigen Bezirksgericht eingereicht und fordern nicht nur das sofortige Verbot der Lootboxen. Es wird zugleich eine Entschädigung gefordert, wenn für die Lootboxen bezahlt wurde. Insgesamt fordert ANCED eine Summe von knapp drei Milliarden Euro. Das Hauptargument besteht darin, dass Lootboxen als Glücksspiel anzusehen sind, da sie wie eingangs erwähnt, ebenfalls eine Spielsucht verursachen können.

Letztere würde unter anderem dadurch ausgelöst werden, dass beim Öffnen der Boxen akustische und optische Signale erscheinen. Das Leuchten und Blinken würde an Spielautomaten erinnern. Für diese Reize wären besonders Kinder und Jugendliche empfänglich. Deshalb müssen die Lootboxen auf Dauer abgeschafft werden – so die Forderung der ANCED.

Weitere Länder bekämpfen Lootboxen

Der Hinweis der Organisation, dass Lootboxen bereits in Belgien und Niederlande verboten sind, könnte unter Umständen helfen. Beide Länder haben diese bereits unter das Glücksspielgesetz gestellt, weshalb die Lootboxen nicht nur verboten sind. Anbieter entsprechender Videospiele müssen sogar mit hohen Strafen rechnen.

Weitere europäische Länder sind so weit, die Legalität der Lootboxen zu überprüfen: Großbritannien, Spanien, USA und Schweden beschäftigen sich derzeit damit, ob Lootboxen in der Tat als Glücksspiel einzustufen sind. Auch die brasilianische Regierung möchte sich nun mit diesem Thema befassen, nachdem die Klagen eingereicht wurden. Ein Untersuchungsausschuss klärt derzeit die Frage, ob die Lootboxen gänzlich zu verbieten sind. Je nach Ausgang der Untersuchung könnten die Lootboxen nicht nur verboten, sondern ebenfalls mit Geldstrafen belegt werden. Im Raum stehen derzeit 700.000 Dollar pro Tag.

Deutschland hat bereits eine Entscheidung getroffen und stellt Lootboxen nicht unter das Glücksspielgesetz. Somit werden sie in Zukunft nicht verboten. Allerdings gilt künftig eine Altersfreigabe von 18 Jahren, über die sich die Spielehersteller nicht freuen.

Klagen auch in den USA

In den USA musste sich bereits Apple gegen die Anschuldigungen und gegen eine Klage wehren. Die Sammelklage wurde von Eltern eingereicht, die Apple unterstellten, an den Lootboxen zu verdienen. Tatsächlich erhält Apple eine Provision von 30 Prozent und verdiente somit im Jahr 2017 eine Milliarde US-Dollar durch das Bereitstellen der Videospiele.

Die DGOJ hat festgestellt, dass sich in 35 Prozent der PC-Spiele Lootboxen befinden. Bei Spielen für Smartphones liegt der Anteil höher, und zwar bei 50 Prozent. Die Lootboxen verteilen sich gleichmäßig über kostenpflichtige und kostenlose Spiele. Das bedeutet, dass jedes Kind und jeder Jugendliche früher oder später mit diesen Lootboxen konfrontiert wird.

Zusätzlich zu Mario Kart Spielen befinden sich Lootboxen in Fifa und Battlefront II. Auf der Jagd nach diesen Boxen läuft das Spiel weiter, wodurch andere Freizeitbeschäftigungen hinten angestellt werden. Der monatelange Lockdown trägt mit Sicherheit dazu bei, dass Heranwachsende länger vor dem PC oder Tablet sitzen. Unter diesem Gesichtspunkt scheint es sinnvoll zu sein, die Videospiele entweder gänzlich zu verbieten oder nur für Erwachsene bereitzustellen.

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Der Beitrag wurde am 28.4.2021 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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