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Brexit-Gefahr: Checkliste für Casinos

Kaum ein Thema dominiert die Politik in Großbritannien in den letzten Monaten so wie der geplante Ausstieg aus der Europäischen Union. Alles läuft derzeit auf einen No Deal Brexit hinaus, also einen Ausstieg ohne Abkommen. Für die Wirtschaft könnte diese Form des Ausstiegs zu einem echten Problem werden. Deshalb informieren die britischen Behörden jetzt die Unternehmen darüber, welche Verhaltensweisen im Falle eines ungeregelten Brexit an den Tag gelegt werden sollten. Für die Glücksspielbranche kommt diese Checkliste vom Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS).

Gemischte Flagge Europa und Großbritannien.
Der drohende No Deal Brexit von Großbritannien könnte auf die Wirtschaft horrende Folgen haben. Britische Behörden veröffentlichen deshalb Ratgeber, um den Unternehmen optimale Verhaltensweisen aufzuzeigen. (©pixabay)

8-Punkte-Plan gegen den No Deal Brexit

Es ist unweigerlich bekannt, dass zahlreiche britische Glücksspielunternehmen auch in Europa tätig sind und ihre Angebote Kunden aus verschiedenen europäischen Ländern zur Verfügung stellen. Damit das auch nach einem Brexit, bzw. einem möglicherweise ungeregelten Brexit so bleiben kann, stellen die Behörden für die Unternehmen derzeit Ratgeber in Form von Checklisten zur Verfügung. Im Falle der Glücksspielbranche geschieht das durch das Department for Digital, Culture, Media & Sport, also durch das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport – kurz DCMS.

Die Behörde hat in den letzten Tagen eine 8-Punkte-Checkliste veröffentlicht und stellt hierin verschiedene Tipps zur Verfügung, an die sich die Unternehmen bei einem ungeregelten Ausstieg von Großbritannien halten sollten. Konkret heißt es hierzu in der Checkliste:

“Wenn Sie im Glücksspielbereich tätig sind, nutzen sie unsere 8-Punkte-Checkliste, um zu verstehen, was Sie tun müssen, um sich auf einen No Deal Brexit vorzubereiten.“

Ministerium rät zur schnellen Umsetzung

Zusätzlich dazu rät die Behörde den Unternehmen dazu, die Tipps aus der Checkliste möglichst schnell in die Tat umzusetzen. Am besten innerhalb der kommenden drei Wochen. Das gilt nicht nur für die Glücksspielbranche, sondern für die gesamte Wirtschaft des Landes. Unter dem Namen „Get Ready for Brexit“ wird eine Kampagne im Land veranstaltet, mit der Unternehmen aus ganz verschiedenen Wirtschaftszweigen über das richtige Verhalten im Falle des No Deal Brexit aufgeklärt werden sollen. Im Falle der Glücksspielbranche beschäftigen sich die acht Punkte auf der Checkliste mit insgesamt vier großen Bereichen; Hierzu gehören die Beschäftigten, Angebote innerhalb der EU, der Umgang mit Daten und der Import von Waren.

Was müssen die Unternehmen beachten?

Von besonders großem Interesse ist in der Checkliste für die Unternehmen der richtige Umgang mit den Angestellten im europäischen Ausland. So weist das Ministerium die Konzerne darauf hin, dass bei allen Mitarbeitern im Ausland mögliche Visa-Probleme überprüft werden sollten. Ähnliches gilt für die Arbeitserlaubnisse der Mitarbeiter in der EU. Sollten diese nicht oder nicht ausreichend vorliegen, so das Ministerium, müssten sich die Konzerne darauf einstellen, dass den Angestellten die Arbeitsaufnahme oder sogar die Einreise in das jeweilige Land verwehrt wird. In diesem Zusammenhang wird zudem auf die Sonderstellung der Schweiz hingewiesen, in der noch einmal zusätzliche Punkte beachtet werden müssen. Einen Hinweis schickte das Ministerium zudem auch an alle Unternehmen raus, deren Mitarbeiter möglicherweise zwischen mehreren Ländern der Europäischen Union pendeln müssen. Auch hier seien demnach gründliche Prüfungen der Visa- und Reisebestimmungen vorzunehmen.

Ein weiterer großer und wichtiger Bereich der Checkliste ist der Umgang mit den Nutzerdaten der Kunden. Alle Unternehmen sollten laut DCMS ihre Geschäftsbedingungen prüfen und kontrollieren, ob diese den Vorgaben der Europäischen Union entsprechen würden. Sei dies nicht der Fall, müssten möglicherweise Anpassungen beim Datenschutz vorgenommen werden. Betroffen sein kann laut Ministerium hiervon nicht nur das operative Geschäft, sondern auch die Buchhaltung oder Finanzabteilung.

Wichtige Themen EU-Angebote und Import von Waren

Da die meisten Unternehmen der Glücksspielbranche vor allem online in der EU tätig sind, rät das Ministerium diesen dazu, auch hier die geltenden Gesetze in der EU noch einmal neu zu überprüfen und sicherzustellen, dass diese eingehalten werden können. Ebenso sei es möglicherweise hilfreich, einen Beauftragten für die EU-Geschäfte innerhalb des eigenen Konzerns zu bestimmen. Dieser könne sich dann intensiv mit den rechtlichen Rahmenbedingungen beschäftigen und dem Unternehmen wichtige Tipps bei der Umsetzung geben. Der letzte große Themenbereich der Checkliste ist der Bereich der Importfragen. Hier werden vor allem die Unternehmen angesprochen, die im digitalen Bereich Hardware aus der EU importieren und dementsprechend künftig Zölle oder andere Beschränkungen beachten müssen. Diese Beschränkungen sollten nicht nur im Detail betrachtet werden, sondern es wird empfohlen zu prüfen, ob dieser Import trotz zunehmender Kosten für die Unternehmen weiterhin rentabel ist.

Gibraltar scheint auch für die Behörden ein Problem zu sein

Obwohl rein auf den ersten Blick alle relevanten Punkte für die britische Glücksspielbranche angesprochen werden, übersieht die Checkliste der Behörden doch einen erheblichen Punkt: Das nicht ganz unwichtige Gibraltar. Die britische Enklave ist bekanntermaßen einer der Knotenpunkte für das europäische Glücksspiel und wäre aufgrund seiner Verbundenheit zum Königreich im Falle des Brexit ebenfalls betroffen. Und das sogar mit voller Wucht: Die Glücksspielbranche ist ein Antreiber der Wirtschaft des Landes. Fällt diese weg, drohen auf dem Arbeitsmarkt harte Zeiten. Bereits in der jüngeren Vergangenheit haben sich einige Unternehmen dazu entschieden, ihre Niederlassungen in Gibraltar deutlich zu verkleinern oder sogar ganz aufzugeben. Sollte der No Deal Brexit kommen, würden wohl noch weitere Unternehmen folgen.

Umso überraschender ist es, dass sich das Ministerium in seiner Checkliste in keiner Silbe diesem Thema widmet. Für zahlreiche Unternehmen dürfte genau in diesem Thema aber eine große Problematik des No Deal Brexits liegen. Denkbar ist aber tatsächlich, dass die Ministerien in Großbritannien selber noch nicht genau wissen, was mit der Enklave künftig passieren soll. Fest steht allerdings, dass das Thema Brexit noch in den kommenden Wochen und Monaten Zündstoff bereithalten wird. Bleibt zu hoffen, dass der ungeregelte Austritt der Briten nicht über die Bühne geht und sich alle Beteiligten auf eine ansprechende Lösung einigen können.

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Der Beitrag wurde am 15.10.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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