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Britische Banken mit Kartensperren für Glücksspiele

In Großbritannien wird in diesen Tagen die sogenannten Responsible Gambling Week veranstaltet. Landesweit nutzen verschiedene Organisationen diese Woche, um über mögliche Gefahren des Glücksspiels aufzuklären und den Spielern Möglichkeiten für den Schutz auf den Weg zu geben. Auch die Halifax Bankengruppe hat diesen Zeitpunkt genutzt, um eine neue Schutzmöglichkeit für Spieler vorzustellen. Eingeführt wurde hier, wie auch zuvor schon bei anderen Banken, eine Sperrfunktion für den Einsatz in Glücksspielen. Was soll diese bewirken?

Gebäude in der Aussenansicht.

Mit der Halifax entscheidet sich in diesen Tagen die nächste große britische Bank dazu, ihren Kunden mit der Glücksspielsperre eine spezielle Funktion für Konten und Karten zur Verfügung zu stellen. (©pixabay)

Kreditkartenzahlungen in der Kritik

Insbesondere in Großbritannien ist der Einsatz der Kreditkarte ein klassischer Begleiter. Selbst Kleinigkeiten werden oftmals mit der Kreditkarte gezahlt, Einsätze im Online-Casino ebenfalls. Die Zahlungen sind schnell erledigt, gleichzeitig wird der Betrag nicht direkt spürbar vom eigenen Konto abgezogen. Verbraucherschützer in Großbritannien bemängeln daher schon seit geraumer Zeit, dass Kreditkarten überhaupt für die Nutzung in den Online-Casinos zur Verfügung stehen. Die Spieler würden so deutlich weniger das Gefühl für ihren Geldbetrag bekommen, da dieser nur in digitalen Zahlen auf einem Bildschirm zu finden sei. Die Vermutung der Experten: Würden die Spieler den Betrag vor sich auf dem Tisch liegen sehen, würde ihnen die Einzahlung vermutlich deutlich schwerer fallen.

Zusätzlich dazu kritisieren Verbraucherschützer auch die Tatsache, dass bei der Kreditkarte im Prinzip mit geliehenen Geldern gespielt wird. Die Abrechnung flattert zwar irgendwann ins Haus, bis dahin ist das Geld aber einfach nur ein Kredit. Sollten Spieler mit diesen finanziellen Möglichkeiten nicht ordnungsgemäß umgehen können, stellen viele britische Banken jetzt eine Lösung zur Verfügung: Eine Karten- oder Kontosperre für das Glücksspiel.

Sperren per Banking-App umsetzen und aufheben

Jüngst teilte zum Beispiel das britische Bankhaus Halifax mit, dass man seinen Kunden eine neue „Freeze-Funktion“ für die Glücksspiele bzw. Kreditkarten zur Verfügung stellt. Innerhalb der Banking-App des Anbieters könnten Kunden demnach das Einfrieren per Klick erledigen, welches dann sofort für alle Karten und Konten greift. Sollten Zahlungen mit einem Bezug zum Glücksspiel durchgeführt werden, werden diese von der Bank blockiert. Ein ganz besonderer Kniff der App von Halifax ist dabei die sogenannte „Auftauzeit“. Kunden können die Sperre wieder aufheben, müssen hiervor jedoch eine Wartezeit von 48 Stunden überbrücken. Wie der Konzern mitteilte, wolle man so dafür sorgen, dass die Spieler keine Impuls-Entscheidungen treffen und unüberlegt Einsätze im Spiel platzieren.

Innerhalb dieser 48 Stunden dürfte es also bei einigen Spielern zu einem Umdenken kommen und die Gelder werden möglicherweise doch nicht mehr für die Glücksspiele eingesetzt. Elyn Cornfield, die Geschäftsführerin im Bereich Konsumfinanzierung bei der Halifax, erklärte hierzu:

“Wir wissen, dass Menschen, die einen höheren Anteil ihres Einkommens verspielen, mit größerer Wahrscheinlichkeit einem finanziellen Druck ausgesetzt sind. Daher haben wir das Freeze-Tool eingeführt, um ihnen zu helfen, diesen zu bewältigen. Wichtig ist, dass wir mit der Einführung einer Auftauzeit helfen, jene zu schützen, die andernfalls impulsiv zum Glücksspiel zurückkehren könnten.“

Des weiteren teilte Cornfield mit, dass sich die Bank noch in anderen Bereichen um eine Verstärkung des Spielerschutzes bemühe. So arbeite man gerade mit der Warwick University an einer Studie zu möglichen Schäden durch das Glücksspiel. Die Ergebnisse der Studie möchte man dann auch den britischen Glücksspielbehörden zur Verfügung stellen. Die eigenen Mitarbeiter werden laut Cornfield in der Kundenbetreuung zudem speziell geschult und für das Thema Glücksspiel sensibilisiert.

Mehrere Banken intensivieren Bemühungen

Die Halifax ist keinesfalls das einzige Finanzunternehmen, welches künftig ein stärkeres Auge auf die Glücksspieltransaktionen werfen möchte. Auch der Zahlungsdienstleister PayPal hat angekündigt, in Großbritannien genauer hinzusehen. Der Grund hierfür waren Recherchen von britischen Medien, welche herausfanden, dass Spieler bis zu 150.000 Pfund pro Tag über PayPal bei Glücksspielanbietern einsetzen können. Abgesehen von PayPal sind in den vergangenen Tagen zudem mehrere britische Banken dazu übergegangen, ähnliche Sperrfunktionen wie die Halifax zur Verfügung zu stellen. Ei Vorgehen, welches von Verbraucherschützern generell begrüßt wird. So erklärte die Expertin für Glücksspielverhalten, Dr. Heather Wardle, dass der Finanzsektor im digitalen Glücksspiel eine wichtige Verbindungsstelle zwischen dem Spiel und dem Spieler sei. Aus diesem Grund sei es richtig und notwendig, dass die Banken den Spielerschutz ernst nehmen würden.

Eingesetzt werden die Sperrfunktionen zum Beispiel auch bei der Barlcays, der Bank of Scotland oder die HSBC Bank. Darüber hinaus teilte die NatWest-Bank vor wenigen Tagen ebenfalls mit, sich besonders im Spielerschutz zu engagieren. Hier wolle man künftig ungenutzte Räume in den Banken der GamCare zur Verfügung stellen. Nur auf die eigenen Kunden bezogen sein soll diese Hilfseinrichtung nicht. Stattdessen möchte die NatWest diese frei zugänglich machen. Die Spielerschutz-Organisation kann diese Räumlichkeiten dann für Gespräch mit Problemspielern nutzen. Auch hier sollen die Mitarbeiter zudem speziell geschult werden.

Auch Einsätze im landbasierten Spiel im Fokus

Rund um die britische Responsible Gambling Week stehen allerdings nicht nur die Einsätze und Zahlungen in den Online-Casinos im Fokus. Auch der landbasierte Bereich darf sich in den kommenden Monaten wieder auf Änderungen einstellen. Auch hier liegt der Grund vor allem im verbesserten Spielerschutz. Erst vor wenigen Tagen wurde das britische Betting and Gambling Council ins Leben gerufen. Dieses kündigte als eine der ersten Maßnahmen einen neuen Verhaltenskodex für die Glücksspielbranche an und teilte zudem mit, dass man die Standards beim Spielerschutz erhöhen wolle. Passieren soll das wieder einmal mit Blick auf die sogenannten Fixed Odds Betting Terminals. Spieler konnten an diesen kleinen Automaten bis vor einigen Monaten noch bis zu 100 Pfund pro Runde einsetzen. Jener Maximaleinsatz wurde dann auf nur noch zwei Pfund pro Runde begrenzt.

Künftig sollen durch das sogenannte Anonymous Player Awareness System (APAS) zudem Zwangspausen möglich gemacht werden. Das System, welches in den kommenden Monaten flächendecken im Land eingesetzt werden soll, analysiert das Spielverhalten. Sollten die Spieler Anzeichen zum problematischen Spielverhalten aufweisen, erkennt der Echtzeitalgorithmus des Systems dies und ordnet eine Zwangspause an. Zudem wird eine Mitteilung an die Mitarbeiter des jeweiligen Shops verschickt, damit diese mit dem Gast interagieren können. Die Bemühungen der Branche sind also klar vorhanden, die Zukunft wird zeigen, wie vielversprechend diese sind.

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Der Beitrag wurde am 19.11.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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