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Caesars Entertainment: Zehntausende Kündigungen?

Weltweit hat die Corona-Krise zahlreiche Unternehmen und Branchen durchgeschüttelt. Besonders stark betroffen sind von der Pandemie die USA. Die wiederum sind gleichzeitig die Heimat zahlreicher großer Glücksspielunternehmen. Und die haben offenbar mit den Auswirkungen der Krise mächtig zu kämpfen. Einen eklatanten Schritt kündigte nun der Glücksspielriese von Caesars Entertainment an. Um die aktuelle Schieflage zu überbrücken, sollen rund 90 Prozent der Angestellten freigestellt werden. Fraglich ist, ob dann alle nach überstandener Krise auch wirklich wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Caesars Palace am Strip in Las Vegas.

Der Glücksspielriese Caesars Entertainment muss aufgrund finanzieller Drucksituationen zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Betroffen sein könnten von den Maßnahmen mehrere zehntausende Angestellte. (©skeeze/Pixabay)

USA im Corona-Würgegriff: 90 Prozent der Casinos geschlossen

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft weltweit weitestgehend lahm gelegt. Millionen Arbeitnehmer sind zuhause, Geschäfte haben geschlossen. Zunächst steht die Gesundheit aller Menschen im Vordergrund. Gleichwohl bringen die Corona-Probleme aber auch massive wirtschaftliche Herausforderungen. Besonders hart trifft die Pandemie offenbar die USA. Hier steigen die Todeszahlen aktuell noch bedenklich schnell. Prognosen gehen von schlimmen Gesamtzahlen zum Ende der Pandemie aus. Zu kämpfen hat mit dieser Unwucht an Problemen auch die Glücksspielbranche. Und das sogar ganz massiv. Der Verband der US-amerikanischen Glücksspielindustrie American Gaming Association (AGA) Commission erklärte jüngst, dass sich die finanziellen Verluste der Branche auf mehr als 21 Milliarden US-Dollar belaufen könnten. Mehr als 90 Prozent der US-Casinos sind geschlossen.

Gemeinsam mit den Behörden und der US-Regierung soll in den kommenden Wochen und Monaten ein Plan erarbeitet werden, wie der Schaden der Branche möglichst gering gehalten werden kann. Schon jetzt haben aber einige Unternehmen mit enormen Problemen zu kämpfen, wie der Blick auf den Glücksspielriesen von Caesars Entertainment zeigt.

Caesars Entertainment stell 90 Prozent der Angestellten frei

Um die finanziell schwierige Lage überstehen zu können, hat der Glücksspielkonzern einen schweren Schritt beschlossen. Voraussichtlich sollen rund 90 Prozent der Arbeitnehmer in den USA erst einmal freigestellt bzw. vorübergehend entlassen werden. Betroffen sein könnten damit zehntausende Mitarbeiter des US-Riesen. Der Konzern beschäftigt laut eigenen Angaben aus dem Februar insgesamt rund 64.000 Mitarbeiter. In den USA werden 36 Casinos und Hotels vom Unternehmen betrieben, allein sieben Stück im derzeit „gelockdownten“ Las Vegas. Dass eine derartige Situation wie jetzt nicht lange beibehalten werden kann, liegt auf der Hand. Eine Alternative kommt für den Konzern laut eigener Aussage offenbar nicht in Frage. Immerhin: Die Arbeitnehmer sollen noch für zwei weitere Wochen Lohnfortzahlungen erhalten. Bis zum 30. Juni werden zudem die Beiträge zur Krankenversicherung vom Konzern übernommen. Mehr könne man in der aktuellen Lage jedoch nicht tun.

Caesars-Chef Tony Rodeo betonte in einem Statement, dass es sich um einen schwierigen, aber notwendigen Schritt halten würde:

“Angesichts der Schließung unserer Immobilien unternehmen wir schwierige, aber erforderliche Schritte, um die Finanzlage des Unternehmens und seine Fähigkeit zur Wiederherstellung zu schützen, wenn die Umstände es uns ermöglichen, unsere Gäste und Mitarbeiter wieder in unseren Einrichtungen begrüßen zu können (…). Das Unternehmen ist mit einer starken operativen Leistung in diese Krise eingetreten, die zusammen mit den Schritten, die wir nun unternehmen werden, für die Zukunft unseres Unternehmens von entscheidender Bedeutung ist.“

Besonders ärgerlich für den US-Riesen: In Großbritannien sieht sich der Konzern aktuell einer millionenschweren Strafzahlung gegenübergestellt. Die britischen Glücksspielbehörde verlangt vom Unternehmen rund 13 Millionen Pfund, da die US-Amerikaner gegen Lizenzbedingungen verstoßen haben sollen. Darunter unter anderem Richtlinien zum Schutz gegen die Geldwäsche. In dieser finanziell ohnehin schweren Zeit sicherlich keine erfreuliche Meldung.

Krise kein Exklusiv-Problem der USA

Die US-amerikanischen Glücksspielunternehmen sind mit ihren Sorgen in der Krise keinesfalls alleine. Weltweit herrscht in der Branche eine enorme Ungewissheit. Insbesondere die landbasierten Glücksspielunternehmen stehen unter Druck. Wettanbieter können aufgrund von anhaltenden Absagen keine Wetten zur Verfügung stellen. Casinos werden weltweit geschlossen und bringen somit ebenfalls keine Umsätze. In Deutschland warnte die Industrie jüngst davor, dass man bei der finanziellen Unterstützung nicht vernachlässigt werden sollte. Mehrere tausende Arbeitsplätze würden im stationären Bereich an den Unternehmen hängen. Der Fachverband der Deutschen Automatenwirtschaft forderte daher jüngst dringend notwendige Unterstützungen von Seiten der Regierung. Zudem forderte der Verband, dass man in diesen Zeiten noch stärker gegen illegale Angebote aus dem Internet vorgehen müsse. Diese würden die Gunst der Stunde oftmals nutzen und die aktuell in ihren Wohnräumen befindlichen Menschen auf ihre Seite ziehen wollen. Der legale Glücksspielmarkt würde ohne entsprechenden Schutz laut DAW massiv belastet werden.

In Italien ist die Glücksspielbranche derweil schon einen großen Schritt weiter. Vor wenigen Tagen schnürte der Regierungschef Giuseppe Conte ein Rettungspaket für die Wirtschaft, von dem auch die Glücksspielbranche profitieren wird. Rund 25 Milliarden Euro schwer ist der Rettungsschirm, der zum Beispiel die Gehaltszahlungen an Arbeitnehmer sichern oder zur Rückzahlung von Hypotheken dienen soll. Gedacht ist die Hilfe in erster Linie für Rettungsdienste oder Angebote im Gesundheitswesen. Aber auch „gefährdete Sektoren“, und das ist die Glücksspielbranche mittlerweile, können ihr Stück vom Kuchen erhalten. Glücksspielunternehmen können zum Beispiel fällige Steuern im April komplett aussetzen. Diese würden dann erste wieder im Mai erhoben werden. Darüber hinaus können die Zahlungen für Pflicht-Versicherungen und die Sozialbeiträge kurzzeitig ausgesetzt werden. Gefährdete Konzerne, deren Lizenz in den kommenden Wochen ausgelaufen wäre, haben zudem eine Lizenzverlängerung von sechs Monaten zugesprochen bekommen. Insgesamt, so der italienische Regierungschef, solle dieses Paket aber nur der Anfang von einem groß angelegten Hilfsprogramm sein. Angewiesen sei man hier allerdings auch auf die Mithilfe anderer europäischer Nationen. Italien setzt sich für sogenannte Corona-Bonds ein, mit denen die Hilfe europaweit vereint werden soll. Bislang sind jene Bonds allerdings noch ein großes Streitthema in der Politik.

Wo bleibt der Normalbetrieb?

Wann in der Glücksspielbranche wieder in den Normalbetrieb übergegangen werden kann, ist noch nicht abzuschätzen. Insbesondere in stark betroffenen Ländern wie den USA oder Italien dürfte der Lockdown noch einige Wochen dauern. Die deutsche Glücksspielbranche hofft zumindest darauf, in den kommenden Wochen wieder Sportwetten anbieten zu können. Hier kommt alles darauf an, wann in der Fußball Bundesliga oder in anderen Sportarten wieder der Ball rollt.

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Der Beitrag wurde am 10.4.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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