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Caesars verlangt von Versicherungen Milliardenbeträge

Die Coronapandemie und die damit verbundenen Lockdowns setzen den Casinos weltweit erheblich zu. Die meisten müssen hohe Umsatzeinbußen verbuchen, während einige bereits ihre Betriebe zum Teil schlossen. Die finanziellen Verluste versuchen die Casinos nun auf kreative Weise zu minimieren: Während in Deutschland teilweise die Corona-Hilfe beantragt wird, verklagen in den USA die Casinos ihre Versicherungen. Zuletzt verklagte Caesars seine Versicherungen auf mehrere Milliarden Euro.

Ein Einkaufszentrum im Caesars Palace.

Caesars hat im letzten Jahr einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar generiert. Deshalb verklagt der Konzern seine Versicherungen auf 2 Milliarden Dollar. (©️Michelleraponi/Pixabay)

Caesars verlangt zwei Milliarden Dollar

Caesars betreibt in den USA 50 Casinos und erlitt im letzten Jahr einen Verlust von knapp 1,8 Milliarden Euro. Selbstverständlich sind solche Unternehmen über mehrere Versicherungen abgesichert. Caesars besitzt sogar sogenannte All-risk-Versicherungen, die im Grunde genommen alle Risiken einschließen. Zum Vertragsabschluss jedoch war noch kein Corona-Virus bekannt, der zur aktuell bekannten Situation führen könnte. Und genau dies nehmen die Versicherungsgesellschaften zum Anlass, keine Zahlungen zu tätigen.

Aufgrund dieser Weigerung hat Caesars eine Klage bei einem Bezirksgericht in Clark County eingereicht. Die gewünschte Summe muss nicht von einem Versicherer übernommen werden. Caesars hat mehrere Versicherungen, zu denen unter anderem auch die Allianz gehört. Auch diese weigert sich, Zahlungen vorzunehmen, und zwar aus folgendem Grund:

Caesars muss detailliert nachweisen können, dass und in welcher Höhe überhaupt ein Schaden entstanden ist. Natürlich bestreitet im Grunde genommen niemand, dass die Casinos aufgrund der Lockdowns keinen Umsatz mehr erzielten. Die Versicherungen berufen sich jedoch darauf, dass man bei einem Schaden durch Feuer oder Sturm die Höhe des Schadens exakt beziffern könnte. Bei einem Ausfall aufgrund einer Betriebsschließung wäre das nicht so einfach.

Bundesstaat Washington möchte neues Gesetz zugunsten der Casinos erlassen

Caesars ist zwar nicht das einzige Casinos, das seine Versicherungen auffordert, den finanziellen Schaden zu übernehmen. Bislang durften sich die Versicherungen freuen, da die Gerichte zu 80 Prozent auf der Seite der Versicherungsgesellschaften standen. Dies könnte sich in Zukunft ändern, da der Bundesstaat Washington ein neues Gesetz plant. Mit diesem Gesetz soll den Unternehmen geholfen werden, die finanziellen Verluste zu bewältigen.

So sollen die Versicherungen nachträglich verpflichtet werden, Schäden aufgrund der Coronapandemie zu übernehmen. Eine Klausel bezüglich Corona soll in die Verträge aufgenommen werden, und zwar ebenfalls rückwirkend. In diesem Fall müssten die Versicherungsgesellschaften die Forderungen der Casinos übernehmen. Zudem hätten die Casinos das Recht, ihre Ansprüche ein Jahr länger geltend zu machen. Das größte Problem, mit dem sich die Versicherungen konfrontiert fühlen, ist: Höchstwahrscheinlich werden andere Bundesländer nachziehen und ebenfalls die Gesetze ändern. In diesem Fall würden die Versicherungen einen erheblichen Schaden erleiden.

Schließlich steht der geforderte Betrag nicht im Verhältnis zu den gezahlten Policen. Caesars hat zum Beispiel eine Versicherungssumme von 25 Millionen Euro bezahlt, fordert jedoch 2 Milliarden Euro. Verhalten sich in Zukunft andere Versicherungen ähnlich, hätten diese ein finanzielles Problem.

Allianz wurde auch in Deutschland verklagt

Das Versicherungsunternehmen Allianz muss auch in Deutschland gegen Klagen kämpfen. Betroffen sind Betriebsschließungsversicherungen (BSV). Diese Versicherungen treten ein, wenn ein Betrieb aufgrund bestimmter Umstände schließen muss. Regelmäßig zählen zu diesen Umständen:

  • Brand
  • Wasserschaden
  • Innerbetriebliche Infekte

So wäre es kein Problem, wenn zum Beispiel ein Restaurant oder eine Bäckerei schließen muss, weil Salmonellen gefunden wurden. Die Versicherung würde auch zahlen, wenn in einer Arztpraxis oder einer Pflegeeinrichtung ein resistenter Keim austritt. Wichtig ist, dass diese Keime im Infektionsschutzgesetz aufgelistet wurden. Exakt diese Situation verwenden die Versicherungsgesellschaften, um die Forderungen ihrer Kunden nicht zu erfüllen: Zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse gab es das grassierende Coronavirus nicht, weshalb er auch nicht im Infektionsschutzgesetz gelistet ist.

Die Versicherungsunternehmen hingegen berufen sich darauf, dass sie auf amtliche Anweisung schließen mussten. Diese Anordnung alleine reicht jedoch nicht aus. Abgesehen davon, dass die Anweisung aufgrund des Infektionsschutzgesetzes geschah, muss der betroffene Keim oder Virus auch in den Versicherungsbedingungen gelistet werden. Caesars hat sogenannte All-risk-Versicherungen abgeschlossen, die alles abdecken. Trotzdem weigert sich unter anderem die Allianz, Zahlungen zu leisten. In Deutschland wurde die Allianz ebenfalls verklagt und könnte zu Zahlungen verpflichtet werden.

Casinos in Deutschland könnten gute Chancen haben

Während Caesars auf ein Urteil wartet und darauf hofft, dass das geplante Gesetz auch in anderen Bundesländern verabschiedet wird, könnten Casinos in Deutschland höhere Chancen besitzen. So gab es vom LG Düsseldorf ein Urteil, nachdem ein Barbesitzer knapp 800.000 Euro zugesprochen bekam. Auf dieses Urteil könnten sich auch ortsansässige Casinos und Spielhallen berufen. Häufig entscheiden Gerichte ähnlich und ein Urteil kann durchaus als Referenz verwendet werden.

Womöglich können sich die Casinos darauf berufen, dass sie ihre Spiele nicht online anbieten dürfen. Wäre das möglich, könnte sich der Verlust verringern. Restaurants haben immerhin die Möglichkeit, ihre Gerichte zum Abholen anzubieten. Auf Bars trifft dies ebenfalls nicht zu. Deshalb könnte es sein, dass der oben erwähnte Barbesitzer besagtes Glück hatte.

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Der Beitrag wurde am 5.4.2021 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , , veröffentlicht.
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