Startseite
Startseite > Magazin > China: Mit Drohnen gegen illegales Spiel

China: Mit Drohnen gegen illegales Spiel

China ist rund um das Glücksspiel vor allem durch seine Sonderzone Macau bekannt. Hier floriert das Glücksspiel schon seit vielen Jahren und die relativ kleine Region konnte sich so auch im internationalen Standing einen Ruf als Las Vegas Asiens erarbeiten. Allerdings: Außerhalb der Sonderzone gehen die Chinesen streng gegen das Glücksspiel vor. Es drohen Haftstrafen sowohl für Ausrichter als auch für die Spieler. Und um die illegalen Glücksspielhöllen noch besser ausfindig machen zu können, greifen die chinesischen Sicherheitsbehörden jetzt auf Unterstützung aus der Luft zurück.

/wp-content/uploads/2019/04/drohnen.jpg

Mit Drohnen geht die chinesische Regierung gegen illegale Glücksspiele vor. Die finden oft in der Wildnis statt und sind für Einsatzkräfte andernfalls nur schwer zu entdecken.

Verstärker Kampf gegen illegales Glücksspiel

Chinesen sind äußerst spielfreudig und nicht wenige Chinesen haben sogar ein großes Problem mit ihrem Spielverhalten. Gespielt werden darf im asiatischen Land allerdings ausschließlich in der Sonderzone Macau. Außerhalb dieser Region ist das Glücksspiel streng verboten und wird von der Regierung mit harten Strafen belegt. So drohen den Veranstaltern bei einem Prozess bis zu zehn Jahre Haft, die Spieler können für bis zu fünf Jahre weggesperrt werden. Gründe genug also eigentlich, um sich als Veranstalter oder Spieler aus diesem Geschäft zurückzuhalten. Andererseits können es sich nicht viele Chinesen leisten, regelmäßig zum Spielen nach Macau zu fliegen – und so floriert das illegale Glücksspiel auch dort, wo es eigentlich nicht vorhanden sein dürfte.

Die Polizei hat das Problem bereits vor geraumer Zeit erkannt und kämpft im Prinzip schon seit Jahrzehnten gegen die illegalen Aktivitäten. Allerdings hat man sich bei den Behörden jetzt für ein Umdenken entschieden. Während die Überwachung bisher überwiegend von Einsatzkräften durchgeführt wurde, werden hierfür künftig Drohnen eingesetzt. Das hat wiederum damit zu tun, dass auch die Veranstalter der illegalen Glücksspiele ihre Strategie geändert haben.

Illegale Casinos in der Wildnis

Während die illegalen Glücksspiele vor einigen Jahren noch im Verborgenen der Großstädte ausgerichtet wurde, sind die Veranstalter mittlerweile auf mobile Casinos umgestiegen. Diese lassen sich schnell auf- und abbauen und sind somit ideal, um regelmäßig seinen Standort zu wechseln. Immer wieder berichten die Behörden so von mobilen Casinos in der Wildnis, wo sich mitten im Nichts auf einmal zahlreiche Personen treffen. Diese aufzuspüren ist für die Einsatzkräfte mit Fahrzeugen oftmals unmöglich, da sie auf diesem Wege auch viel zu früh von den Kriminellen entdeckt werden könnten. Die Drohnen sind dabei eine logische Alternative, mit der die illegalen Lager auch in der tiefsten Wildnis der chinesischen Provinzen entdecken werden können.

So berichtete die große chinesische Zeitung Renmin Ribao gerade erst von einem Fall, in dem 35 Personen in einer Razzia verhaftet werden konnten. Diese hatten einer abgelegenen Region der Provinz Anhui Glücksspiele veranstaltet und dort so regelmäßig zahlreiche Menschen versammelt. Beim Zugriff versuchten zahlreiche Verdächtige noch in den Wald zu fliehen – auch hierbei kam den Beamten allerdings die Arbeit der Drohnen zu Gute. Einen ähnlichen Fall gab es vor wenigen Monaten in der Provinz Guangxi. Hier verhafteten die Behörden mehr als 30 Personen, nachdem ein illegaler Glücksspielring mit Hilfe von Drohnen in einem Wohnkomplex aufgespürt werden konnte.

In Macau läuft alles wie gewohnt

Obwohl das illegale Glücksspiel in China noch immer ein großes Problem für die Behörden und die heimische Wirtschaft darstellt, kann sich auch die Sonderzone Macau nicht über schlechte Geschäfte beklagen. Ganz im Gegenteil: Jüngst fand das chinesische Neujahrsfest statt, an welchem die Chinesen eine Woche Urlaub haben. Viele Chinesen nutzen diese Zeit für eine Reise nach Macau, wo hier dann für mehrere Tage das Spielglück auf die Probe gestellt wird. Das lässt sich auch in den Besucherzahlen der Sonderzone erkennen, denn die stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel an. Kurioserweise ist der Aufschwung bei den Besucherzahlen allerdings traditionell nicht zwingend auch mit einem höheren Umsatz für die Casinos verbunden. Die meisten Touristen in dieser Zeit sind Gelegenheitsspieler, die lediglich mit kleinen Einsätzen spielen. Die wirklich großen Gewinne werden in Macau allerdings mit den Highrollern gemacht. Also den Spielern, die beträchtliche Summen an den Spieltischen oder Automaten einsetzen. Um die Sicherheit während des Festes in Macau sicherstellen zu können, setzte die Polizei übrigens auch dort ihre Drohnen ein.

Trotz der intensivierten Bemühungen der Polizei wird das Problem des illegalen Glücksspiels in China wohl noch mehrere Jahre Bestand haben. Ein Grund hierfür ist der generelle Hang der Chinesen zum Spiel, der sich nicht selten in ein problematisches Spielverhalten umwandelt. Wie wichtig die Arbeit der Polizei in diesem Bereich ist, zeigt die Anzahl der Verhaftungen in den letzten Wochen. Allein in der Metropole Hong Kong gab es im März ganze 267 Verhaftungen wegen illegalen Glücksspiels. Zudem verändern die Glücksspielringe offenbar immer häufiger ihre Taktik. Neben den mobilen Casinos werden auch digitale Spielmöglichkeiten angeboten. So wurde jüngst ein Glücksspielring zerschlagen, bei dem mehr als 15 Verdächtige über längere Zeit hinweg illegale Pokerrunden online angeboten haben. Verdient haben sollen die Kriminellen damit in diesem Fall mehr als 13 Millionen Euro bzw. mehr als 100 Millionen Yuan.

5.0
Bewerte diesen Inhalt:
1 vote
Der Beitrag wurde am 12.4.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
Folge Uns:---