Startseite
Startseite > Magazin > Crown Resorts: Konzern in Erklärungsnot

Crown Resorts: Konzern in Erklärungsnot

Die Crown Resorts sind eines der größten Glücksspielunternehmen in Australien und betreiben im Land zahlreiche Casinos. Eines der größten Casinos steht in der Metropole Melbourne. Und genau dieses Casino steht in „Down-Under“ derzeit massiv im Fokus. Der Grund hierfür sind Enthüllungen von mehreren großen Medienhäuser, die den Crown Resorts massive Verstöße gegen das Gesetz vorwerfen. So geht es unter anderem um Geldwäsche oder die Zusammenarbeit mit illegalen Unternehmen und sogar den Triaden aus China. Auch die Behörden spielen in diesem Schachspiel laut den Zeitungen eine gewisse Rolle. Es droht ein handfester Skandal.

Die australische Stadt Melbourne in der Nacht.

Das Crown Casino in Melbourne sieht sich derzeit schweren Vorwürfen gegenübergestellt. Der Konzern hat in einer Stellungnahme aber bereits reagiert. (©Pixabay)

Medien schießen darf gegen Casino-Giganten

Im australischen Winter ist es derzeit besonders für die Crown Resorts in ihrer Heimat Melbourne ziemlich frostig. Das Unternehmen sieht sich derzeit harten Vorwürfen gegenübergestellt, die von gleich mehreren Medien des Landes erhoben werden. Diese beziehen sich laut eigenen Aussagen auf eine mehrmonatige Recherche und haben gleich mehrere Gesetzesverstöße in ganz verschiedenen Richtungen beim Anbieter offenlegen können. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den sogenannten Junket Operators rückt dabei in den Fokus. Diese Unternehmen dienen dazu, Spieler gegen eine Provision in die Spielbanken zu lotsen. In der Regel sind die Junket Operator vor allem in Macau aktiv, damit die Highroller mit großer Geldbörse zuverlässig den Weg in die Casinos finden. In der chinesischen Sonderverwaltungszone sind sowohl das Glücksspiel als auch die Arbeit der Junket Operators legal. Ebenso in Australien.

Allerdings sollen sich die Crown Resorts mit den Junket Operators in Macau allein nicht zufriedengegeben haben. Wie die Zeitungen berichteten, wurden insbesondere in China diese Unternehmen dazu genutzt, um vermögende chinesische Spieler ins Crown Casino nach Melbourne zu lotsen. Ehemalige Mitarbeiter bestätigen laut den Zeitungen, dass die reichen Chinesen teilweise innerhalb weniger Minuten mehrere Millionen Dollar im Casino verloren hätten. Die Mitarbeiter waren selbst für das Unternehmen lange Zeit in China aktiv, ehe sie in der Stadt Shanghai verhaftet wurden. Aus Angst vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber wollen diese aber nicht erkannt werden.

Geldwäsche in den VIP-Räumen und Visa-Erleichterungen

Obwohl schon allein diese Vorwürfe ausreichen dürften, um rund um das Casino für einen handfesten Skandal zu sorgen, war dies laut den Berichten der Zeitungen noch lange nicht alles. Im Zusammenhang mit der Kooperation mit einigen fragwürdigen Unternehmen steht besonders die Zusammenarbeit mit einem Konzern namens „The Company“ im Fokus. Laut Zeitungsberichten soll es sich hierbei um ein Unternehmen handeln, welches offenbar bereits für seine kriminellen Machenschaften bekannt sei. Das habe das Crown Casino jedoch nicht daran gehindert, mit diesem Unternehmen zusammenzuarbeiten. Durch den Weg der Kundenwerbung soll sich „The Company“ so in die VIP-Räume des Casinos „gemogelt“ haben, wo dann wiederum Geldwäsche im großen Stil betrieben worden sein. Die Vorwürfe der Zeitung: Das Casino habe dies gewusst oder zumindest nicht genau genug geprüft. Auch das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. In den Fokus rücken in diesem Fall auch Teile der australischen Behörden. Wie die Zeitungen wissen wollen, sollen Behördenmitarbeiter Visa-Erleichterungen in Aussicht gestellt und ermöglicht haben, um eine problemlosere Einreise der chinesischen Spieler zu ermöglichen. Die Zeitung erklärt, dass das Konsulat den Prozess für die reichen chinesischen Spieler erheblich erleichtert habe und gleichzeitig so offensichtlich Kriminelle an den Sicherheitsvorkehrungen „vorbeigeschleust“ hätte.

Zunächst nur knappes Statement des Konzerns

Nach den schweren Vorwürfen fiel die Reaktion der Crown Resorts erst einmal ziemlich knapp aus. Der Besitzer und Milliardär James Packer wollte sich in einem Interview nicht äußern, ließ aber über seinen Anwalt mitteilen, dass er von den angesprochenen Aktivitäten nichts wisse. Ein Sprecher der Crown Resorts äußerte sich gegenüber der „Daily Mail Australia“ immerhin zum Vorwurf der Geldwäsche und sagte hierzu:

“Es gibt aktuell eine Sammelklage, gegen die sich Crown verteidigt. Aus diesem Grund können wir keine Kommentare zu bestimmten Inhalten abgeben. Was jedoch die Junket Operators betrifft, wird Crown sich nicht zu seinen Geschäftstätigkeiten äußern. Crown führt umfangreiche Maßnahmen gegen die Geldwäsche durch, welche zudem von der Regulierungsaufsicht AUSTRAC überwacht werden.“

Nach diesem äußerst zurückhaltenden Statement folgte wenige Tage später allerdings eine umfangreiche Stellungnahme. Hierfür wandten sich die Crown Resorts ausgerechnet an die größten Zeitungen des Landes und baten diese, eine ganzseitige Stellungnahme des Aufsichtsrats abzudrucken. Wenig überraschend stimmten nicht alle angesprochenen Zeitungen zu. Einige Verlage aber druckten die Worte des Aufsichtsrats ab.

Konzern fühlt sich unfair behandelt

Zugeständnisse oder ähnliches werden in dem Schreiben nicht gemacht. Stattdessen behauptet das Unternehmen, dass man das Opfer einer Lügenkampagne durch die Medien sei. In einer Passage schreibt der Aufsichtsrat, der die Stellungnahme übrigens auch unterschrieb:

“Als Aufsichtsrat sind wir äußerst besorgt um unsere Mitarbeiter, Aktionäre und sonstigen Stakeholder, da ein Großteil dieser unausgewogenen und populistischen Berichterstattung auf unbegründeten Anschuldigungen, Übertreibungen, nicht unterstützten Verbindungen und regelrechten Lügen basiert.“

So sei es ein unbegründeter Vorwurf, dass die Crown Resort angeblich mit illegalen Junket Operators zusammenarbeiten würden. Stattdessen seien diese alle durch die Behörden Macaus lizenziert worden und würden zudem in einem eigenen Prüfungsverfahren ebenfalls noch einmal gründlich unter die Lupe genommen werden. Auch von möglichen Vorzügen für chinesische Spielgäste distanziert sich der Konzern, ebenso wurden die Vorwürfe der Geldwäsche abgeschmettert. Der Konzern erklärt, dass man streng durch die zuständigen Behörden des Landes überwacht werde und sich demnach an alle Geldwäsche- und Anti-Terror-Richtlinien halte.

Unruhe bei Crown-Anlegern und in der Politik

Rund um diesen aktuell noch eher mittelschweren Skandal herrscht nun eine gewisse Unruhe auf verschiedenen Seiten. Enorm nervös zeigte sich die Politik, die vor allem auf den Vorwurf der Einreiseerleichterungen reagieren muss. Sollten Konsulatsmitarbeiter wirklich Spieler aus Japan bevorzugt haben, wäre das ein schwerer Verstoß gegen das australische Gesetz. Ermittlungen wurden laut den Behörden und Medien bereits eingeleitet, die Vorwürfe werden sehr ernst genommen. Äußerst ungemütlich ist die Lage derzeit aber auch bei den Anlegern der Crown-Casinos. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe haben die Papiere des Konzerns bereits mächtig eingebüßt und damit den Ärger der Aktionäre auf sich gezogen. Sollten sich die Vorwürfe im weiteren Verlauf nun auch noch als wahr herausstellen, droht ein komplettes Absacken der Aktie und noch schlimmer: Eine Klage der Aktionäre. Immerhin hätte das Unternehmen dann gegen das Gesetz verstoßen und seine Anleger zudem arglistig getäuscht. Kurz und knapp: Die nächsten Wochen und Monate könnten für die Crown Resorts richtig unangenehm werden.

Zu den besten Online Casinos
5.0
Bewerte diesen Inhalt:
1 vote
Der Beitrag wurde am 5.8.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
Folge Uns:---