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Crown Resorts: Statement zu Geldwäsche-Vorwürfen

Bei den Crown Resorts in Melbourne sind diese Tage hektisch. Der Konzern hat bereits seit einigen Wochen mit schweren Vorwürfen zu kämpfen, die von verschiedenen Medien aus Australien erhoben wurden. Darin geht es unter anderem um Geldwäsche, Visa-Erleichterungen und die Zusammenarbeit mit illegalen Unternehmen aus China bzw. Macau. Zu sämtlichen Vorwürfen hat sich der Konzern bislang äußerst bedeckt gehalten. Bis jetzt. Am vergangenen Donnerstag fand nämlich das jährliche Geschäftsmeeting des Konzerns statt. Und hier vertrat vor allem Firmenchef John Alexander eine klare Meinung.

Die Crown Towers in der Stadt Melbourne.

Die Crown Resorts haben zum ersten Mal auf die Vorwürfe der zahlreichen australischen Medien reagiert. (©pixabay)

Firmenboss wittert „Anti-Crown-Agenda“

Die Zeiten für die Crown Resorts sind derzeit schwierig. Vor einigen Wochen erhoben mehrere Medien aus Australien schwere Vorwürfe. So sollen die Crown Resorts mit Hilfe von illegalen Junket-Operators vermögende Spieler aus China in das eigene Casino gelotst haben. In diesem Zusammenhang wird dem Unternehmen zudem vorgeworfen, mit Teilen der Behörden Visa-Erleichterungen für die Spielgäste auszuhandeln. Ebenso soll es laut den Zeitungen zur Geldwäsche in den VIP-Räumlichkeiten des Casinos gekommen sein. Enorm harte Vorwürfe, auf welche die Crown Resort bislang allerdings noch nicht reagierten. Der Konzern hielt sich stark zurück, ehe jetzt in einem jährlichen Geschäftsmeeting erstmals offen von Firmenchef John Alexander über die Vorwürfe gesprochen wurde.

Allerdings: Offiziell hatte kein Medium aus Australien Zugang zu dem Treffen, wie der Nachrichtendienst „ABC“ berichtet. Dennoch sei es allerdings gelungen, einige Informationen von dem Treffen nach draußen zu bringen. So wittert Firmenchef John Alexander ganz offensichtlich eine Kampagne der Medien gegen Crown. Zitiert wird der Firmenboss von „ABC“ mit den Worten:

“Es gab einige sensationslüsterne und unbewiesene Anschuldigungen, von welchen sich viele auf Behauptungen von vor mehr als fünf Jahren beriefen. Lassen Sie mich klarstellen: Crown toleriert keinerlei illegale Aktivitäten von Angestellten oder Gästen. Crown hat auch kein Interesse daran, von Personen benutzt zu werden, die etwas Falsches tun.“

Keine Beweise und kein Grund zur Sorge für Investoren

Insgesamt also sehr angriffslustige Töne des Resorts-Chefs, der gleichzeitig noch weitere Punkte vorlegte. So erklärte Alexander vor der Belegschaft, dass keiner der Vorwürfe bisher hätte bewiesen werden können. Alexander bezeichnete das gesamte Vorgehen daher als „Anti-Crown-Kampagne“ und erklärte den Investoren, dass sich diese keine Sorgen um ihre Gelder machen müssen. Ob diese Worte die Investoren wirklich besänftigen können, steht allerdings in den Sternen. Erst vor wenigen Tagen haben neue Video-Aufnahmen die Runde gemacht und den Druck auf die Resorts noch einmal deutlich erhöht.

So sollen die Aufnahmen, die von den australischen Medien erst Mitte des Monats veröffentlich wurden, offenbar Geldwäsche-Aktivitäten innerhalb des Crown Casinos zeigen. Zu sehen ist darauf, wie offensichtlich strong>mehrere Millionen australischer Dollar in Chips umgewandelt werden – allerdings ohne eine eigentlich notwendige Dokumentation des Wechselvorgangs. Zu diesen neuen Vorwürfen und Beweisen hat sich Crown allerdings noch nicht geäußert.

Folgen der Vorwürfe bereits spürbar?

Wie die australischen Medien ebenfalls wissen wollen, scheinen sich die Vorwürfe bereits direkt auf das operative Geschäft auszuwirken. So ergaben Untersuchungen offenbar, dass die Profite im Bereich der Highroller schon um 46 Prozent gefallen sein. Ärgerlich für das Casino, schließlich wird genau mit diesen Gästen der meiste Profit gemacht. Worin die Ursache für das Ausbleiben der Einsätze liegt, kann allerdings nur vermutet werden. Kritiker vermuten, dass es sich hierbei um eine Art „Denkzettel“ der australischen Spieler handelt, welche dem Unternehmen somit offenbar zeigen wollen, dass unfaires Spiel gar nicht gut ankommt. Weitaus realistischer scheint allerdings die Annahme, dass dieser Rückgang mit einer beendeten Partnerschaft mit einem Junket Operator ist.

Konkret geht es hierbei um den Operator Suncity, dem wiederum vorgeworfen wird, Spieler nicht nur in Macau, sondern eben auch in China für das Casino geworben zu haben. In China sind diese Tätigkeiten allerdings illegal. Im August wurde deshalb von Seiten der Crown Resorts die Partnerschaft beendet – und prompt bleiben die Profite aus.

Verkauf steht auf der Kippe

Druck gibt es für das Unternehmen aber auch noch von einer ganz anderen Stelle aus. Eigentlich sollte nämlich ein Teil-Verkauf von rund 20 Prozent der Crown-Anteile angestrebt werden. Ein Interessent wurde bereits gefunden: Der asiatische Casino-Mogul Lawrence Ho aus Hong Kong. Dieser erklärte sich bereit, ein Fünftel der Crown-Aktien für einen Preis von rund 1,08 Milliarden Euro (1,76 Mrd. AUD) zu erwerben. Eigentlich schien der Deal auch bereits in trockenen Tüchern, jetzt allerdings blockieren die Ermittlungen der Behörden die weiteren Schritte. So untersucht etwa die Glücksspielbehörde von New South Wales schon seit einiger Zeit, ob der Verkauf möglicherweise gegen die Lizenzvereinbarungen verstößt. Sollte dem so sein, würden die Behörden den Verkauf vollends blockieren.

Ho hat laut australischen Medienberichten daher auch erst einen Teil der geforderten Kaufsumme bezahlen können. Weniger als die Hälfte der Gesamtsumme sei dabei geflossen, der andere Teil hätte bereits überwiesen werden sollen. Auch im September war dies aber aufgrund der Prüfprozesse der Behörden noch nicht möglich. Und dann wären da ja auch noch die ebenfalls harten Vorwürfe rund um die möglichen Visa-Erleichterungen für asiatische Highroller. Hier hat die Australian Commission for Law Enforcement Integrity die Ermittlungen übernommen. Ermittelt wird in diesem Zusammenhang nicht nur gegen den Glücksspielriesen, sondern auch gegen etliche Mitarbeiter der Behörden. Im Fokus steht dabei die Frage, ob es möglicherweise zu Bestechungszahlungen vom Crown Casino an die Behördenmitarbeiter gekommen sei, damit diese bei den Visa für die chinesischen Spieler nicht so ganz genau hinsehen. Für die Crown Resorts stehen derzeit also vielleicht die wichtigsten Tage der letzten Jahre bevor. Sollten die Ermittlungen tatsächlich Beweise für Gesetzesverstöße liefern, dürfte die Luft auch aufgrund der schwere der Vorwürfe für den Glücksspielriesen enorm eng werden. Schon jetzt gilt das Image der Crown Resorts, zumindest in Melbourne, als angekratzt. Es wird interessant zu sehen sein, wie der Glücksspielriese möglichst schadlos aus dieser Nummer herauskommen möchte.

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Der Beitrag wurde am 29.10.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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