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Dänemark: Spieler müssen sich Limits setzen

Der dänische Online-Glücksspielmarkt boomt bereits seit vielen Jahren und ist ein Vorbild für viele andere europäische Märkte in diesem Bereich. Die Behörden des Landes regulieren allerdings auch streng und greifen immer wieder mit neuen Maßnahmen in das operative Geschäft ein. So auch im März, wo ein neues Gesetz zum Verhalten der Glücksspielunternehmen gegenüber der Spieler verabschiedet wurde. Als direkte Reaktion darauf hat die iGaming-Tochter der dänischen Nationalloterie nun verbindliche Einsatzlimits für seine Spieler festgelegt, bzw. drängt diese dazu, regelmäßig Limits festzulegen. Bereits in den kommenden Wochen dürften weitere Anbieter folgen.

Die Stadt Kopenhagen aus der Luft.

In Kopenhagen und anderen dänischen Städten ist das Online-Glücksspiel seit vielen Jahren erlaubt. Allerdings greifen die Behörden, wie jetzt auch, immer wieder regulierend ein. (©Pixabay)

Mehr Engagement beim Spielerschutz gefordert

Der dänische Glücksspielmarkt funktioniert seit Jahren nahezu reibungslos. Auch deshalb, weil die Behörden des Landes stetig mit der Zeit gehen und dies auch von den Anbietern auf dem Markt erarbeiten. Erst im März wurde daher ein neuer Verhaltenskodex für die Glücksspielbranche verabschiedet, mit welchem die Unternehmen künftig noch stärker in die Pflicht genommen werden. Der Spielerschutz ist das zentrale Thema und die Anbieter sollen laut Gesetz alles dafür tun, um den Spielern in ihrem Casino einen maximalen Schutz zu gewährleisten.

Hierzu gehören zum Beispiel sogenannte Reality-Checks, mit denen die Identität der Spieler überprüft wird. Gleichzeitig gehören zum neuen Verhaltenskodex aber auch verbindliche Limits, die für und von den Spielern in regelmäßigen Abständen festgelegt werden sollen.

Als erster Anbieter auf dem Markt setzt der Glücksspielkonzern Danske Licens Spil nun diese Vorgaben in der Praxis um. Konkret bedeutet das, dass die Kunden hier in regelmäßigen Abständen dazu aufgefordert werden, Limits für die Einzahlungen oder Einsätze beim Anbieter festzulegen – verpflichtend. Sollten die Spieler dieser Forderung nicht nachkommen, werden die Spielerkonten gesperrt. Laut Anbieter ist die Sperre dann so lange aktiv, bis entsprechende Limits für das jeweilige Konto festgesetzt wurden. Der Grund für diesen drastischen Schritt liegt laut dem Glücksspielkonzern darin begründet, dass vergleichbare freiwillige Angebote in den vergangenen Jahren nur wenig Anklang fanden. Durch den Zwang sollen die Spieler jetzt besser geschützt werden.

Anbieter ist vom Selbstschutz überzeugt

Obwohl die Einsatzlimits nicht bei allen Spielern auf Gegenliebe stoßen dürften, ist der Glücksspielkonzern selber von seiner Entscheidung überzeugt. So erklärte Niels Erik Folmann als Geschäftsführer des Konzerns:

“Wir wissen, dass die Einzahlungslimits ein Mittel für die Kunden sind, welches ihnen hilft, ihr Verhalten besser zu kontrollieren. Wir wollen, dass unsere Kunden mit Sorgfalt spielen und wollen ihnen dabei behilflich sein, das eigene Spielverhalten bewerten zu können. Wir hoffen, dass unsere Kunden die Möglichkeit, sich über ihr Konsumverhalten auf dem Laufenden zu halten, in Anspruch nehmen werden.“

Wie Folmann erklärt, sei die Einführung natürlich das Resultat der Gesetzesverschärfung, gleichzeitig aber auch das Ergebnis zahlreicher Studien. Diese hätten ergeben, dass Spieler vor allem große Schwierigkeiten dabei hätten, die eigenen Gewohnheiten zu verfolgen und zu verändern. Unbewusste könnte es so also vorkommen, dass deutlich größere Summe eingezahlt werden als eigentlich gedacht. Folmann ergänzt zudem, dass man abgesehen von den Zahlungslimits noch weitere Änderungen einführen wolle:

“Die obligatorischen Einzahlungs- und Popup-Meldungen werden unsere allgemeinen Bemühungen im Bereich der Spielsuchtprävention ergänzen. Hierzu gehören beispielsweise auch präventive Anrufe, wenn Anzeichen für ein auffälliges und problematisches Spielverhalten zu erkennen sind. Dies ist Teil unserer Verantwortung als staatliches dänisches Glücksspielunternehmen. Wir sind gespannt darauf, wie unsere Kunden auf die neuen Serviceangebote reagieren.“

Vorbild Dänemark

Die neuen regulatorischen Einschnitte aus dem März zeigen, wie sehr die Dänen auf einen geordneten und spielerfreundlichen Markt aus sind. In dieser Hinsicht kann das Angebot auf dem skandinavischen Markt problemlos als eines der Aushängeschilder in Europa bezeichnet werden. Schon seit mehr als zehn Jahren ist der Online-Markt in Dänemark privaten Unternehmen und staatlichen Anbietern gleichermaßen zugänglich. Diese können sich für eine Lizenz bewerben und erhalten diese nach einer erfolgreichen Prüfung des Angebots und des Hintergrunds.

Während sich viele andere Nationen bei der Gestaltung eines Online-Glücksspielgesetzes enorm schwer tun, sind die Dänen hier also mehr als nur einen Schritt weiter. Wie schon erwähnt, liegt dies auch daran, dass die Behörden des Landes mit ihren Gesetzesreformen immer auf die aktuellen Entwicklungen und Trends reagieren. Bevor nun also möglicherweise in Zukunft vermehrt mit Problemspielern zu kämpfen sein wird, wird bereits im Vorfeld durch die verbindlichen Limits eingegriffen. Eine Kontrolle, ob diese Limits umgesetzt werden, gibt es bislang allerdings noch nicht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Kontrollen in den kommenden Monaten folgen dürften. Wie Folmann erklärt, gäbe es schon jetzt keinen Grund für die Unternehmen, mit der Einführung der Limits zu warten.

Stationäres Angebot im Rückspiegel

Dass sich ein freier Markt und strenge regulatorische Vorgaben in der Tat nicht im Weg stehen, zeigen die Dänen ziemlich eindrucksvoll bei einem Blick auf die Entwicklung der Online-Glücksspielbranche. 2018 feierte diese ein richtig erfolgreiches Jahr und konnte im Vergleich zum Jahr 2017 um mehr als fünf Prozent höhere Umsätze bejubeln.

In harten Zahlen stiegen diese somit um mehr als 1,1 Milliarden Euro. Bereits seit mehreren Jahren gilt die Online-Branche als Zugpferd der Glücksspielbranche in Dänemark, während der stationäre Markt immer weiter in den Rückspiegel gerät. Vor allem die Spielautomaten und klassischen Casinos im stationären Geschäft haben mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, da die spielfreudigen Dänen lieber von zuhause aus am Glücksspiel teilnehmen.

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Der Beitrag wurde am 18.7.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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