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Die Casinos der WestSpiel-Gruppe

Die Anbieter im Internet operieren mit ihren offiziellen Lizenzen staatlicher Regulierungsbehörden aus anderen EU-Staaten wie z.B. Malta.  In Schleswig-Holstein ist das Spiel auch bei privaten Anbietern möglich, Hessen ist diesem Gedanken zumindest offen gegenüber gestellt. Nordrhein-Westfalen wiederum zählt derzeit zu den Bundesländern, in denen noch über den künftigen Umgang mit dem Glücksspiel entschieden wird. Und das hat einen ganz bestimmten Grund: Die Casinos der WestSpiel-Gruppe.

Spielautomaten in der Spielhalle.

Spielautomaten in der Spielhalle.

Schon seit mehreren Jahren befinden sich diese über die NRW-Bank in der Hand des Bundeslandes. Während jahrelang gute Zahlen erwirtschaftet wurden, ist der Gewinn in den letzten Jahren in den meisten Fällen deutlich eingebrochen. Die Folge war eine lange Diskussion der Politik in NRW, wie nun künftig mit den Spielbanken verfahren werden sollte. Das Ergebnis: Das Land möchte sich von den Spielbanken gerne trennen, gleichzeitig aber weiter die Gelder für die Wohlfahrtsvereine kassieren, die jährlich von den Betrieben ausgeschüttet werden – im Schnitt immerhin rund 40 Millionen Euro. Genau da liegt allerdings ein großes Problem: Denn wer würde schon gerne Spielbanken übernehmen, die jedes Jahr einen Haufen Geld an den Staat abliefern müssen, gleichzeitig aber rote Zahlen schreiben?

Mehr Standorte sollen Verkauf attraktiver machen

Offenbar niemand, denn wirkliche Interessenten für die WestSpiel-Casinos konnten bislang noch nicht gefunden werden. Das wiederum hat das Bundesland zum Umdenken bewegt. Um den Verkauf ein bisschen attraktiver zu gestalten, darf sich der neue Eigentümer wohl über satte Zuwendungen freuen, für die das Glücksspielgesetz des Landes aus den Angeln gehoben werden soll. Geplant ist, die Anzahl der Dependancen von bisher vier auf 16 Standorte zu erhöhen. Darüber hinaus ist bereits schon seit längerer Zeit eine fünfte Spielbank im Stadtteil Köln-Deutz in Planung. Wie es hier mit im Falle eines Verkaufs weitergehen würde, ist allerdings noch vollkommen offen. Rückmeldungen auf die bisher noch internen Arbeitspapiere der Politik gab es bereits. Die Gauselmann-Gruppe verkündete zumindest zaghaft so etwas wie Interesse und erklärte über einen Sprecher: „Je mehr man die Braut aufhübscht, desto interessanter wird sie.“ Das ist zwar noch kein wirklich überzeugtes ja, immerhin wurden die Schritte der Politik aber offenbar zur Kenntnis genommen.

Im besten Fall ist die Tinte 2020 trocken

Obwohl es bisher noch nicht einmal wirklich klar ist, ob der Verkauf auf diesem Wege vollzogen werden kann, wird in den Arbeitspapieren auch schon ein möglicher Termin angepeilt. Spätestens Ende 2020 soll die Tinte unter dem Kaufvertrag trocken sein, so dass das Land dann hier nichts mehr mit den Spielbanken zu tun hat. Sicherlich kein Zufall, denn 2021 läuft der Glücksspielvertrag aus. Aktuell jedenfalls ist das Land damit beschäftigt, einen sogenannten Transaktionsberater zu finden, der sich um die Abwicklung des Verkaufs kümmern soll.

Das Problem: Die Wartezeit tut den WestSpiel-Casinos nicht wirklich gut. Immerhin wollte die landeseigene Gruppe eigentlich schon 2018 mit dem Bau eines Casinos in Köln-Deutz beginnen. Zunächst gab es Probleme mit dem Baugrund, weshalb der Start verzögert wurde. Derzeit steht auf Grund der bevorstehenden Privatisierung alles still. Schlecht für die Casino-Gruppe, schließlich sollte die Spielbank künftig wieder für steigende Einnahmen sorgen. Doch daraus wird nun erst einmal nichts mehr. Geld ist dabei dringend notwendig, denn der Bruttospielertrag der WestSpiel-Casinos ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Vor gut zehn Jahren lag dieser noch bei 150 Millionen Euro, vor vier Jahren waren es schon 60 Millionen Euro weniger.

Weitreichende Änderungen notwendig

Um den Verkauf der WestSpiel-Gruppe wie geplant forcieren zu können, sind zahlreiche Änderungen im Glücksspielgesetz notwendig. Die werden in internen Arbeitspapieren auch bereits besprochen, wobei zum Beispiel bei der Festlegung der Casino-Standorte auf die Einwohnerzahl gesetzt wird. Eine Stadt wie Köln könnte mit ihren 4,5 Millionen Einwohnern dann wohlmöglich die Heimat für bis zu fünf Spielbank-Dependancen werden. Aktuell findet sich in der Rhein-Metropole gerade einmal eine einzige Spielbank. Bisher allerdings geben sich die Interessenten mürrisch. Die Gauselmann-Gruppe erklärte: „Wenn alles so bliebe wie es ist, würde keiner die Spielbanken übernehmen. Auch wir können nicht über Wasser laufen.“ Und das, obwohl die Gauselmann-Gruppe finanziell durchaus in der Lage dazu wäre, auch die klammen WestSpiel-Casinos zu übernehmen. Aber können und wollen sind bekanntlich zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Mit den neuen Zuwendungen jedoch wird das Angebot deutlich attraktiver, zumal das Bundesland offenbar auch eine Öffnung des Online-Glücksspielmarktes erwägt. Getreu dem Motto: Wenn wir schon einmal dabei sind, können wir auch gleich alle Regelungen über den Haufen werfen.

Branche würde Öffnung begrüßen

Diese Öffnung würde bedeuten, dass die staatlichen Casinos ihr Monopol verlieren würden und auch private Anbieter im Internet ihre Spiele zur Verfügung stellen könnten. Für die Spieler würde sich im Prinzip nur wenig ändern, da schon jetzt dank der staatlichen Lizenzen aus anderen EU-Ländern bei den Anbietern gespielt werden kann. Für die Unternehmen und den Staat allerdings wären die Änderungen enorm. Die Anbieter müssten sich für eine Lizenz bewerben und zahlreiche Auflagen erfüllen. Dafür dürften sie dann aber eben legal online ihre Spiele in NRW zur Verfügung stellen. Ein weiteres Pro-Argument für das Land: Die Anbieter, die bis jetzt keine Steuern zahlen, müssten dann in NRW Abgaben bezahlen. Für die immer klammen Kassen des Landes eine richtig gute Nachricht.

Wenig überraschend würde auch die Glücksspielbranche die Öffnung des Marktes für Online Casinos begrüßen. In den letzten Jahren haben sich die Konzerne vermehrt für eine Öffnung des Marktes unter kontrollierten Rahmenbedingungen ausgesprochen. Es scheint so, als würde das zumindest in NRW Früchte tragen – wenn auch sicherlich stark unterstützt durch die Not beim Verkauf der WestSpiel-Casinos.

Die besten Online Casinos im Vergleich
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Der Beitrag wurde am 23.12.2018 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , , veröffentlicht.
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