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EGBA: Online-Glücksspiel legt weiter zu

Bei der European Gambling and Betting Association (EGBA) handelt es sich um einen der bekanntesten und gleichzeitig wichtigsten Branchenverbände des Glücksspiels. Jedes Jahr untersucht die EGBA das europäische Glücksspiel und veröffentlicht im European Online Gambling Key Figures Bericht alljährlich interessante Zahlen. Auch in diesem Jahr ist Verlass auf den Verband, der in seinem neusten Bericht vor allem ein anhaltendes Wachstum in der Online-Glücksspielbranche erkennen kann.

Roulettekessel mit der 13 als Gewinnzahl.

Das stationäre Glücksspiel zum Beispiel in Spielbanken ist in Europa nach wie vor wichtig. Dennoch steigt laut EGBA nach wie vor die Beliebtheit der Online-Glücksspiele. (©GregMontani/Pixabay)

EGBA ist einer der Top-Verbände des europäischen Glücksspiels

Bei der European Gambling and Betting Association handelt es sich um einen der wichtigsten Interessenverbände in der europäischen Glücksspielindustrie. Konkret handelt es sich hierbei um einen Verband, der zahlreiche Online-Glücksspielanbieter wie die GVC Holdings, die Betsson Group oder auch die Kindred Group repräsentiert. Laut eigener Aussage decken die EGBA-Mitglieder zu rund 24 Prozent den europäischen Markt ab und betreuen nur in Europa rund 16,5 Millionen Kunden. Dementsprechend interessant ist es, wenn der Verband jedes Jahr seinen European Online Gambling Key Figures Bericht vorlegt. Auch für das Jahr 2018 wurde dieser Bericht in Zusammenarbeit mit dem Analystenhaus H2 Gambling Capital verfasst und vor wenigen Tagen veröffentlicht.

Grundsätzlich besteht laut Bericht für die gesamte Glücksspielindustrie in Europa Grund zur Freude. Die Branche hat demnach ein Gesamterlös von 95,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die treibende Kraft der Branche bleibt der stationäre Betrieb mit einem Anteil von 73,5 Milliarden Euro. Hierzu gehören zum Beispiel die Spielbanken, Wettbüros, Spielhallen oder auch Lotterien. Die restlichen 22,2 Milliarden Euro erwirtschaftete demnach die Online-Branche.

Online-Branche laut EGBA stärker als gedacht

Schon allein diese Zahl ist beeindruckend. Und das gleich in doppelter Hinsicht. 2017 etwa lag der Gesamterlös der Online-Branche noch bei 19,6 Milliarden Euro. Erwartet worden war von den Experten zwar ein Anstieg, allerdings nur auf 21,5 Milliarden Euro. Die jetzigen 22,2 Milliarden Euro bedeuten nicht nur einen Anstieg um elf Prozent im Vergleich um Vorjahr, sondern übertreffen die Erwartungen damit noch einmal deutlich um 0,7 Milliarden Euro. Der Anteil der Online-Erlöse am Gesamtmarkt liegt somit bei 23,2 Prozent. Zum Vergleich: 2017 lag dieser Wert laut damaligem EGBA-Report noch bei 20,7 Prozent.

Interessant zu beobachten ist hierbei auch die regionale Verteilung innerhalb Europas. Als stärkster Glücksspielmarkt mit einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt wird der britische Markt beziffert. Direkt dahinter folgt der deutsche Online-Markt mit einem Anteil von elf Prozent am Gesamtmarkt. Die Bundesrepublik liegt somit noch vor Frankreich mit einem Marktanteil von 8,8 Prozent, Italien mit 8,1 Prozent und Schweden mit 5,2 Prozent.

Online Casinos mit einem Drittel der Spielaktivitäten

Beschäftigt hat sich Bericht zudem damit, welche Glücksspielvarianten bei den Spielern in Europa besonders gefragt sind. Hier sind, wie bereits im Jahr 2017, weiterhin die Sportwetten ganz vorne mit dabei. Diese konnten ein Plus im Vergleich zum Vorjahr verbuchen und sicherten sich rund 42,5 Prozent aller Spieleraktivitäten. Die Online Casinos haben ebenfalls ein Plus gegenüber 2017 zu verzeichnen und dürfen sich laut EGBA über 30 Prozent der Aktivitäten freuen. Ein ganz besonderer Trend sind dabei zudem die mobilen Glücksspiele. So berichtet die EGBA, dass schon 2018 43 Prozent der Spieler für ihre Einsätze ein Smartphone oder Tablet genutzt hätten. Erwartet wird, dass dieser Anteil in den kommenden Jahren weiter steigen wird. 2022 sollen laut EGBA rund 56 Prozent aller Spieler ihre Einsätze mobil platzieren. Bedeutet auch: Dem Desktop-Spiel hätten die mobilen Angebote dann den Rang abgelaufen.

Wohl möglich hätte der Markt sogar schon jetzt deutlich besser aussehen können, wenn innerhalb Europas einheitliche Regelungen und Standards vorhanden wären. Genau das bemängelte im Rahmen der Veröffentlichung des Reports auch EGBA-Generalsekretär Maarten Haijer, der mitteilte:

“Der europäische Online-Glücksspielmarkt weist weiterhin ein starkes nachfragebedingtes Wachstum und eine Umstellung auf Mobilgeräte auf. Die zunehmende Beliebtheit verstärkt jedoch auch die Notwendigkeit eines einheitlichen und strengeren Verbraucherschutzes und von Industriestandards in allen EU-Ländern. Die derzeitige Situation abweichender und manchmal widersprüchlicher Vorschriften in den EU-Nationen schadet den Verbrauchern, den Behörden und den Betreibern gleichermaßen.“

Insgesamt ist der Blick auf den Markt aus Sicht der Online-Glücksspielanbieter dennoch denkbar erfreulich. Die positiven Entwicklungen auf dem europäischen Markt halten an, obwohl speziell in den letzten Monaten zum Beispiel starke Beschränkungen wie Werbeverbote in England oder Italien beschlossen wurden.

Stationäre Branche muss sich warm anziehen

Was für die Online-Branche ein erfreulicher Blick auf die Dinge ist, sorgt beim stationären Glücksspiel für Sorgenfalten. Die Spielbanken und Co. sind zwar noch immer für einen Großteil der Gesamterlöse zuständig, können jedoch fast dabei zusehen, wie sich die Verhältnisse immer weiter zugunsten der Online-Anbieter verschieben. Auch das bestätigen Zahlen der Analysten. Bereits 2022 soll der Online-Markt auf Gesamterlöse von 29,3 Milliarden Euro anwachsen. Danach dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die 30-Milliarden-Grenze geknackt werden kann. Auch deshalb fühlt sich die stationäre Branche in vielen Nationen unfair behandelt. In der Tat musste diese in der Vergangenheit immer wieder starke Beschränkungen in Kauf nehmen. In Deutschland etwa dürfen Spielhallen per Gesetz nur noch mit einem gewissen Mindestabstand zu anderen Spielhallen, Schulen oder Jugendeinrichtungen eröffnet werden. Darüber hinaus wurde auch die Anzahl der zulässigen Geräte in Gastronomiebetrieben beschränkt.

Die Branchenverbände der stationären Branche kritisieren daher, dass die Online-Anbieter auf deutlich bequemere Rahmenbedingungen zugreifen könnten. Die Spieler könnten mit ihren Mobilgeräten zum Beispiel problemlos direkt vor einer Schule ihre Einsätze platzieren, während Spielhallen im Umkreis aber verboten wären. Trotz aller Proteste wird die stationäre Branche, zumindest Stand jetzt, aber nicht viel daran ändern können, dass der Trend der Spieler hin zu den digitalen Glücksspielangeboten zunimmt. Immerhin wäre die Glücksspielindustrie auch längst nicht die einzige Branche, in welcher die Digitalisierung die Kontrolle übernommen hat. Dennoch wird es interessant zu sehen sein, auf welchen Wegen und mit welchen Maßnahmen die stationäre Branche ihre Stellung verteidigen möchte.

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Der Beitrag wurde am 18.12.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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