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Enforcement Report der UKGC vorgelegt

Die britische Glücksspielbehörde wurde im Jahre 2007 gegründet und kann international als eine der besten, aber auch strengsten Glücksspielbehörden bezeichnet werden. Jahr für Jahr nimmt die Behörde den Markt in Großbritannien ganz genau unter die Lupe, verfasst Berichte und analysiert die Entwicklungen. Ein solcher Bericht wurde mit dem sogenannten Enforcement Report jetzt auch wieder veröffentlicht. Thematisiert wurde in diesem besonders die Verantwortung der Branche gegenüber den Spielern und die Möglichkeiten, um den Kunden ein noch sichereres Glücksspiel zu ermöglichen.

Mehrere Spielautomaten in einem Casino.

Das Glücksspiel ist in Großbritannien eine milliardenschwere Industrie. Die Glücksspielkommission fordert in ihrem Enforcement Report, dass sich die Branche stärker mit den Kunden und deren Schutz beschäftigt. (©Pixabay)

Verantwortung wird nicht immer ernst genommen

Die Vorgaben der britischen Gesetzgebung im Bereich des Glücksspiels und insbesondere in der Verantwortung der Glücksspielunternehmen gegenüber ihren Spielern sind enorm streng. So sehen die Gesetze vor, dass die Casinos ihre Spieler kennen müssen und diese zum Beispiel bei einem auffälligen Spielverhalten mindestens auf dieses hinweisen sollten. Die Gambling Commission ist in diesem Bereich enorm bemüht und veranstaltet zum Beispiel immer wieder Seminare oder interaktive Events. Auf diesen sollen die Glücksspielunternehmen dahingehend geschult werden, auffällige Spieler zu erkennen und zu kontaktieren.

Trotz der emsigen Bemühungen der Glücksspielbehörde sind in der Vergangenheit immer wieder Glücksspielunternehmen aufgefallen, die im Bereich der Verantwortung nicht „nach den Spielregeln“ gespielt haben. Teilweise wurden gravierende Mängel aufgedeckt – und das nicht etwa nur in Einzelfällen. Die Folge: Reihenweise Glücksspielunternehmen wurden in der Vergangenheit von de britischen Glücksspielbehörde zu Millionenzahlungen verdonnert.

Casinos sollen Spieler noch besser kennenlernen

Gemehrt haben sich in der jungen Vergangenheit zum Beispiel immer wieder Berichte, dass Spieler trotz einer Selbstsperre weiterhin Einsätze in einem Casino platzieren konnten. Darüber hinaus wurden diese Spieler von den Anbietern oftmals sogar noch zum Spielen animiert, indem zum Beispiel Bonusangebote oder Freispiele zugeschickt wurden. Die britische Glücksspielbehörde vermutet hinter diesem Vorgehen nicht immer böse Absicht, sondern schätzt eher, dass die Glücksspielunternehmen ihre Kunden einfach nicht ausreichend kennen. Und daher auch nicht richtig beurteilen könnten, wann ein Spieler für seine Verhältnisse zu viel Geld in einem Casino einzahlt. Die Behörde legt der Branche in ihrem Bericht daher nahe, sich einmal damit zu beschäftigen, wie viel Geld ein britischer Spieler nach Abzug aller Kosten im Monat noch zur Verfügung hat.

Wie das Nationale Statistikbüro in diesem Zusammenhang mitteilt, dürfte die Summe zwischen 200 und 500 Pfund liegen. Angenommen wird dabei, dass die Durchschnittseinkommen der Briten in Vollzeit bei rund 2.200 Pfund liegen. Wüssten die Anbieter dies, so die Argumentation der Behörden, könnte bei deutlich höheren Einzahlungen zum Beispiel ein problematisches Spielverhalten entdeckt werden. Was beim ersten Hinhören etwas komisch klingt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Rund zwei Millionen Briten gelten laut Schätzungen als gefährdet und weisen den Hang zu einem problematischen Spielverhalten auf. Immerhin rund 340.000 britische Spieler werden den Schätzungen zufolge als Spielsüchtig bezeichnet. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Anzahl bei weniger als 200.000 Menschen.

Das empfindliche Thema der Geldwäsche

Thematisiert wird im Enforcement Report also vor allem der Spielerschutz und die Verantwortung der Anbieter gegenüber ihren Kunden. Gleichzeitig beschäftigt sich der Report aber auch mit den Schutzmöglichkeiten der Branche. Insbesondere das Thema Geldwäsche ist hier weiterhin ein heißes Thema, mit dem die Casinos seit mehreren Jahren zu tun haben. Das große Problem: Es wird befürchtet, dass mit Hilfe der Geldwäsche zum Beispiel terroristische Aktivitäten unterstützt werden. Das Problem wäre damit also weitaus größer, als es sich auf den ersten Blick vielleicht erahnen lässt. Insbesondere in diesem Bereich arbeitet die Gambling Commission daher stark an neuen Ermittlungs- und Aufklärungsmöglichkeiten.

Gemeinsam mit der National Crime Agency wurde zum Beispiel eine Video-Reihe inszeniert, welche die Glücksspielanbieter im Bereich der Geldwäsche-Problematik noch besser schulen soll. Den Unternehmen soll es anschließend leichter fallen, verdächtige Spieler zu erkennen und korrekt zu reagieren. Betroffen sind hiervon natürlich nicht nur die Online Casinos, so dass die Glücksspielbehörde mit ihren Video-Reihen auch den Spielbanken des Landes in der jüngeren Vergangenheit einen Besuch abstattete. Allerdings war es in den letzten Monaten auch in diesem Bereich vor allem die Online-Branche, die durch teilweise horrenden Strafzahlungen aufgefallen ist.

Auch Anbieter ohne Lizenz mischen in Großbritannien mit

Eine weitere Problematik der Branche ist laut des Berichts der Glücksspielbehörde die Tatsache, dass auch in Großbritannien immer wieder Anbieter ohne notwendige Lizenz versuchen, auf dem Markt aktiv zu werden. Die Glücksspielbehörde geht zwar streng gegen diese vor, kann aber nicht garantieren, dass auch wirklich alle illegalen Angebote vom Markt verbannt werden können. Doch was passiert eigentlich, wenn die Behörde einen illegalen Anbieter aufgespürt hat? Dieser wird zunächst darauf hingewiesen, dass sein Angebot in Großbritannien illegal ist und er sich deshalb vom Markt zurückziehen solle. Geschieht dies nicht, werden weitere Ermittlungen eingeleitet und notfalls noch weitere Schritte ergriffen.

So kann die Glücksspielbehörde zum Beispiel mit den Internetanbietern und Zahlungsunternehmen des Landes zusammenarbeiten und diese dazu bewegen, die Zahlungen oder die Verbindung zu einem bestimmten Anbieter zu blockieren. Auf diese Art und Weise wurden allein in 2018 mehr als 30 Anbieter vom Markt vertrieben, die hier ohne offizielle Lizenz ihre Angebote zur Verfügung stellen wollten. Auch in Zukunft dürfte die Behörde weiterhin mit diesen Anbietern zu kämpfen haben. Immerhin gelten die Briten insgesamt als sehr spielfreudig und sind dafür bekannt, Jahr für Jahr starke Umsätze in den Online Casinos zu generieren – und das lockt automatisch „schwarze Schafe“ an. Wie die Glücksspielbehörde aber immer wieder betont, wolle man auch in Zukunft weiterhin strenge Kontrollen durchführen, um so gewährleisten zu können, dass nur sichere Angebote auf dem Markt angesteuert werden können und dieser weiterhin legal bleiben kann. Für die Spieler sind das hervorragende Nachrichten, denn durch die intensive Kontrolle wird ein legales und faires Spiel für die Kunden sichergestellt. Und falls dem einmal doch nicht so sein sollte, wird sich die Gambling Commission spätestens im Nachgang des Vergehens intensiv mit dem Anbieter beschäftigen.

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Der Beitrag wurde am 3.7.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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