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Football Index muss Spieler auszahlen

Im März dieses Jahrs ging völlig überraschend eine Meldung durch die Medien: Football Index hat Insolvenz angemeldet. Zwar hatte das Unternehmen mit einigen Maßnahmen versucht, dies zu verhindern. Leider führte diese Idee nicht zum Erfolg. Nun kommt ebenso überraschend eine weitere Meldung: Football Index muss teilweise Verluste erstatten.

Zwei Beine und Fußball. Im Hintergrund weitere Fußballspieler, die verschwommen sind.

Football Index muss nach der Insolvenanmeldung das vorhandene Vermögen unter den Spielern aufteilen. Es handelt sich um 4,5 Millionen Pfund. (©SeppH/Pixabay)

Football Index mit Börsencharakter

Football Index war kein typischer Buchmacher. Stattdessen konnten die Spieler Anteile an der Plattform erwerben und hatten in Zukunft das Recht, auf die Leistungen der Fußballspieler oder auf die Plattform selbst zu wetten. Somit handelte es sich bei dieser Plattform um einen Mix aus börsentypischen Handlungen und Wetten. Dass diese Idee enorm beliebt war, zeigen die eingezahlten Summen. Kurz vor der Insolvenzanmeldung tätigten die Spieler noch Einzahlungen von insgesamt 90 Millionen Pfund.

Dann plötzlich hieß es, dass das Unternehmen Verluste erlitt. Diese sollten durch die Reduzierung der Renditen ausgeglichen werden. Scheinbar hat diese Idee nicht funktioniert, da die Insolvenz bereits im vollen Gange ist. So befindet sich das Vermögen von Football Index inzwischen auf einem Treuhandkonto. Über diese Nachricht werden sich die Kunden, die entweder noch Geld eingezahlt hatten oder gar in letzter Zeit einen Verlust erlitten, sehr freuen. In diesem Zusammenhang gibt es bereits das erste Gerichtsurteil, das diejenigen aufhorchen lässt, die in letzter Zeit Verluste generierten. Mit solch einem Urteil haben die Betroffenen mit Sicherheit nicht gerechnet.

BetIndex muss 4,5 Millionen Pfund zurückzahlen

Der Skandal um Football Index führte dazu, dass sich die APPG einschaltete. APPG ist die Abkürzung von All-Party Parliamentary Group. Dieses Unternehmen ordnete eine Untersuchung an. Der Hauptvorwurf ging gegen die britische Glücksspielaufsicht. Dieser wurde vorgeworfen, Football Index nicht ausreichend kontrolliert zu haben. Die Anordnung der Untersuchung führte zu dem Ergebnis, dass die Dachgesellschaft von Football Index – BetIndex – über 4,5 Millionen Pfund an die Spieler auszahlen muss.

Doch wie kommt diese Summe zustande? Hierbei handelt es sich um den Betrag, der sich derzeit auf dem Geschäftskonto befindet. Um eine sinnvolle Verteilung durchzuführen, die zudem neutral abläuft, wurde das Geld auf ein Treuhandkonto überwiesen. Positiv für alle Betroffenen ist, dass BetInex nur eine Haftung von 3,2 Millionen Pfunden hat. Somit liegt ein Überschuss von 1,3 Millionen Pfund vor. Es gibt bereits eine Idee, wie dieses Geld verteilt wird. Es sollen zuerst diejenigen ausgezahlt werden, die noch Geld auf ihren Konten haben oder deren Wetten noch laufen.

Allerdings sollten sich die Spieler mit ihrer Freude noch zurückhalten. Sobald eine Insolvenz läuft, melden sich weitere Gläubiger an. Auch diese werden in die Verteilung des vorhandenen Vermögens einbezogen. Laut Geschäftsbedingungen der Football Index soll es jedoch so ablaufen, dass Investitionen der Spieler vor den Ansprüchen von Gläubigern gesichert wären. Anders sieht es mit puren Wetten aus. Diese fallen unter keinen Schutz, wie es auch bei anderen Glücksspielen der Fall ist. Sollten derzeit noch Wetten aktiv sein, unterliegen diese erneut einer Sonderregelung. Ob hier eine Erstattungsmöglichkeit vorliegt, wurde noch nicht geklärt.

Ermittlungen gegen UKGC

Die betroffenen Spieler halten nicht still und haben sich bereits mit einer Sammelklage an einen Anwalt gewandt. Derzeit wird noch überprüft, wie hoch die Chance ausfällt, die Verluste erstattet zu bekommen. Laut APPG hat jeder Spieler im Durchschnitt 3.000 Pfund verloren. APPG schreibt diese Tatsache zum großen Teil der UKGC zu, da diese eine Lizenz an Football Index ausgestellt hatte. Nun soll überprüft werden, ob bei der Lizenzanfrage alles korrekt ablief und ob sich die Aufsichtsbehörde ausreichend und detailliert mit dem Geschäftsmodell von Football Index auseinandergesetzt hat.

Weitere Experten haben bereits ein Problem im Bereich der Geschäftsbedingungen gefunden: Football Index konnte die angekündigten und versprochenen Dividenden nur deshalb bezahlen, weil sich immer wieder Neukunden angemeldet haben. Mit deren Investitionen war es möglich, die Bestandskunden auszuzahlen. Solch ein Vorgehen ist im Bereich der Glücksspiele völlig inakzeptabel. Solche Worte wurden zum Beispiel von Beteiligten der Clean Up Gambling-Kampagne verwendet.

Die APPG hat ferner gefordert, die Reform des Glücksspiels weiter voranzutreiben. Eine entsprechende Reform soll künftig solche Vorfälle verhindern. Interessant ist, ob der UKGC tatsächlich ein berechtigter Vorwurf gemacht werden kann.

Football Index hatte Konflikte mit der Werbeaufsicht

Die Geschäftspraxis der Football Index hatte bereits in der Vergangenheit zu Problemen mit der Werbeaufsicht geführt. Der Inhaber Adam Cole hatte zum Beispiel des Öfteren seinen Kunden nahegelegt, eine hohe Investition zu tätigen. Es sollen Worte gefallen sein, die die Kunden aufforderten, ihr Kreditlimit voll auszuschöpfen. Dies geschah mit dem Versprechen, dass sich die Rendite entsprechend erhöhen würde.

Solche Werbemittel wurden bereits in der Vergangenheit als nicht korrekt eingestuft. Konflikte mit der britischen Werbeaufsicht waren so vorprogrammiert. Ob sich die UKGC bereits bei diesen Werbemitteln hätte einschalten sollen, könnte ebenfalls ermittelt werden. Immerhin gibt die UKGC im Moment zu, dass die Dividendenstruktur von Football Index nicht tragbar wäre. Deshalb könnte die Hoffnung von BetIndex auf die Aufrechterhaltung des Betriebes ins Nichts laufen. Ob das Unternehmen in einer umstrukturierten Form weiterlaufen darf, ist ebenfalls fraglich.

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Der Beitrag wurde am 21.5.2021 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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