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GamStop: Ärger mit Casino-Webseiten

Mit der GamStop steht den Spielern in Großbritannien eine clevere Hilfe zur Verfügung, wenn sich diese eine Pause vom Glücksspiel nehmen wollen. Blöd nur, wenn die Problemspieler statt der Ausschluss-Liste Bonusangebote von Online Casinos angezeigt bekommen. Das könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Spieler vom Gedanken des Ausschlusses Abstand nehmen und stattdessen doch wieder ihr Glück im nächsten Casino herausfordern. Wenig überraschend sorgen die Anzeigen bei Spielerschützern deshalb für enorme Kritik.

Roulettespiel mit Kugel auf der 13.

In Großbritannien wurde Problemspielern auf der Suche nach dem nationalen Spielausschluss offenbar Werbung für Bonusangebote von Casinos angezeigt. (©GregMontani/Pixabay)

Kurios: Bonusangebote bei Suche nach GamStop

Bei der GamStop handelt es sich um eine für die Glücksspielbranche und ihre Spieler enorm wichtige Einrichtung. Hinter diesem Namen verbirgt sich das nationale Selbstausschluss-System des Landes. Spieler, die sich also von Glücksspielangeboten ausschießen lassen möchten, können sich hier in das System eintragen. Anschließend können die Spieler nicht mehr auf die Glücksspielangebote zugreifen, wenn die Unternehmen bzw. Anbieter am GamStop Programm teilnehmen. Auf die großen Unternehmen in Großbritannien trifft dies zu. Derzeit gibt es aber ein ganz anderes Problem. Wie ein User auf Twitter berichtete, würden den Spielern auf der Suche nach dem Selbstausschluss-System Bonusangebote für Online Casinos angezeigt werden. Und zwar bei Anbietern, die eben nicht teil des GamStop-Programms sind.

So twitterte der Nutzer, dass als Top-Ergebnis in der Suche folgender Text angezeigt worden sei: „Not on GamStop Popular Sites – Get 300 Percent Bonus“. Übersetzt wird also explizit mit Bonusangeboten von bis zu 300 Prozent geworben, die sich Spieler in den Casinos ohne Teilnahme am GamStop-Programm sichern können. Für Verbraucherschützer ist das in doppelter Hinsicht kritisch. Zum einen, weil den Spielern überhaupt Bonusangebote angezeigt werden. Zum anderen, weil diese dann auch trotz eines Eintrags in der GamStop-Datenbank genutzt werden könnten. Die Problemspieler könnten so also zu weiteren Einsätzen verleitet werden.

Ist Suchmaschinen-Riese Google schuld?

Da es sich bei den Werbeanzeigen um Anzeigen bei Google handelt, wurde in Großbritannien natürlich sofort Kritik am Suchmaschinen-Riesen laut. So würde dieser Algorithmus noch immer Anzeigen fördern, die Glücksspielangebote bereitstellen. Zusätzlich dazu wurde Google vorgeworfen, dass einige Glücksspiel-Unternehmen sogar in der Lage sein sollen, speziell die Problemspieler mit ihren Werbebotschaften ansprechen zu können. Einfach durch eine Umgehung der Schutz-Software. Ebenfalls kritisch betrachtet wird zudem, dass einige der Anzeigen auch noch vorhanden gewesen sein sollen, nachdem britische Medien den Internet-Giganten auf diese aufmerksam machten. Google selbst reagierte bereits auf die Vorwürfe und erklärte, dass alle Konten auf der AdWords-Plattform gesperrt seien und somit keine weiteren Werbemaßnahmen möglich wären.

Offenbar scheint auch die Politik nicht davon überzeugt, Google allein die Schuld in die Schuhe zu schieben. So erklärte Carolyn Harris als Abgeordnete der Labour-Partei, dass Google keinesfalls Schuld haben würde, sondern das Unternehmen selber zum Opfer der Machenschaften der Glücksspielunternehmen geworden sei.

Branche möchte sich für bessere Werbung engagieren

Eingeschaltet hat sich in die Debatte mittlerweile auch das britische Betting und Gaming Council. Hierbei handelt es sich um einen Branchenverband, der erst vor wenigen Monaten neu gegründet wurde. Vorrangiges Ziel des Verbandes ist es, in der Arbeit zwischen Glücksspielbehörden und Unternehmen besser zu vermitteln. Man möchte den Dialog intensivieren und so für eine bessere Zusammenarbeit sorgen. Hervorgegangen ist das neue Spielerschutz-Council aus zwei alten Fachverbänden. In einer Stellungnahme auf Twitter reagierte das Betting and Gaming Council nun und erklärte, dass man sich künftig auch für bessere Werberichtlinien mit den relevanten Stellen absprechen wolle. Konkret heißt es:

“In Großbritannien lizenzierte Betreiber werben nicht mit Suchbegriffen, die mit Wörtern verknüpft sind, mit denen Spieler nach Hilfsangeboten suchen. Alle nicht in Großbritannien lizenzierten oder verpartnerten Unternehmen, die Begriffe wie GamStop in ihrer Werbung verwenden, müssen gestoppt werden. Wir werden dies mit den relevanten Stellen besprechen und Suchfirmen dazu drängen, die Verbote für Suchbegriffe zu verschärfen.“

In den kommenden Tagen dürfte die Politik hier also erst einmal wieder aktiv werden und mit den entsprechenden Stellen Untersuchungen des Falls einleiten. Ob die Google-Anzeigen noch immer angezeigt werden, ist nicht bekannt. Laut Google ist dies aber schon seit mehreren Tagen nicht mehr der Fall.

Immer wieder das Thema Werbung

In der britischen Glücksspielbranche ist die Debatte um die Werbemaßnahmen der Unternehmen längst ein „alter Hut“. In den letzten Jahren ist dieses Thema nicht nur vermehrt aufgekommen, sondern sollte eigentlich bereits abgehakt sein. So wurde schon vor geraumer Zeit ein umfassendes Werbeverbot verabschiedet. Dieses untersagt den Glücksspielanbietern zum Beispiel das Werben während der Live-Übertragung von Sportarten im Fernsehen. Ebenso darf Glücksspielwerbung erst ab einer gewissen Uhrzeit ausgestrahlt werden, um den Einfluss auf Jugendliche und Kinder zu mindern. Die Branche allerdings zeigte sich immer wieder kreativ und feuerte durch ihre cleveren Werbemaßnahmen die Debatte stetig neu an.

Jüngst kritisiert wurde etwa der Glücksspielanbieter „32Red.com“. Dieser soll maßgeblich in den Transfer vom ehemaligen Nationalspieler Wayne Rooney zu einem unterklassigen Verein beteiligt gewesen sein und angeblich einen großen Teil der Ablösesumme gezahlt haben. Rooney läuft für den neuen Club mittlerweile als Spieler auf – mit der Rückennummer 32. Zahlreich Kritiker sehen hierin also vor allem einen Werbe-Schachzug des Glücksspielunternehmens, welches demnach hart kritisiert wurde. Als unmittelbare Reaktion darauf teilte der Glücksspielanbieter jüngst mit, dass man eine Anti-Spielsucht-kampagne starten wolle. Mit Wayne Rooney in der „Hauptrolle“. Ebenfalls im Visier von Kritikern und Behörden war zuletzt zudem der Glücksspielanbieter Betway. Dieser veröffentlichte auf Youtube einen vermeintlichen Unterhaltungsspot, in welchem jedoch der Markenname auf einem Trikot überdeutlich zu erkennen war. Das führte zu Ermittlungen der Behörden, die Betway hier einen Verstoß gegen die Werberichtlinien vorwarfen. Das Unternehmen widersprach diesen Vorwürfen zunächst, entfernte das Video aber anschließend von seinem Youtube-Kanal. Anhand dieser Beispiele ist also sehr gut erkennbar, wie stark die Glücksspiellandschaft von der Debatte um ein Werbeverbot betroffen ist.

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Der Beitrag wurde am 16.1.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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