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Geschäftsführerin der Casinos Austria hört auf

Erneut gibt es schlechte Nachrichten bezüglich Casinos Austria: Die aktuelle Geschäftsführerin Bettina Glatz-Kremsner möchte ihren Vertrag nächstes Jahr nicht verlängern. Somit endet ihre berufliche Tätigkeit bei Casinos Austria zum April 2022. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Spielhalle. Drei Spielautomaten stehen rechts auf der Seite und zwei Geräte stehen hinten an der Wand.

Casinos Austrias Geschäftsführerin Glatz-Kremsner möchten ihren Vertrag nicht verlängern. Dieser läuft nächstes Jahr aus, einen Nachfolger gibt es noch nicht. (©️kaisender/Pixabay)

Gründe für Glatz-Kremsners Rücktritt

Bei ihrer Verkündung, dass sie im nächsten Jahr den auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte, hat Frau Glatz-Kremsners keine detaillierte Begründung abgegeben. Sie wies lediglich darauf hin, dass sie auch früher zurücktreten würde, sofern sich ein geeigneter Nachfolger findet. Somit scheint die Begründung nicht im Unternehmen zu liegen. Sie bestätigte, dass es ihr eigener und freier Wille wäre, den Posten abzugeben.

Aufgrund der zahlreichen negativen Schlagzeilen, mit denen sich Casinos Austria in letzter Zeit konfrontiert sah, könnte der Grund doch im Unternehmen selbst liegen. Auch Glatz-Kremsner wurde bezüglich der Ibiza-Affäre befragt. So sollte geklärt werden, warum Peter Sidlo als Finanzvorstand berufen wurde. Sidlo hatte scheinbar privaten Kontakt zu Glatz-Kremsner und im späteren Verlauf auch ein gutes Verhältnis zu Strache. Beides wurde so ausgelegt, dass es sich bei der Benennung Sidlos zum Finanzvorstand um nicht legale Absprachen handeln würde. Sidlo bestreitet jedoch, dass seine Benennung einen politischen Hintergrund hatte.

Trotzdem wurde Sidlo bereits nach einem halben Jahr entlassen, und zwar am 2. Dezember 2019. Die Entlassung wollte sich Sidlo nicht gefallen lassen und verklagte Casinos Austria. Im Februar 2021 fand die Verhandlung statt, bei der er über 2 Millionen Euro Entschädigung forderte.

Könnte Personalabbau der Grund für den Austritt sein?

Fachleute vermuten, dass Glatz-Kremsner aufgrund der Kritik bezüglich des Personalabbaus ihren Posten nicht verlängert. Im Sommer 2020 wurde von den Casinos Austria beschlossen, 500 Stellen abzubauen. Mit dieser Maßnahme sollten 40 Millionen Euro eingespart werden. Natürlich ist solch eine hohe Einsparung nicht nur durch den Abbau der Stellen zu erreichen. Weitere Mitarbeiter sind betroffen, indem deren Gehälter gekürzt werden. All dies wurde beschlossen, um das Unternehmen nicht schließen zu müssen. Auf diese Weise können 1200 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Innerhalb dieser Maßnahmen ging es jedoch nicht nur darum, die Personalkosten zu senken. Es wurde auch darüber verhandelt, das Casinogeschäft von anderen Geschäftszweigen abzukoppeln. Obwohl sozusagen eine Generalüberholung des Unternehmens vorgeschlagen wurde, kritisierten die Betriebsräte den Abbau der Stellen und die Kürzung der Gehälter. Stattdessen schlugen sie vor, ältere Mitarbeiter in Altersteilzeit zu schicken.

Zudem stand Glatz-Kremsner aufgrund der von ihr präsentierten Geschäftszahlen in der Kritik. Der Stellenabbau wurde unter anderem mit den Verlusten begründet, die Casinos Austria vorrangig durch die Corona-Krise erlebte. So wurde geschätzt, dass sich der Verlust bis 2021 auf 65 Millionen Euro belaufen würden.

Geplante Änderungen des Glücksspielgesetzes könnten schuld sein

Andere Fachleute spekulieren, dass die geplanten Änderungen des Glücksspielgesetzes eine Rolle spielen könnten. So wurde bereits veröffentlicht, dass Casinos Austria womöglich alle Spielautomaten abbauen muss. Trifft dies wirklich zu, würde sich die angeschlagene finanzielle Situation weiter verschärfen.

Hinzu kommt, dass noch nicht absehbar ist, wann die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Lockdowns ein Ende nehmen. Der Großteil des Verlustes aus dem letzten Jahr hängt mit der Corona-Pandemie zusammen. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf das Hauptunternehmen. Auch andere Bereiche wie die Tochtergesellschaft Casinos Austria International musste erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Sollte dieses Unternehmen den Zuschlag für das neue Casino-Resort in Nagasaki erhalten, könnte sich zumindest deren Bilanz verbessern.

Es gibt jedoch weitere Gründe, weshalb Experten vermuten, dass Glatz-Kremsner ihren Vertrag nicht verlängert. Immerhin war sie jahrelang als Politikerin tätig und nun wird in Österreich eine eigene unabhängige Glücksspielbehörde ins Leben gerufen. Hierdurch soll die Politik komplett vom Glücksspiel abgekoppelt werden und ähnliche Vorfälle wie die Ibiza-Affäre sollen verhindert werden.

Casinos Austria Eigentümer sind mit Geschäftsführung zufrieden

Äußere Gründe scheinen nicht vorhanden zu sein. Zumindest äußert sich der Haupteigentümer von Casinos Austria positiv über die Geschäftsführung. Der Haupteigentümer ist das tschechische Unternehmen Sazka, das einen Anteil von 53 Prozent besitzt. Weitere 33 Prozent liegen in der Hand der österreichischen Holdinggesellschaft ÖBAG, die ebenfalls mit Glatz-Kremsners Arbeit zufrieden sind. Somit kann ausgeschlossen werden, dass interne Gründe die Entscheidung beeinflusst haben.

Wie Frau Glatz-Kremsner selbst zugab, ist sie mit dem Vorgehen der österreichischen Regierung nicht zufrieden. Sie könne nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet Casinos Austria die Spielautomaten abbauen und einige Filialen schließen muss. Alle Video Lottery Terminals werden ebenfalls verboten. Von diesen Terminals besitzt Casinos Austria knapp 900, die einen Wert von insgesamt 45 Millionen Euro besitzen.

Womöglich liegen die Gründe in der unsicheren Zukunft: Abbau der Spielautomaten, keine Besserung der Corona-Pandemie und weitere geplante Einschränkungen im Glücksspielgesetz. Ideen, um den Verlust etwas zu verringern, wurden von den Betriebsräten nicht angenommen. So gesehen wundert es kaum, wenn die Geschäftsführung ihren Vertrag nicht verlängert. Die wahren Gründe werden eventuell bekanntgegeben, wenn es einen Nachfolger gibt.

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Der Beitrag wurde am 9.4.2021 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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