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Global Gaming: Schlappe im Berufungsverfahren

Für den Online-Glücksspielanbieter Global Gaming geht der Ärger in Schweden weiter. Nachdem dem Konzern aufgrund von schwerwiegenden Mängeln bereits vor rund zwei Monaten die Lizenz des Landes entzogen wurde, ging das Unternehmen vor Gericht. Das oberste Verwaltungsgericht allerdings hat den Revisionsantrag des Glücksspielriesen abgelehnt – und das gleich im doppelten Sinne. Das Unternehmen plant dennoch, weitere juristische Schritte einzuleiten.

Das schwedische Parlament.

Seit das schwedische Parlament die Glücksspielbranche für private Unternehmen geöffnet hat, haben einige Unternehmen gegen die Spielregeln verstoßen. Darunter auch der Konzern Global Gaming. (©Pixabay)

Zwei Schlappen vor Verwaltungsgericht für Global Gaming

Der Ärger für das Unternehmen Global Gaming in Schweden geht in die nächste Runde. Bereits seit einigen Monaten zieht sich die Fehde zwischen Regulierungsbehörden und Unternehmen, die mit einem Lizenzentzug für den schwedischen Markt für einige Tochterunternehmen so richtig ihren Höhepunkt erreicht haben. Im Detail sind die Marken SafeEnt und Spellandet im Fokus der Behörden, die unter anderem die bekannten Ninja Casinos betrieben haben. Aufgrund von schwerwiegenden Mängeln haben die schwedischen Behörden den Unternehmen die Lizenz aber entzogen.

Das wiederum wollte Global Gaming wenig überraschend nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Im Falle von beiden Lizenzen ist das Unternehmen in Revision gegangen und wollte auf diesem Wege die Entscheidung anfechten. Allerdings verliefen die Auftritte vor Gericht für den Glücksspielanbieter denkbar schlecht: In beiden Fällen kassierte Global Gaming eine Niederlage und die Revision wurde abgeschmettert.

Weitere rechtliche Schritte werden geprüft

Mit der abgeschmetterten Revision ist Global Gaming aber ebenfalls nicht zufrieden. Besonders störend ist in den Augen des Konzerns, dass das Gericht offenbar keine Begründung für eine Ablehnung der Revision geliefert habe. Zusätzlich dazu wollen man nun weitere rechtliche Schritte prüfen und sich vor allem auch an die schwedische Glücksspielbehörde wenden, welches dem Unternehmen die Lizenzen für den Markt vor einiger Zeit erteilte. Tobias Fagerlund, der CEO von Global Gaming, erklärte gegenüber dem Fachmagazin „GamesundBusiness“:

“Obwohl wir wussten, dass unsere Chancen auf eine Unterlassung begrenzt waren, sind wir enttäuscht, dass unsere Berufung erneut abgelehnt wurde. Unser Fokus liegt jetzt auf der gerichtlichen Überprüfung der Entscheidung der Spelinspektionen. Wir vertreten die Ansicht, dass es grundlegend falsch und unverhältnismäßig war, unserem Unternehmen die Lizenz zu entziehen. Genau das wollen wir auch dem Verwaltungsgericht deutlich machen.“

Auch im operativen Geschäft scheint sich Global Gaming aber zumindest kurzzeitig recht schnell rehabilitieren zu können. Der Konzern ist eine Partnerschaft mit der Finnplay-Gruppe eingegangen, die in Schweden eine gültige Lizenz für das Land hält. Beide Konzerne zusammen wollen demnach neue Spiel-Angebote präsentieren, welche laut Fagerlund speziell für Schweden und die strengen regulatorischen Anforderungen auf dem Markt konzipiert worden sei. Als Überbrückung bis zu einem möglichen Comeback sicherlich keine ganz schlechte Lösung.

Lizenzentzug aufgrund schwerwiegender Verstöße

Sollte Global Gaming die Lizenz für den schwedischen Markt nicht zurückerhalten, kann die Aktivität grundsätzlich als recht kurzes Gastspiel bezeichnet werden. Das Unternehmen hat seine Erlaubnis erst Ende 2018 erhalten, geöffnet wurde der schwedische Glücksspielmarkt für die privaten Unternehmen dann Anfang 2019. Nach nicht einmal acht Monaten wäre das Abenteuer für den Konzern möglicherweise also beendet. Eingebrockt hat sich Global Gaming seine aktuelle Ausgangslage allerdings selbst. Der Konzern hat laut der schwedischen Glücksspielbehörde massiv gegen die Rechtsgrundlagen im Zuge des Lizenzierungsverfahrens verstoßen. Die Regulierungsbehörde Spelinspektionen teilte damals mit:

“Spelinspektionen findet es bedenklich, dass SafeEnt trotzd er außergewöhnlich hohen Einzahlungslimits der Kunden keine Maßnahmen im Zusammenhang mit der Sorgfaltspflicht ergreift. Wir müssen daher feststellen, dass SafeEnt nicht über die ausreichenden Kenntnisse im Bezug auf den Umgang mit Kunden verfügt.“

Ein herber Rückschlag für den Konzern, den die Behörden allerdings auch untermauern können. Festgestellt wurden so offenbar nicht nur Verstöße im Bereich des Spielerschutzes, sondern auch bei der Aufstellung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Ebenso bezog sich die Behörde damals auf die konkreten Fälle von zehn Spielern, mit denen aufgezeigt wurde, dass es sich nicht um einen Einzelfall handeln würde. Die Spieler waren sogenannte Highroller und verloren in zwei Fällen innerhalb von nur einer Woche zwischen 50.000 und 1,1 Millionen schwedischen Kronen. Im Zuge der Lizenzierung wird das monatliche Limit für die Spieler allerdings auf 10.000 Kronen festgelegt. Zahlen Spieler mehr ein, sind die Anbieter dazu verpflichtet, die Kunden zu kontaktieren und deren Limits zu überprüfen. Das sei allerdings nicht geschehen und habe letztendlich dafür gesorgt, dass dem Unternehmen die Lizenz für das skandinavische Land entzogen wurde.

Viele Herausforderungen für schwedische Behörden

Im Falle von Global Gaming handelt es sich um einen der wenigen Extremfälle auf dem schwedischen Glücksspielmarkt. Dennoch können die Regulierungsbehörden nicht verleugnen, dass sich seit der Öffnung der Branche zahlreiche neue Herausforderungen ergeben haben. Noch immer ist das Lizenzierungsverfahren nicht vollständig abgeschlossen, da die Masse an Bewerbungen für eine Lizenz vollkommen unterschätzt wurde. Ebenso natürlich der Aufwand, beim Bearbeiten der unterschiedlichen Lizenzanträge. Während das Geschäft für einige Unternehmen zudem erst noch zugelassen werden muss, sind andere Konzerne schon seit einigen Monaten auf dem Markt aktiv. Auch der laufende Betrieb will aber natürlich reguliert werden und so warten hier die nächsten Aufgaben auf die Behörde. Zusätzlich dazu wird in Schweden aktuell über die Werbemaßnahmen der Glücksspielbranche debattiert. Durch die Öffnung des Marktes für private Unternehmen hat natürlich auch die Konkurrenz beeindruckend stark zugelegt. Heißt: Die Unternehmen investieren immer mehr Geld in das Marketing, um aus der breiten Masse der Konkurrenz hervorstechen zu können. Die intensiven Werbemaßnahmen in TV, Radio oder Printmedien gefallen in Schweden aber nicht jedem. Und schon gar nicht den Verbraucherschützern. Diese laufen deshalb Sturm gegen die steigenden Ausgaben der Glücksspielbranche und verlangen, dass die Werbemaßnahmen künftig deutlich eingeschränkt werden. Trotz des ganzen Ärgers für die Glücksspielbehörde lohnt sich die Öffnung des Marktes finanziell gesehen für Schweden aber auf jeden Fall. Die zahlreichen Anbieter müssen horrende Steuern und Abgaben zahlen, wodurch die Staatskassen kräftig gefüllt werden. Anzunehmen ist zudem, dass die aktuell leichten Startschwierigkeiten und Organisationsprobleme innerhalb der nächsten Monate und Jahre abnehmen werden. Immerhin befindet sich der Markt noch in seinen Kinderschuhen.

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Der Beitrag wurde am 27.8.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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