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Griechenland will Glücksspielgesetz erneuern

Vor wenigen Tagen hat das griechische Ministerium für Entwicklung und Investition einen neuen Gesetzesentwurf für das Glücksspielgesetz de Landes vorgelegt. Die Branche dürfte sich freuen, denn zahlreiche Gebühren werden gesenkt. So möchte man das Land für ausländische Investoren noch attraktiver gestalten. Allerdings soll es eine etwas erhöhte Besteuerung der Unternehmen geben. Vor allem aber wichtig: Man möchte endlich Ordnung in einen Markt bringen, der bislang vornehmlich vom Chaos beherrscht wird.

Die griechische Stadt Athen.

Das griechische Ministerium für Entwicklung und Investition hat einen neuen Entwurf für das Glücksspielgesetz vorgelegt. Für die Branche bringt dies überwiegend Vorteile. (©pixabay)

Angefangen, aber nicht beendet

Auch in Griechenland hat man natürlich mit Interesse verfolgt, wie das Glücksspiel in den letzten Jahren zahlreichen Ländern wirtschaftlich zu neuem Schwung verholfen hat. Schon seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Politik daher mit einer Änderung des Glücksspielgesetzes, um den Markt für Unternehmen und ausländische Investoren attraktiver zu gestalten. Bereits die vergangene Regierung unter Alexis Tsipras hatte sich dieses auf die Agenda geschrieben und wollte eigentlich bis zum Ende des Jahres 2018 einen Abschluss vorweisen können. Geschehen ist das allerdings nicht. Seit 2011 ist der griechische Glücksspielmarkt damit so gut wie nicht reguliert – und genau das möchte das Ministerium für Entwicklung und Innovation jetzt ändern.

Vorgelegt wurde hierfür ein Entwurf für ein neues Glückspielgesetz, mit der laut Ministerium verschiedene Ziele verfolgt werden sollen. Im Fokus stehen demnach die sichere Teilnahme aller Spieler an den Spielen, ein gesunder Wettbewerb zwischen den Marktteilnehmern, die Anziehungskraft gegenüber Investoren, Erhöhung der Einnahmen durch die Lizenzierungsmaßnahmen und die Verbesserung des Spielerschutzes durch die Verlagerung von illegalen Angeboten hin zu legalen Alternativen.

Gesunkene Kosten für Lizenzverfahren

Ist ein Unternehmen an einer Glücksspiellizenz im Urlaubsland interessiert, muss dieses natürlich erst einmal verschiedene Anforderungen erfüllen. Die griechischen Behörden verlangen zum Beispiel, dass sich der Sitz des Unternehmens auch tatsächlich in Griechenland befindet. Darüber hinaus müssen die Konzerne selbstverständlich finanziell gut aufgestellt sein. Notwendig sind hier zum Beispiel Einlagen in Höhe von 200.000 Euro und eine Kaution in Höhe von 500.000 Euro. Allerdings bringt der neue Entwurf des Ministeriums mit Blick auf die finanziellen Aufwendungen für die Lizenzierung den Unternehmen auch Vorteile ein. Waren für eine Lizenzierung bisher rund vier Millionen Euro notwendig, sollen laut dem Entwurf künftig bereits drei Millionen Euro ausreichend sein. Zusätzlich dazu möchte man die Kosten für die Teilnahme am Lizenzierungsverfahren mit 10.000 Euro gering halten. Eine weitere Annehmlichkeit: Die Laufzeit der Lizenzen soll verlängert werden. Statt bisher fünf Jahre kann mit einer Lizenz dann für eine Dauer von sieben Jahren gewirtschaftet werden.

Wo die griechischen Behörden der Glücksspielbranche ein Stück entgegen kommt, gibt es auch eine kleine Kehrseite der Medaille. Zumindest aus steuerlicher Sicht. Bisher wurden die Erlöse der Unternehmen aus der Glücksspielbranche mit 35 Prozent besteuert. Zusätzlich dazu wurde anschließend die Körperschaftssteuer entrichtet. Genau hier soll es eine Änderung geben. Die Körperschaftssteuer wäre dann vor der Glücksspielsteuer zu zahlen. Dies würde dazu beitragen dass die Steuerbelastung insgesamt etwas ansteigt. Allerdings auf einem überschaubaren Niveau. Die wohl größte Änderung findet sich darüber hinaus in der Zulassung der unterschiedlichen Glücksspielarten. Waren im letzten Entwurf ausschließlich die Sportwetten ein Thema, sollen Unternehmen jetzt die Option bekommen, sowohl Sportwetten als auch Casinospiele auf ihrer Plattform anbieten zu können. Gerade für die Spieler ist dies wohl die erfreulichste Idee im neuen Entwurf.

Zeichen der Zeit erkannt?

Obwohl der griechische Glücksspielmarkt seit fast zehn Jahren nicht richtig reguliert wird, kann sich die Branche hier stetig über einen Zuwachs freuen. Insofern lässt sich sagen, dass die Regierung bzw. das Ministerium der Zeichen der Zeit offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt erkannt hat. Die griechische Zeitung Kathimerini hat sich mit den Entwicklungen in der griechischen Glücksspielbranche in den letzten Jahren detaillierter beschäftigt und hierbei einige interessante Zahlen herausgearbeitet. Insgesamt haben die Griechen demnach in den Jahren zwischen 2015 und 2018 mehr als 7,5 Milliarden Euro beim Glücksspiel eingesetzt. In den stationären Casinos ist der Trend dabei leicht rückläufig. Waren es hier 2015 noch 264,94 Millionen Euro, ist die Summe stetig auf mittlerweile 247,10 Millionen Euro abgesunken. Online wiederum ist das genaue Gegenteil erkennbar – und das sogar in noch stärkerer Form. 2015 waren es hier Umsätze in Höhe von 123,14 Millionen Euro, heute kratzt der griechische Online-Glücksspielmarkt an der 400-Millionen-Euro-Grenze. Der Vorteil für den Staat ist dadurch in den letzten Jahren mit Blick auf die Steuereinnahmen ebenfalls deutlich größer geworden. Den knapp 587 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 stehen mittlerweile 832,36 Millionen Euro gegenüber. Insgesamt wurden laut der griechischen Zeitung in den drei Jahren von 2015 bis 2018 Steuern in Höhe von fast drei Milliarden Euro gezahlt.

Verlagerung auf den legalen Markt

Speziell in den letzten beiden Jahren der Auswertung sind die Anstiege in vielen Bereichen enorm. Online etwa stiegen die Umsätze von 2017 bis 2018 um fast 40 Prozent an. Die Zeitung betont allerdings, dass man hier nicht von steigenden Spielerzahlen ausgehe oder von deutlich gestiegenen Einsätzen. Stattdessen dürfte der Grund für diese Entwicklung vor allem darin liegen, dass sich das Spielgeschehen immer stärker auf den legalen Markt verlagert. Durch das neue Glücksspielgesetz könnte diese Entwicklung jetzt noch einmal vorangetrieben werden.

Darüber hinaus sind die Entwicklungen aus finanzieller Sicht für Griechenland gleich doppelt interessant. Man treibt die eigene Wirtschaft nicht nur aktiv voran, sondern auch auf passivem Wege mit indirekter Werbung für Investitionen in dem Land. Ausländische Investoren sind nicht zuletzt aufgrund der Euro-Krise in Griechenland enorm vorsichtig mit ihren Investitionen. Die positiven Zahlen aus der Glücksspielbranche könnten diese jetzt aber wieder aus der Reserve locken. So würde Griechenland nicht nur von innerhalb finanzielle angefeuert werden, sondern könnte sich auch wieder über große Zuflüsse aus dem Ausland freuen. Bis dahin dürfte allerdings noch ein wenig Zeit vergehen. Erst einmal wird der Markt liefern müssen – vorausgesetzt, das Gesetz wird überhaupt so verabschiedet.

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Der Beitrag wurde am 17.10.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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