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Großbritannien: Casinos müssen teilweise wieder schließen

Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Großbritannien ein Ampelsystem. Anhand dieses Systems werden die Regionen bezüglich ihrer Infektionszahlen mit dem Coronavirus unterschieden. Das hierbei definierte Level entscheidet darüber, ob die Casinos in einer Gegend schließen müssen oder geöffnet bleiben.

Das Londoner Parlament von außen.

In Großbritannien müssen in einigen Regionen alle Spielstätten, Casinos und Wettbüros wegen den hohen Corona-Infektionszahlen schließen. (©derwiki/Pixabay)

Derzeit sind Nordengland und Schottland betroffen

Im Moment sind vier Gebiete von einer Schließung der Casinos betroffen: Manchester, South-Yorkshire, Merseyside und Lancashire. In diesen Gebieten liegen derart hohe Infektionszahlen vor, dass die Casinos, Spielhallen und Wettbüros schließen müssen. Zusätzlich betroffen ist die schottische Region Central Belts. In diesem Gebiet liegen die Städte Glasgow und Edinburgh.

Würden sich die vorgenannten Regionen nicht auf der dritten Stufe befinden, sondern auf der zweiten oder der ersten Stufe, dann müssten die Casinos und Spielstätten zwar ein paar Einschränkungen hinnehmen. Sie müssten aber wenigstens nicht schließen.

In diesem Zusammenhang gibt es eine weitere negative Wahrheit: Viele der jetzt betroffenen Casinos mussten bereits im Frühjahr im Zuge des ersten Lockdowns schließen. Damals führte dies zu finanziellen Schwierigkeiten, die bis heute noch nicht ausgeglichen werden konnten. Besonders hart werden die Casinos getroffen, die bereits seit zwei Wochen geschlossen sind und deren Schließung verlängert wurde. Andere Betriebe hingegen trifft die Schließung erst seit ein paar Tagen.

Enorme Verluste in vielen Bereichen erwartet

Dem britischen Glücksspielverband BGC gefällt die Schließung einzelner Casinos und Spielstätten überhaupt nicht. Der Grund liegt nicht nur darin, dass die Casinos erneut einen Verlust erleiden. Vielmehr macht sich der Verband Sorgen um die Mitarbeiter, die in einer Spielstätte vor Ort arbeiten. So arbeiten in allen Wettbüros in South-Yorkshire mehr als 1000 Mitarbeiter. In den Casinos dieser Region arbeiten knapp 300 Mitarbeiter. Wie es mit den Beschäftigungsverhältnissen weiter geht, kann noch niemand abschätzen. Auf jeden Fall hängen diese vom weiteren Infektionsgeschehen ab. Der schottische Premierminister macht jedoch derzeit kaum Hoffnung und bereitet die Bevölkerung darauf vor, dass die Zahlen weiter steigen werden.

Die gute Nachricht des Premier Ministers lautet: Es soll ein weiterer Stufenplan erarbeitet werden, dank dem die Casinos und Spielstätten wieder öffnen können, wenn auch mit Einschränkungen. Sollte das wirklich durchgeführt werden, so könnten die Spielstätten vor Ort wenigstens noch einen geringen Umsatz generieren. Eine Ausnahme bestünde darin, wenn die Sperrstunde zu weit vorgezogen wird. In diesem Fall fällt der Umsatz erneut zu gering aus, da die meisten Spieler erst spät am Abend oder gar erst in der Nacht ihr Glück versuchen.

Um auf die jetzige Situation zurückzukommen: Der Glücksspielverband BGC macht sich zugleich Sorgen um die Steuereinnahmen, die aufgrund der Schließungen ausbleiben. Einige der oben erwähnten Gebiete haben immer Steuern im mehrstelligen Millionenbereich gezahlt. Hierbei handelt es sich um die jährlichen Steuerabgaben. Hinzu kommen die Abgaben auf Pferderennen und Medienrechte, die weitere sechs Millionen Pfund betragen. Nicht vergessen werden sollten die Steuern, die von den Mitarbeitern gezahlt werden. Auch diese fallen zum Teil weg.

Glücksspielverband setzt sich ein

Der britische Glücksspielverband wandte sich an den britischen Wirtschaftsminister und forderte, dass Casinos und Spielstätten nicht schließen müssen. Schließlich gäbe es keine Beweise, dass sich die Spieler gegenseitig anstecken würden. Ein weiteres Argument des Verbandes liegt darin, dass die Geschäfte vor Ort nicht schließen müssen. Hierin wird ein bestimmter Grad an Ungerechtigkeit gesehen.

Zudem haben sich die Spielstätten vor Ort nach dem letzten Lockdown um hohe Sicherheitsmaßnahmen gekümmert. Diese Maßnahmen sollen sogar sicherer als die in den Geschäften vor Ort sein: Plexiglas-Bildschirme, Abstandsregeln und Desinfektionsmittel wurden installiert. Aus diesen Gründen kann der Verband nicht nachvollziehen, warum nur die Spielstätten schließen müssen. Zudem wäre es möglich, die Sicherheitsmaßnahmen weiter auszubauen anstatt die Lokale zu schließen.

Leider erhielten bereits beim ersten Lockdown die Casinos und Spielstätten keine staatliche Unterstützung. Mit den finanziellen Einbußen mussten die Betreiber selbst zurechtkommen. Wie viele der erneut betroffenen Casinos und Spielstätten aus diesem Grund schließen müssen, seht noch nicht fest. Es bleibt nur zu hoffen, dass es keine Insolvenzanträge geben wird. Immerhin arbeiten in allen Spielstätten mehr als 40.000 Mitarbeiter. Hinzu kommen Tausende von Mitarbeitern in den Casinos. Es wurde bisher keine Idee veröffentlicht, wie den betroffenen Betrieben aus staatlicher Sicht geholfen werden soll.

Online Casinos könnten einen Aufschwung erleben

Spanien hat dieses Jahr die ersten Umsatzzahlen veröffentlicht. Aus diesen ergibt sich, dass zumindest in Spanien die Online Casinos einen Umsatzaufschwung erlebten. In einigen Bereichen stieg der Umsatz um 36 Prozent an. Eventuell könnte dies nun auch in Großbritannien geschehen: Schließen die Casinos und Wettbüros vor Ort, so könnten sich die Spieler an Online Casinos wenden. Diese haben rund um die Uhr geöffnet und es besteht in keiner Weise die Gefahr, sich anzustecken.

Ein Abwandern zu den Online Casinos möchte der Glücksspielverband natürlich auch verhindern. In der Regel handelt es sich um Glücksspielanbieter aus einem anderen europäischen Land. Somit fehlen erneut die Umsätze im eigenen Land. Von dieser Krise sind auch die Pferderennen betroffen, da hier die Zuschauerzahlen zurückgingen. Würden nun alle Wettfans auf Online Casinos umsteigen, würde die Pferderenn-Branche zusätzlich leiden.

Zu den besten Online Casinos

Der Beitrag wurde am 28.10.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , , , veröffentlicht.
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