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GVC: Chef Alexander unterstützt UKGC

Eigentlich sind die britische Glücksspielbehörde und die Entscheider in den Unternehmen der Glücksspielbranche nicht unbedingt die besten Freunde. Jetzt allerdings hat sich der Chef der GVC Holdings, Kenneth Alexander, doch sehr deutlich auf die Seite der britischen Gambling Commission gestellt. Die wurde jüngst nämlich von einigen Parlamentariern heftig kritisiert und musste sich vorwerfen lassen, insbesondere die Online-Branche nicht streng genug zu regulieren.

Das britische Parlament.

Im britischen Parlament wurde die Gambling Commission zuletzt von Politikern mehrerer Parteien scharf angegangen. (©pixabay)

Parlamentarier beklagen einseitige Regulierung

Auch abseits aller Brexit-Diskussionen geht es im britischen Parlament derzeit heiß her. Auch die Glücksspielbranche ist hieran beteiligt. Erst vor wenigen Tagen hat die Gruppe der Gambling Related Harm All-Party Parliamentary Group (APPG) die britische Glücksspielbehörde und die Branche scharf kritisiert. So erklärte die Gruppe bestehend aus mehreren Parlamentariern unterschiedlicher Parteien, dass die Glücksspielbranche nicht genug für den Spielerschutz teilen würde. Im Gegenteil: Man würde sogar Gewinne auf Kosten der Problemspieler generieren. Darüber hinaus bekam auch die britische Gambling Commision ihr Fett weg. Diese tut in den Augen der APPG deutlich zu wenig bei der Regulierung der Online-Branche und würde sich stattdessen vorwiegend auf den landbasierten Betrieb fokussieren.

Auf diesem Wege würde man ein Ungleichgewicht schaffen, welches in den Augen der Parlamentarier lediglich durch eine umfangreiche Gesetzesänderung vermieden werden könne. Aufgestellt wurden von der APPG so mehrere Forderungen, die künftig im Glücksspielgesetz berücksichtigt werden sollen. Eine davon ist das Verbot von Kreditkartenzahlungen in Online Casinos. Zusätzlich dazu soll aber auch ein Maximaleinsatz von nur noch zwei Pfund pro Runde in den Online Casinos umgesetzt werden, so die Forderung der APPG. Die Gruppe orientiert sich dabei an den Einsatzvorgaben für die sogenannten Fixed Odds Betting Terminals. Genau dieser Maximaleinsatz war nämlich von eigentlich 100 Pfund pro Runde auf nur noch zwei Pfund pro Runde beschränkt worden. Für die stationäre Branche ergeben sich so enorme Umsatzeinbußen, die bereits Tribute fordern. So mussten zahlreiche Anbieter Shops schließen und so Mitarbeiter entlassen. Genau jenes Argument wolle man in diesem Fall allerdings nicht gelten lassen, denn bei den Online-Unternehmen sind laut APPG die Berufe nicht von einem möglichen Maximaleinsatz-Limit abhängig. Ob eine Grenze von nur zwei Pfund pro Runde aber im digitalen Spiel überhaupt angemessen ist, scheint die APPG zumindest bisher nur sekundär zu interessieren.

Glücksspiel-Boss Alexander mit scharfer Reaktion

Die ungewohnt und durchaus überraschend spitze Kritik der Parlamentarier blieb allerdings nicht lange unkommentiert. Eine Reaktion gab es so zum Beispiel vom Boss der GVC Holdings. Dieser erklärte sich nicht einverstanden mit der Kritik der Parlamentarier an der Arbeit der Behörden und wollte gleichzeitig auch die Kritik an der Branche nicht so einfach stehenlassen. Insbesondere der Vorwurf, die Glücksspielunternehmen würden von den Problemen der suchtveranlagten Spieler profitieren, erzürnt den Geschäftsmann. Im Detail erklärte Alexander:

“Ich habe kein Problem mit der Überprüfung. Sie können unsere Geschäftsmodelle hinterfragen und uns bitten, unsere Arbeitsweise zu ändern, um Problemspieler besser zu schützen. Aber ich habe ein echtes Problem damit, dass sich unsere Branche zu einem politischen Spielball entwickelt, mit dem bestimmte Personen versuchen, Entscheidungen und Vorschiften zu erzwingen, die nicht auf Beweisen beruhen.“

Gerade sein Unternehmen, die GVC Holdings, würde stattdessen enorm viel für den Spielerschutz tun. So hätte man in eine Forschung der Harvard Universität investiert, welche sich in einer Studie mit dem Suchtverlangen der Menschen beschäftigt. Darüber hinaus hätte man den freiwilligen Forschungsbeitrag des Unternehmens von 0,1 Prozent des Umsatzes auf ein Prozent des Umsatzes angehoben. Und die GVC sei keinesfalls das einzige Unternehmen, welches derartige Schritte eingeleitet hätte. Vielmehr, so der CEO, hätte die gesamte Branche deutlich mehr für den Spielerschutz getan und sich in diesem Bereich deutlich verbessert. Dies würde allerdings viel zu selten gewürdigt werden.

CEO bereit für Dialog mit der Parlamentarier-Gruppe

Dass sich ausgerechnet Kenneth Alexander als erster über die Kritik der APPG äußert, ist nicht unbedingt ein Zufall. Immerhin wurde der CEO von der Gruppe persönlich angegriffen bzw. angesprochen. So erklärte Carolyn Harris als Vorsitzender der APPG, dass sich Alexander „feige“ verhalten habe. Der Grund hierfür lag laut Harris darin, dass Alexander nicht zu einem mit der Gruppe abgesprochenen Treffen erschienen war und auch keinen Ersatz für seine Person geschickt hätte. Alexander allerdings erklärte jüngst auf der Reputation Matters Konferenz, dass er sehr wohl bereit für den Dialog mit der Gruppe sei. Er habe an dem geplanten Treffen nur deshalb nicht teilnehmen können, weil er bei einem wichtigen Vorstandstreffen auf der Isle of Ma hätte anwesend sein müssen. Dass er keinen Ersatz für seine Person geschickt hat, begründete Alexander mit dem durchaus verständlichen Argument, dass er dies seinem Ersatz nicht antun wollte. Immerhin könne man eine Diskussion mit der APPG als Situation im Tigerkäfig bezeichnen.

Wie der Dialog ausfallen wird, ist noch vollkommen offen. Beide Seiten täten allerdings gut daran, auf den jeweils anderen Beteiligten einzugehen. Die GVC Holding ist für die britische Wirtschaft ein enorm wichtiges Unternehmen und gehört zu den größten 20 Steuerzahlern des Landes. Darüber hinaus schafft der Glücksspielriese natürlich auch enorm viele Arbeitsplätze. Die APPG wiederum gilt als durchaus mächtige Gruppierung, welche in der Regulierung der Glücksspielbranche wichtige Akzente setzen kann. Erst jüngst äußerten sich Experten dahingehend, dass sich die Gruppe hinsichtlich ihrer neu eingereichten Forderungen vermutlich einiger Zustimmung erfreuen darf. Immerhin besteht die Gruppe aus Parlamentariern unterschiedlicher Parteien. Und die könnten in ihren jeweiligen Parteien natürlich auch Werbung für die Gesetzesänderungen machen. Die Glücksspielbranche darf also durchaus nervös sein. Andererseits wird es auch der Branche gefallen, wenn das teilweise enorm alte britische Glücksspielgesetz tatsächlich überarbeitet wird. Immerhin stammt diesen in Teilen noch aus dem Jahre 2005 und bezieht sich daher kaum auf das digitale Glücksspiel. Diese Punkte zeigen, wie wichtig ein gelungener Dialog zwischen Alexander und der APPG werden kann.

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Der Beitrag wurde am 12.11.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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