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Jackpots.ch: Fehlstart für Schweizer Casino

Nachdem im letzten Jahr eine Volksabstimmung dafür sorgte, dass der Schweizer Online-Markt nur von heimischen Glücksspielanbietern bedient werden darf, wuchs die Erwartungshaltung. Immerhin haben die Eidgenossen ihren Unternehmen damit einen großen Dienst erwiesen und dafür gesorgt, dass sämtliche Konkurrenz aus dem Ausland verbannt wird. Zahlreiche Spieler dürften diese Entscheidung in den letzten Tagen jedoch zumindest kurzzeitig bereut haben. Das bisher einzige Online Casino, Jackpots.ch, musste sich jedenfalls eine ganze Menge Kritik nach dem Marktstart anhören.

Mehrere Spielautomaten in einem Casino.

Jackpots.ch ist ganz offiziell das erste Online Casino der Schweiz. Der Start des neuen Angebots kann und muss allerdings als holprig bezeichnet werden. (©Bildquelle)

Lange Mängelliste: Technische Probleme, geringe Auswahl

Mit großer Spannung wurde der Start von Jackpots.ch auf den Online-Markt in der Schweiz erwartet. Immerhin handelt es sich hierbei nicht um irgendein Online Casino, sondern das offiziell erste Online Casino der Schweiz. Im Detail steht hinter dieser Online-Plattform das Grand Casino Baden, welches mit der Entwicklung mehrere Monate lang beschäftigt war. Trotz viel Euphorie und offenbar vieler investierter Stunden fällt die erste Rückmeldung der Spieler allerdings erniedrigend aus.

Für besonderes Aufsehen sorgte zum Ball ein Fall im Schweizer Radio. Hier wurden Hörer dazu befragt, welche Eindrücke sie mit dem Online-Angebot der Spielbank bisher sammeln konnten. Der Spieler erklärte, er hätte einen Betrag von 100 Franken auf sein Konto eingezahlt und diesen innerhalb kürzester Zeit verdreifacht. Eine Auszahlung der 300 Franken sei dann aufgrund von technischen Problemen jedoch nicht möglich gewesen.

Längst nicht der einzige Kritikpunkt. So beschweren sich in den sozialen Medien und im Internet zahlreiche Spieler auch darüber, dass eine enorm kleine Spielauswahl geboten wird. In der Tat zeigt ein Blick auf die Plattform, dass aktuell nur rund 50 Spiele angeboten werden. Bei 47 Titeln handelt es sich um Spielautomaten, die restlichen drei Spiele sind Black-Jack-Varianten. Roulette zum Beispiel wird noch gar nicht zur Verfügung gestellt. Wer den Bereich aufrufen möchte, bekommt lediglich einen Hinweis darauf, dass er sich bis zur Verfügbarkeit von Roulette noch ein wenig gedulden muss. Für viele Spieler ein Unding, dementsprechend scharf fällt die Kritik in vielen Fällen aus.

Grand Casino sieht Schuld nicht bei sich

Die heftigen Kritiken hat das Grand Casino Baden allerdings nicht auf sich sitzen lassen und bereits reagiert. Der Vorstandsvorsitzende des Casinos, Detlef Brose, gab in einer Mitteilung bekannt, dass man sich nicht allein für das recht kleine Angebot von 50 Spielen entschieden habe. Stattdessen hätte es gesetzliche Vorgaben durch die Regulierungsbehörde gegeben, mit denen die Anzahl der Spiele auf 50 festgelegt worden wäre. Wie Brose weiter erklärt, habe die Spielbank das Angebot daraufhin sogar verkleinern müssen. Ebenso verteidigt Brose die Tatsache, dass noch einige technische Fehler im Portfolio zu finden sind.

So hätte man nur wenige Tage Zeit gehabt, um das Casino nach der abschließenden Bewilligung durch die Glücksspielbehörde an den Start zu bringen. Wichtig sei da erst einmal der Online-Einstieg gewesen. Die Feinheiten sollen im weiteren Verlauf ausgebessert werden. Ganz zurückweisen kann der Vorstandsvorsitzende der Spielbank den Vorwurf, dass Spieler ihre Gelder nicht erhalten hätten. Hierbei habe es sich um einen Einzelfall gehandelt, so Brose. Der Spieler hätte sein Geld deshalb nicht erhalten, weil die notwendige Verifizierung des Spielerkontos nicht durchgeführt worden sei. Ebenso hätte der Spieler im weiteren Verlauf dann eine falsche IBAN für die Auszahlung des Guthabens angegeben.

Das Warten auf den richtigen Start

Zumindest hinter vorgehaltener Hand kritisieren viele Schweizer Spieler ebenso, dass sich der Markt inhaltlich auf keinen Fall verbessern könne. Das zeigt auch das Grand Casino mit seinem Online-Angebot. Eine eigene technische Umsetzung konnte nicht auf die Beine gestellt werden und so stammen die Spielautomaten im Portfolio allesamt vom Entwickler iSoftBet. Genau diesen Entwickler hat man durch das neue Glücksspielgesetz aber eigentlich vom Markt vertrieben. Hoffnungen darauf, dass die Spielbanken selbst als Entwickler aktiv werden würden, können also schon seit geraumer Zeit begraben werden.

Trotz aller negativen Stimmen befindet sich das Grand Casino Baden mit seinem Online-Angebot allerdings in einer hervorragenden Position. Lediglich vier der 21 Spielbanken des Landes haben bisher eine grundsätzliche Bewilligung für eine Online-Plattform erhalten. Das Grand Casino Baden ist jedoch die einzige Spielbank, die mit einer abschließenden Bewilligung bereits aktiv werden darf. Aktuell agiert der Konzern also auf einem Monopol-Markt.

In den kommenden Monaten dürfte sich das ändern, denn auch die weiteren Spielbanken stehen mit ihren Angeboten zumindest schon in den Startlöchern und dürften diese noch im Laufe des Jahres online bringen. Zumindest dann, wenn die strengen Vorgaben der Schweizer Glücksspielbehörden eingehalten werden können.

Mit Netzsperren werden die Spielbanken unterstützt

Die Grundlage für das neue Online-Glücksspiel in der Schweiz wurde bereits im vergangenen Jahr geschaffen. Damals stimmten mehr als 70 Prozent der Eidgenossen in einer Volksabstimmung dafür, den Online-Markt nur noch Unternehmen aus der Schweiz zur Verfügung zu stellen. Diese müssen zudem einen physischen Sitz in der Schweiz haben, so dass hier ausschließlich die heimischen Spielbanken in Frage kommen. Damit diese künftig auf dem heimischen Markt reibungslos und in Ruhe agieren können, sollen Netzsperren eingeführt werden. Hierfür arbeitet die Schweizer Glücksspielbehörde mit den Internet-Providern des Landes zusammen, welche die Netzsperren für Anbieter aus dem Ausland in der Praxis umsetzen sollen. Bisher allerdings ist dies noch nicht geschehen.

Erwartet wird, dass die Netzsperren erst in den kommenden Monaten aktiv werden und auch erst dann als Unterstützung für die Spielbanken und ihre Online-Plattformen bezeichnet werden. Die Netzsperren waren keinesfalls unumstritten. Gerade jüngere Parteien machten viel Stimmung gegen diese Sperren, da befürchtet wurde, dass so auch andere Branchen künftig beschränkt werden sollen. Einige Politiker sprachen von einer Internet-Zensur, die sich in der Praxis aber noch nicht einmal ansatzweise erkennen lässt. Aus Sicht der Spieler in der Schweiz bleibt zu hoffen, dass die weiteren Spielbanken beim Start einen etwas besseren Eindruck hinterlassen können.

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Der Beitrag wurde am 15.7.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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