Startseite
Startseite > Magazin > Japan: Schlechte News für MGM, Caesars & Co

Japan: Schlechte News für MGM, Caesars & Co

Obwohl in Asien generell viel gespielt wird, gelten die Japaner nicht unbedingt als große Anhänger des Glücksspiels. Genau das scheint für viele große internationale Konzerne zum Problem zu werden, denn der Bau der geplanten Casino-Resorts im Land verzögert sich. Offenbar möchte die Regierung mit derartigen Bauplänen kurz vor der Wahl nicht in Verbindung gebracht werden, denn die Politik konnte von diesen bisher noch nicht wirklich überzeugt werden. Die großen Glücksspielunternehmen wie Caesars, die MGM Resorts und Co. müssen sich jetzt also erst einmal in Geduld üben.

Reihe von Spielautomaten in einem Casino.

In Osaka und anderen Städten hätten eigentlich schon in den kommenden Jahren drei neue Casino-Resorts eröffnen sollen. Doch der Bau der Mega-Komplexe wird sich erst einmal verzögern. (©Pixabay)

Erst keine Standorte, jetzt keine Regulierungsbehörde

Der Bau der geplante Mega-Casino-Resorts in Japan entwickelt sich mehr und mehr zu einem echten Problemfall. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne vor einigen Monaten stellten sich die ersten Zwischenfälle ein. Beginnend damit, dass sich die Suche nach geeigneten Standorten deutlich komplizierter gestaltete als zunächst gedacht. Eigentlich rechnete die Regierung damit, dass sich die Städte aufgrund der guten wirtschaftlichen Aussichten auf die Standorte stürzten würden. Doch damit lag man falsch. Weil die Politik der einzelnen Städte und Kommunen ihre Gesellschaft offenbar besser kennt als der Staat und weiß, dass diese nicht unbedingt ein Anhänger des Glücksspiels ist, bewarben sich letztendlich nur sehr wenige Regionen um einen Platz als Standort. Damit waren allerdings längst noch nicht alle Hürden überwunden.

Die Regierung um Shinzo Abe peilt für die neuen Casino Resorts eine eigene Behörde an. Diese soll sich ausschließlich um die Lizenzvergabe an die Resorts kümmern und im weiteren Verlauf darauf achten, dass sich diese an die gesetzlichen Vorgaben des Landes halten. Das sogenannte Casino Management Board soll aus insgesamt fünf Mitgliedern bestehen und direkt der Regierung unterstellt sein. In der Theorie klingt das sehr vernünftig, eine Umsetzung in die Praxis erfolgte bislang allerdings noch nicht. Stattdessen kündigte die Regierung an, dass man die Behörde nicht wie geplant schon 2019 ins Leben gerufen wird. Angepeilt wird nun eine Einführung im Jahre 2020. Das wiederum hat natürlich direkte Auswirkungen auf die geplanten Mega-Resorts, denn diese können erst gebaut werden, wenn die offiziellen Lizenzen vorliegen.

Zahlreiche Konzerne in den Startlöchern

Schlechte Nachrichten sind dies vor allem für zahlreiche internationale Casino-Giganten, die sich um eine Lizenz in Japan bemühen wollten. Hierzu gehören zum Beispiel die US-Anbieter der MGM Resorts International oder Caesars Entertainment. Beide Konzerne wollten sich offenbar um eine Lizenz in Japan bemühen und haben hierfür schon weitreichende Vorbereitungen getroffen. Zusätzlich dazu wird auch das Unternehmen Las Vegas Sands immer wieder mit einer Bewerbung für eine Lizenz in Verbindung gebracht. Dies geht sogar so weit, dass verschiedene Berichte behaupten, US-Präsident Donald Trump hätte sich bei einem Treffen mit Abe für die Lizenzvergabe an Las Vegas Sands ausgesprochen. Der Inhaber und Milliardär Sheldon Adelson gilt als großer Unterstützer und Freund des US-Präsidenten. Jetzt müssen diese Pläne auf allen Seiten erst einmal ruhen – und zwar noch mindestens ein Jahr.

Als besonders schlecht kann die Verzögerung bei der Lizenzvergabe zudem für die Stadt Osaka bezeichnet werden, die sich als eine der wenigen Städte überhaupt für ein Casino beworben hat. Osaka richtet im Jahre 2025 die Expo2025 aus und rechnet hierzu mit rund 28 Millionen Besuchern aus der ganzen Welt. Laut Experten werden Mehreinnahmen in Höhe von über 17,5 Milliarden Euro erwartet. Und diese Summe sollte durch das neue Casino-Resort eigentlich noch gesteigert werden. Die geplante Eröffnung 2025 gerät nun also in Wanken und droht, nicht eingehalten werden zu können. Immerhin scheint es enorm unrealistisch, dass der Lizenzierungsprozess und der Bau für einen Komplex mit mehr als 2.000 Zimmern und einer riesigen Anlage binnen nur fünf Jahre gestemmt werden können.

Warum tritt die Regierung auf die Bremse?

Doch warum tritt die Abe-Regierung nach den durchaus vorangeschrittenen Planungen jetzt so stark auf die Bremse? Experten vermuten hierin vor allem eine Taktik vor der anstehenden Wahl im Juni. Die Bevölkerung ist in Japan nicht sonderlich überzeugt davon, derartige Casino-Paläste zu errichten. Rund 70 Prozent aller Japaner und Japanerinnen haben sich Umfragen zufolge gegen den Bau der Casinos ausgesprochen. Vornehmlich aus Angst vor den Folgen einer möglichen Spielsucht. Zudem gab es auch mediale Kritik und so wurde der Regierung vorgeworfen, dass man eine enorm ungesunde Wachstumsstrategie verfolge, die auf dem Pech Anderer basiere. Gut möglich also, dass die Regierung ihre Werte durch das Handeln in der Casino-Frage nicht unnötig aufs Spiel setzen möchte.

Bereits im Vorfeld hatte sich die Abe-Regierung darum bemüht, der Diskussion in dieser Thematik die Schärfe zu entziehen. Aufgestellt wurden so deutlich schärfere Regelungen und Gesetze, die zum Beispiel die Anzahl der Besuche der Japaner in einer Spielbank monatlich bzw. jährlich begrenzen. Darüber hinaus sollen die Resorts mit einem Eintrittsgeld von rund 55 US-Dollar für Einheimische belegt werden. Auch hierdurch erhofft sich die Regierung, dass weniger einheimische Menschen den Besuch auf sich nehmen. Touristen wiederum sind von den Vorgaben nicht betroffen und stellen demnach die Haupt-Zielgruppe der Regierung dar.

Keine gute Werbung für die Regierung

Werbung in eigener Sache macht die Regierung von Abe kurz vor der Wahl definitiv nicht. Zwar ist der Rückzug in der Debatte mit Blick auf die Abstimmungen in wenigen Wochen verständlich, dennoch präsentiert man sich gegenüber den Kommunen und Städten ebenfalls sehr fragwürdig. Osaka war bisher die einzige Stadt, die sich wirklich intensiv auf den Bau eines Casino-Resorts vorbereitet hat. Andere Städte hätten sich hieran gerne orientiert und wären bei einem Erfolg möglicherweise den gleichen Weg gegangen. Doch danach sieht es jetzt erst einmal nicht aus. Stattdessen muss sich auch Osaka in Geduld üben und mit Blick auf die Expo2025 darauf hoffen, dass die Regierung möglichst zügig nach der Wahl wieder grünes Licht für den Bau der Komplexe erteilt.

5.0
Bewerte diesen Inhalt:
1 vote
Der Beitrag wurde am 28.5.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
Folge Uns:---