Startseite
Startseite > Magazin > Japan: Weg frei für erste Spielbanken

Japan: Weg frei für erste Spielbanken

Dass in Fernost gerne Einsätze im Glücksspiel platziert werden, ist kein Geheimnis. Vor allem die Chinesen sind hier mit ihrer Sonderzone Macau ganz vorne mit dabei und platzieren Jahr für Jahr enorm große Summen im Spiel. In Japan wiederum hat sich das Spielen im öffentlichen Raum vor allem auf die kleinen Pachinko-Läden ausgerichtet, da es bislang keine Casinos oder Spielbanken gibt. Das allerdings dürfte sich zeitnah ändern, denn die Regierung hat jetzt einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der den Weg für den Bau mehrerer Casino-Resorts frei macht.

Ein Mann auf der Straße in Japan

In Japan sollen die ersten Spielbanken überhaupt entstehen. Als ganz heißer Favorit für das erste Casino gilt die Stadt Osaka, wo möglicherweise schon 2024 die ersten Einsätze platziert werden.

Keine reinen Spielpaläste

Obwohl Japan ohne Zweifel als eine der führenden Industrienationen bezeichnet werden kann, musste sich das Glücksspiel im asiatischen Land lange unterordnen und wird im Prinzip erst seit gut drei Jahren öffentlich richtig wahrgenommen. Traditionell platzieren die Japaner ihre Einsätze vor allem in den Pachinko-Läden, die überall im Land verteilt sind und nicht selten als Zeitvertreib für Stunden oder sogar einen ganzen Tag dienen. Seit 2016 allerdings steuert die japanische Regierung um Ministerpräsident Shinzo Abe in eine neue Richtung. Damals wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches das Werben für Glücksspiele zumindest in Teilen ermöglichte. Ein enormer Fortschritt, an dem das Land jetzt offenbar anknüpfen möchte.

Vor wenigen Tagen verabschiedete ein 24-köpfiges Gremium, welches oftmals auch als das „Vierte Abe Kabinett“ bezeichnet wird, einen Gesetzesentwurf, der die Pläne für den Bau mehrerer Casino-Resorts ermöglicht. Durchaus historisch, denn bei diesen Resorts wird es sich um die allerersten offiziellen Casinos des Landes handeln. Der Regierung ist dabei allerdings wichtig, dass es sich nicht um reine Spielpaläste handelt, auch wenn die Resorts künftig in ihrer Größenordnung und Ausstattung vor allem an Etablissements aus Las Vegas erinnern. Kombiniert werden sollen hier Hotels und Angebote wie Konferenzsäle oder Ausstellungssäle, so dass Touristen aus der ganzen Welt nach Japan reisen. Shinzo Abe gab sich rund um das Thema enorm optimistisch und erklärte: „Der Regierungsverordnungsentwurf zum Beschluss der Entstehung integrierter Ressorts […] macht Gebäude erforderlich, die aus integrierten Resorts und internationalen Konferenzsälen bestehen, um ein bisher unerreichtes Maß an Qualität als Standard zu etablieren. Der Beschluss führt Gesetzesklauseln ein, die darauf abzielen, Casino-Regulierungen der Weltklasse zu etablieren und den Tourismus aus aller Welt langanhaltend zu fördern.“

Bau der Resorts könnte schon 2020 beginnen

Läuft alles nach Plan, soll der Bau der ersten Casinos bereits im kommenden Jahr beginnen. Bis dahin dürfen sich die Planer und Architekten den Kopf darüber zerbrechen, wie sie die zahlreichen Vorgaben der japanischen Regierung umsetzen können. Gefordert wird zum Beispiel, dass neben den Konferenzsälen und Spielangeboten auch mehr als 100.000 Quadratmeter Wohnfläche für Zimmer vorhanden sind. darüber hinaus muss der jeweilige Betreiber des Casinos das kulturelle Erbe und touristische Angebot der jeweiligen Standorte aufgreifen. Konzerthallen, Theater, Kinos, Restaurants und Co. sollen in den Mega-Komplexen ebenfalls zu finden sein. Erfreulich für die Japaner: Diese dürfen bei der Gestaltung sogar ein kleines bisschen mitentscheiden. Innenminister Keiichi Ishii erklärte, dass die Öffentlichkeit gerne Vorschläge zur Gestaltung des Ressorts einreichen könne.

Auf der einen Seite ist das ein feiner Zug, auf der anderen Seite aber auch durchaus kurios. Immerhin möchte die japanische Regierung die eigene Bevölkerung möglichst weit weg von den Casinos halten. Das ist zum Beispiel deutlich daran erkennbar, dass die Casinos künftig nur an Schiffs- und Flughäfen werben dürfen. Also genau da, wo die zahlreichen Touristen ankommen. Werbung innerhalb des Landes ist wiederum untersagt. Zusätzlich dazu soll der Besuch der japanischen Resorts für die Einheimischen künftig mit einer Gebühr von rund 55 US-Dollar belegt werden. Ein stolzer Preis, der verhindern soll, dass die Japaner zu oft ihr Geld in die Spielcasinos bringen. Darüber hinaus sollen die Zutritte generell auf drei Mal pro Woche und zehn Mal pro Monat begrenzt werden. Ausländische Besucher müssen derartige Vorgaben nicht fürchten. Für sie soll der Eintritt frei sein, gleichzeitig können sie bei Bedarf auch den ganzen Urlaub in einem der Resorts verbringen.

Wer übernimmt die Resorts?

Möchte eine Region als Standort eines Casino-Resorts dienen, muss sich diese offiziell bewerben. Bislang hält sich der Andrang allerdings noch stark in Grenzen, so dass erst fünf Regionen eine Bewerbung eingereicht haben. Der Grund hierfür ist, dass die Regionen eine zu starke Auswirkung auf die eigene Bevölkerung fürchten – und dafür bereit sind, auf wirtschaftlichen Aufschwung und Arbeitsplätze zu verzichten. Eine Region, die sich dennoch beworben hat, ist die Metropole Osaka. Und es scheint ganz offenbar auch so, als würde hier das erste Casino-Resort erbaut werden. So jedenfalls schätzen es Jim Murren ein, der CEO der weltbekannten MGM Resorts, die zu den stärksten Interessten für die Errichtung eines Resorts zählen. Murren erklärte: “Wir haben uns dafür entschieden, uns auf den Standort Osaka zu konzentrieren. Wir glauben, dass Osaka der Standort des ersten Integrierten Resorts sein wird. Die Regierung ist sehr aufgeregt.”

MGM ist allerdings nicht der einzige Interessent, der Lust auf das “Abenteuer Japan” hat. Auch die Las Vegas Sands Gruppe soll stark an einem Investment interessiert sein. Und die hat bekanntlich über ihren Besitzer beste Beziehungen zum Präsidenten der USA. Gut möglich, dass dieser für seinen alten Freund zumindest ein gutes Wort bei der Vergabe der Lizenzen durch die japanische Regierung einlegen könnte. Vergeben warden sollen die Lizenzen für die ersten drei Casino-Resorts mit einer Laufzeit von zehn Jahren, anschließend können diese aber turnusmäßig um bis zu fünf Jahre verlängert. Sollten im weiteren Verlauf noch weitere Resorts erbaut werden, würden diese mit einer Lizenzdauer von sieben Jahren agieren.

Der Beitrag wurde am 2.4.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
News teilen: