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Macau: Behörden prüfen KI in Casinos

Auch außerhalb der Glücksspielbranche ist die Künstliche Intelligenz (KI) seit mehreren Monaten ein Thema. Das Leben der Menschen kann durch die neue Technologie deutlich fortschrittlicher werden. Dazu gehören auch die Glücksspielangebote. Die Casino-Betreiber auf der ganzen Welt tüfteln an interessanten Techniken, um die Künstliche Intelligenz künftig für eigene Zwecke einzusetzen. Offenbar schon weit gekommen sind die Anbieter in Macau. Hier erklärte der Konzern Las Vegas Sands jüngst, dass man künftig mit der neuen Technik seine Spieler noch stärker analysieren wolle. Die zuständigen Behörden in Macau wollen und müssen die Entwicklungen allerdings erst einmal unter die Lupe nehmen.

Künstliche Intelligenz.

Die künstliche Intelligenz kann für die Casino-Branche enorme Vorteile mit sich bringen. In Macau wollen sich die Behörden das Ganze aber erst einmal selbst genauer ansehen. (©Pixabay)

Einsatzfreudige Spieler besser und schneller erkennen

Geht es um die Technologie im Glücksspiel, kann Macau noch vor Las Vegas als klare Nummer eins der Welt genannt werden. Das stellt die chinesische Sonderzone aktuell wieder einmal unter Beweis. Für die Chinesen und die Einwohner in Macau ist die Künstliche Intelligenz (KI) bereits ein fester Bestandteil des Alltags. Allerdings noch nicht im Glücksspiel. Genau das soll sich jetzt allerdings ändern. Gleich mehrere Unternehmen forschen offenbar an der neuen Technik, um diese künftig in ihren Casinos in Macau einsetzen zu können. Eines davon ist das Unternehmen Las Vegas Sands. Das Unternehmen mit Sitz in Nevada in den USA ist auf dem Markt in Macau eine feste Größe und möchte seine Position in den kommenden Monaten und Jahren durch KI stärken.

Doch warum wollen die Casinos die KI überhaupt nutzen? Hierfür dürfte es gleich zwei gute Gründe geben. Zum einen dient die neue Technik dazu, die Spieler besser zu überwachen und das eigene Casino besser schützen zu können. Auf der anderen Seite lassen sich mithilfe der neuen Technik aber auch die sogenannten Highroller besonders gut ausfindig machen. Das sind jene Spieler, die besonders viel Geld an die Spieltische oder Automaten in den Casinos bringen. Diese Spieler sind für die Glücksspielunternehmen enorm wertvoll und werden daher nicht selten mit luxuriösen Zimmern, eigenen Spieltischen oder anderen Annehmlichkeiten gelockt. Künftig könnten diese „Schmeicheleien“ noch deutlich effektiver eingesetzt werden. Das zahlt sich aus. In der Branche gilt die Faustregel, dass ein Highroller rund zehn Mal so viel Umsatz an einem Abend einbringt, wie ein „normaler“ Spielgast.

Spielverhalten kann bis ins Detail analysiert werden

Wie genau der Einsatz der neuen Technik aussehen soll, scheint man bei der Las Vegas Sands Corporation bereits zu wissen. Wie der Konzern mitteilte, wolle man intensiven Aufwand betreiben, um das Spielverhalten der Spieler künftig noch besser analysieren zu können. Konkret sollen hierfür zum Beispiel mit Sendern ausgestattet Poker-Chips und speziell programmierte bzw. erstelle Bakkarat-Tische zum Einsatz kommen. Hierdurch können Profile der einzelnen Spielgäste erstellt werden, die sich dank der Videoüberwachung sogar noch direkt mit dem richtigen Gesichtsbild verknüpfen lassen. Ist ein Spieler durch die Analyse des Casinos als Highroller identifiziert, darf er sich beim nächsten Besuch wohl auf eine besonders freundliche Begrüßung einstellen. Ausgestattet werden sollen mit den neuen Techniken innerhalb der nächsten Monate mindestens 1.000 Spieltische, wie das Casino erklärte.

So viele Vorteile dieses neue System auch für die Casinos bringen kann, so unbeliebt könnten sich die Unternehmen damit auch bei den Spielern machen. In der chinesischen Gesellschaft sind die Überwachungstechniken weit verbreitet. Hier dürfte es also kaum einen Spieler wirklich stören, ob das Casino genau über seine Einsatzgewohnheiten Bescheid weiß. Anders sieht es wiederum bei den ausländischen Spielern aus. Für viele „Zocker“ ist KI noch absolutes Neuland. Und vermutlich nicht jeder Besucher hat Lust darauf, vom Casino als „gläserner“ Spieler komplett durchleuchtet werden zu können.

Koordinationsbüro entscheidet noch über den Einsatz

Obwohl es sich bei der Las Vegas Sands Corporation in dieser Thematik um eines der fortschrittlichsten Unternehmen handelt, ist der Konzern keinesfalls die einzige Größe, die in den kommenden Jahren mit KI offenbar das große Geschäft wittert. Auch andere Branchen-Giganten beschäftigen sich in Macau intensiv mit ihren Möglichkeiten. Das wiederum hat das Koordinationsbüro für Glücksspielangelegenheiten auf den Plan gerufen. Wie das Büro mitteilte, habe man den Unternehmen erst einmal untersagt, die neuen Überwachungssysteme einzusetzen. Diese sollen stattdessen erst einmal einer gründlichen Prüfung unterzogen werden, ehe sie für den möglichen Einsatz freigegeben werden. Wirklich große Hoffnungen darauf, dass die Systeme nicht genehmigt werden, sollten sich die Spieler allerdings nicht machen.

Und das, obwohl das Koordinationsbüro in den letzten Monaten durchaus schon einmal zugunsten der Spieler geurteilt hat. Damals ging es um die Nutzung der Daten, die Spieler beim Besuch eines Casinos abtreten. Viele Anbieter wollten diese offenbar gewinnbringend an andere Unternehmen verkaufen. Genau das hat das Koordinationsbüro aber verboten und erklärt, dass die Spielerdaten immer in den Händen des jeweiligen Betreibers verbleiben müssen.

Las Vegas Sands weiter mit großen Plänen in Asien

Auch abseits von Macau hat das Unternehmen aus den USA offenbar enorm große Pläne. In Japan sieht der Konzern, wie viele andere auch, gute Chancen für ein neues Geschäft. Allerdings wurde vor wenigen Tagen ein kleiner Kurswechsel eingeschlagen. Statt sich wie bisher weiterhin auf die Stadt Osaka zu konzentrieren, möchte der Konzern offenbar doch lieber in Tokio und/oder Yokohama aktiv werden. Die große Chance, die erste von insgesamt drei neuen Lizenzen in Japan umzusetzen, lässt sich der Konzern damit entgehen.

Möglicherweise auch deshalb, weil eine enorme Konkurrenz an internationalen Glücksspielgrößen ebenfalls enorm stark an dem Standort Osaka interessiert ist. Las Vegas Sands erachtet es da offenbar als klüger, sich mittelfristig auf eine andere Anlaufstelle zu fokussieren. Sheldon Adelson, der Inhaber der Las Vegas Sands Corporation, erklärte hierzu:

“Im Einklang mit unserer bisherigen Strategie […] wird unser Unternehmen sein organisches Wachstum weiter fördern, indem wir […] auf neue Entwicklungsangelegenheiten setzen, die uns die marktführende Aufrechterhaltung unserer Kapitalrendite ermöglichen. Und wir sind der Auffassung, dass eine Investition in Tokio oder Yokohama die besten Chancen für uns bereithält.“

Sollten sich die neuen Casinos in den ersten Städten als Erfolg herausstellen, dürften sich in den kommenden Jahren für die Glücksspielunternehmen auch noch weitere Standorte ergeben. Bislang sind viele japanische Städte bei der Begeisterung für die Casinos eher zurückhaltend, da das Glücksspiel in der Gesellschaft nicht allzu stark verbreitet ist. Viele Bürgermeister und Politiker fürchten sich deshalb noch davor, Wählerstimmen aufgrund der Casino-Lizenzen zu verlieren.

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Der Beitrag wurde am 11.9.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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