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Macau: Prognosen werden herabgestuft

Bergauf war in den letzten Jahren oftmals die einzige Richtung, welche die Glücksspiel-Umsätze in Macau kannten. Kein Wunder: Die Sonderzone in China ist nicht nur für die Chinesen noch immer die erste Anlaufstelle, sondern hat hinsichtlich der Umsätze auch generell Las Vegas schon längst in den Rückspiegel stellen können. Es ziehen jetzt aber offenbar ein paar dunklere Wolken über das Spielerparadies. Zumindest, wenn es nach der Einschätzung der US-Investmentbank Morgan Stanley geht. Diese hatte eigentlich für 2020 mit einem Wachstum von gut acht Prozent gerechnet. Diese Aussage wurde nun aber korrigiert und auf rund drei Prozent herabgestuft.

Ein Spielcasino in Macau.
Noch laufen die Geschäfte in Macau rund. Geht es nach dem Bankhaus Morgan Stanley könnte sich das allerdings schon bald ändern. (©pixabay)

Laufende Zahlen und kommende Zahlen kassiert

Droht Macau eine Krise? Ganz so schlimm ist es noch nicht. Allerdings sieht die US-Investmentbank Morgan Stanley durchaus einige Probleme auf die Sonderzone in China zurollen. So berichten US-Medien davon, dass die Bank ihre Umsatz-Prognose für das Jahr 2020 für Macau gerade angepasst hat. Ursprünglich wurde mit einem Umsatzwachstum von gut acht Prozent gerechnet. Diese Zahl wurde jetzt kassiert und auf einen Wert von drei Prozent angepasst. Den Grund hierfür sehen die Banker offenbar vor allem in den Umsätzen im Premium-Geschäftssegment. Zusätzlich dazu würden aber 2020 wohl auch die Einnahmen aus dem Massen-Tourismus geringer ausfallen als erwartet.

Problematisch betrachtet wird von der US-Bank allerdings nicht nur die Zukunft der Sonderzone, sondern auch das laufende Geschäftsjahr. In einem Report der Analysten heißt es:

“Trotz unserer Erwartung eines vierprozentigen GGR-Wachstums für September (…) erwarten wir im November/Dezember ein negatives GGR-Wachstum. Viele makroökonomische Indikatoren deuten auf eine Erholung der VIP-Märkte bis zum Dezember hin, jedoch haben sich die VIP-Einnahmen in den letzten drei Monaten weiter verschlechtert. Ein noch größeres Problem ist allerdings der Masseumsatz, der zwar robust gellieben ist, sich jedoch im vierten Quartal 2019 verlangsamen und einstellige Zahlen erreichen könnte.“

Zur Folge haben diese Analysen, dass die Einschätzungen für das Jahr 2019 ebenfalls nach unten korrigiert wurden. Statt eines Umsatzrückgangs von minus einem Prozent droht demnach ein Umsatzrückgang von bis zu minus drei Prozent.

Mehrere Baustellen sorgen für Probleme

Weshalb die Experten in Macau mit den verschlechterten Zahlen rechnen, lässt sich anhand gleich mehrerer Probleme erkennen. Vor allem der Massentourismus leidet in China aktuell darunter, dass zahlreiche Hotel-Resorts in Macau nicht termingerecht eröffnet werden konnten. Das drückt die Einnahmen der Branche generell kräftig nach unten. Zusätzlich dazu sind die VIP-Spieler in den letzten Monaten offenbar deutlich weniger aktiv als gewohnt. Im Vergleich zum Jahr 2018 lagen die Einnahmen im VIP-Bereich 2019 bei ganzen 17 Prozent weniger. Bedenkt man, dass die VIP-Spieler enorme Beträge in die Casinos bringen, ist das eine horrende Summe.

Zusätzlich dazu ergibt sich in den letzten Monaten und auch Jahren eine weitere Baustelle. Diese liegt in den Nachbarländern Chinas. Diese haben schon lange keine Lust mehr, dabei zuzuschauen, wie die eigenen Spieler regelmäßig Flugreisen nach Macau auf sich nehmen. Forciert werden die Glücksspielbranchen stattdessen auch in den umliegenden Nationen. Viele Spieler aus dem Ausland bleiben also einfach in der Heimat und versuchen dort ihr Glück.

Nicht nur die Casino-Branche wackelt

Dass Macau ganz wesentlich in seiner wirtschaftlichen Entwicklung von den Entwicklungen der Glücksspielbranche abhängig ist, ist hinlänglich bekannt. Zusätzlich dazu brodelt es aber aktuell auch in anderen Bereichen der Wirtschaft. So wurde vor wenigen Tagen vom Institut für Wirtschaft und Macau-Studien der Universität Macau eine Prognose veröffentlich, die auch in der Gesamtwirtschaft des Landes einige Probleme kommen sieht. So wird erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt bis Ende 2019 bei 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr liegen wird. Für 2020 prognostizieren die Wissenschaftler demnach sogar ein Wachstum von minus 0,9 Prozent. Doch wie kann es sein, dass das eigentlich so reiche und jahrelang aufstrebende Macau plötzlich mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat?

Begründet werden diese kritischen Prognosen vor allem damit, dass im Konsum- und Investment-Sektor kein so großes Wachstum erreicht werden könne wie angedacht. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlich angespannten Beziehungen zwischen den USA und China ebenfalls eine wichtige Rolle. Allerdings nicht nur für die Wirtschaft von Macau, sondern auch für zahlreiche Geschäftsleute aus den USA. Die sind Traditionsgemäß fest in Macau verwurzelt und konnten hier in den letzten Jahren jeweils blühende Geschäfte vermelden.

Macau aktuell mit schwieriger Position im Weltgefüge

Bedroht wird die Wirtschaft der Sonderzone vor allem durch den wirtschaftlichen Konflikt der beiden Supermächte. Bekanntermaßen sind gleich mehrere US-Glücksspielriesen in Macau aktiv – darunter zum Beispiel die Wynn Resorts oder die MGM Resorts. Das Problem der Casinos ist in vielen Fällen, dass die Lizenzen für den Betrieb in Macau im Jahre 2022 auslaufen. Erteilt wurden diese in der Regel im Jahre 1999 mit einer Laufzeit von 23 Jahren. Bereits im vergangenen Jahr sollte eigentlich über eine Verlängerung der Lizenzen verhandelt werden. Der anhaltende Konflikt zwischen beiden Ländern sorgt allerdings dafür, dass sich diese Verhandlungen offenbar verzögern.

Experten rechnen damit, dass China die Lizenzvergabe in Macau durchaus als Druckmittel verwenden könne, um die US-Amerikaner und Präsident Donald Trump zum Einlenken zu drängen. Hierbei dürfte den Chinesen auch in die Karten spielen, dass der Präsident selbst beste Verbindungen zu den US-Glücksspielinvestoren pflegt. Viele davon können als Freunde von Trump bezeichnet werden. Und die gehen in der Regel davon aus, dass sich der Präsident am Verhandlungstisch auch zu ihren Gunsten einsetzen wird. Andererseits hat die Universität von Macau nun selbst einen Grund für China geliefert, die eigene Position im Streit mit den USA noch einmal zu überdenken. So könnte der offenbar bevorstehende negative Trend möglicherweise noch einmal gestoppt werden. Ohnehin sieht es derzeit danach aus, als würde es im Handelsstreit der beiden globalen Großmächte ausschließlich Verlierer geben.

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Der Beitrag wurde am 23.9.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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