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Macau: Schwache Quartalszahlen überraschen

In Macau wurde es in den letzten Monaten durchaus etwas unruhig. So wurde über eine gänzliche Neu-Ausrichtung der Branche debattiert, zudem werden die Unternehmen immer wieder mit zumindest sehr fragwürdigen Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht. Nun allerdings droht Ärger an einer ganz anderen Stelle: Die Quartalszahlen schwächeln. Und das nicht zu knapp. Insbesondere die Umsätze an den VIP-Tischen haben massiv abgenommen. Der Grund hierfür ist laut einiger Experten allerdings schnell auszumachen und soll vor allem im neuen Rauchverbot liegen, welches im Januar 2019 eingeführt wurde.

Ein Spielcasino in Macau.
Die Quartalszahlen aus Macau sind überraschend schwach. Hängt das mit dem Rauchverbot in den VIP-Räumen der Casinos zusammen? (©pixabay)

Minus von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Die neuen Quartalszahlen aus Macau überraschen. Im dritten Quartal 2019 lief es für die Glücksspielbranche in der chinesischen Sonderzone demnach überhaupt nicht gut. In den Monaten Juli, August und September musste demnach laut Angaben der zuständigen Glücksspielbehörde ein deutliches Minus bei den Baccarat-Angeboten geschluckt werden. Rund 3,44 Milliarden Euro wurden hier eingenommen, wodurch man im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von gut 22,4 Prozent präsentiert. Die Gründe hierfür sind zumindest laut einigen Experten ziemlich schnell zu finden. Einer davon ist Zeng Zhonglu, der im Zentrum für Glücksspiel- und Tourismusforschung in Macau tätig ist. Zhonglu ist der Überzeugung, dass das Minus der Branche vor allem mit der strengeren Nichtraucher-Politik der Sonderzone zu tun habe.

Bis 2013 habe man demnach in allen öffentlich zugänglichen Bereichen der Casinos noch rauchen dürfen. Seit jenem Jahr wurde der Konsum in den öffentlich zugänglichen Bereichen eingeschränkt. Weiterhin geraucht werden durfte aber an den Highroller-Tischen für Baccarat- und Roulette-Spieler. Allerdings auch nur bis Anfang 2019. Im Januar kippten die asiatischen Behörden auch dieses Gesetz, so dass nun auch am Spieltisch für Highroller nicht mehr geraucht werden darf. Das schreckt viele Spieler offenbar ab.

Rauchen abseits der Spieltische mindert Interesse

Allerdings ist es nicht so, dass spürbar weniger Spieler ihren Weg in die Spielcasinos in Macau finden. Stattdessen liegt der Einbruch vor allem daran, dass weniger Einsätze platziert werden. Für Forscher Zhonglu ist dies eine ganz reguläre Folge und war so auch zu erwarten. Die Spieler müssten jetzt schließlich in einen separaten Raucher-Raum wandern und so den Spieltisch verlassen. Das wiederum würde das Interesse am Spiel mindern, so der Forscher. Für viele Spieler würden das Spiel und der Konsum von Tabak einfach zusammengehören. Die mittlerweile mehr als 600 Raucher-Kabinen und Raucher-Räume in den Spielhallen seien da keine echte Lösung.

Das Problem für Macau: Rauchen ist in China stark in der Gesellschaft verankert. Wie jüngste und offizielle Zahlen belegen, rauchen rund 300 Millionen erwachsene Chinesen. Rund die Hälfte aller männlichen Erwachsenen greift laut der Zahlen regelmäßig zum Glimmstängel und macht gleichzeitig den Großteil aller Besucher in den Spielcasinos in Macau aus. Die wenigen und kleinen neuen Worte im Gesetz könnten also noch große und verheerende Folgen für die Sonderzone haben – zumindest im schlimmsten Fall.

Belegschaft soll geschützt werden

Doch warum setzt Macau überhaupt ein Rauchverbot durch, wenn dies die Gäste derart abschrecken könnte? Der Grund hierfür liegt vor allem in einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Belegschaft der Casinos. Diese sollen besser geschützt werden, sowohl gesundheitlich als auch vor einer möglichen Glücksspielsucht. Aus diesem Grund dürfen die Angestellten ab Dezember 2019 ihren Arbeitsplatz oder andere Casinos in Macau außerhalb der Arbeitszeiten ganz offiziell nicht mehr betreten. Davon betroffen sind unter anderem Service- und Sicherheitskräfte. Insgesamt beschäftigt die Branche in Macau rund 54.000 Personen. Das Rauchverbot an den VIP-Tischen ist ebenfalls einer der Punkte der Agenda für verbesserte Arbeitsbedingungen. Initiiert wurde das Verbot dabei in gewisser Weise von den Angestellten selbst. Im letzten Jahr wurde eine Umfrage der Glücksspiel-Gewerkschaft innerhalb der Branche durchgeführt. Hier gaben zahlreiche Beschäftigte an, dass man in den Spielzonen zu viel Tabakrauch ausgesetzt sei. Darüber hinaus erklärten die Angestellten, dass sie sich mehr Freizeit wünschen würden und am liebsten in einer Fünf-Tage-Woche tätig wären. Auf diese Punkte ist das Gesetz allerdings nicht eingegangen. Dafür eben auf das neue Spielverbot für die Belegschaft, welches sich dieses aber laut der Umfrage aus dem letzten Jahr gar nicht gewünscht hatte.

Junket Operators in der Kritik

Insgesamt geht es Macau in diesen Wochen und Monaten also nicht gerade blendend. Dies liegt allerdings nicht nur am Rauchverbot, sondern auch an der kritisch betrachteten Arbeit der sogenannten Junket Operators. Diese haben jahrelang von vielen Freiheiten durch die Politik profitiert und wurden von den Glücksspielunternehmen liebend gerne dafür genutzt, um VIP-Spieler in die Etablissements zu lotsen. Nach und nach allerdings haben immer mehr Junket Operator gegen die Regeln verstoßen und so zum Beispiel Spieler aus China in ausländische Casinos vermittelt – unter anderem nach Australien. Hier steht unter anderem das Crown Casino Melbourne in der Kritik, welches stark mit derartigen illegalen Operators zusammengearbeitet haben soll. Darüber hinaus musste sich das Unternehmen in den letzten Wochen Vorwürfe der Geldwäsche gefallen lassen. Aufgeklärt wurden diese Fälle bislang noch nicht. Die Regierung sieht diese Verstöße enorm kritisch und hat daher vor einiger Zeit mit der gründlichen Kontrolle der Branche begonnen. Auf diese Art und Weise hat sich der Markt schon jetzt spürbar verkleinert, wodurch natürlich auch ein Rückgang bei den VIP-Besuchszahlen zu erkennen ist. Auch hier dürfte also ein Grund dafür liegen, dass die Quartalszahlen der Sonderzone derzeit alles andere als ansprechend ausfallen. Der Druck auf die Glücksspielbranche in Macau dürfte also auch in den kommenden Monaten erst einmal nicht kleiner werden. Ein weiteres Problem findet sich dazu auch noch im unmittelbaren Ausland. Immer mehr Nachbarländer Chinas setzen auf eine liberale Glücksspielpolitik, um die zahlungskräftigen und einsatzfreudigen Chinesen in ihre Länder zu holen. Greift die Politik der Sonderzone nicht zügig wieder ein, könnte die ausländische Konkurrenz im Rückspiegel stärker und stärker zu sehen sein. Zu den besten Online Casinos

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Der Beitrag wurde am 22.10.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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