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MGM: Entschädigung für Amoklauf

Fast tagesgenau zwei Jahre ist es her, dass in Las Vegas der damals 64-jährige Stephen Paddock aus seiner Suite im Mandalay Bay auf Besucher eines Konzertes feuerte. Mehr als 800 Menschen wurden verletzt, 58 Personen kamen bei dem Anschlag ums Leben. Jetzt konnten sich die Betreiber des Hotels und die Hinterbliebenen bzw. Betroffenen auf die Zahlung einer Entschädigung einigen. Bis hierhin war es ein langer Weg, jetzt scheint die Einigkeit aber auf beiden Seiten für Zufriedenheit zu sorgen.

Die Glücksspielmetropole Las Vegas bei Nacht.

2017 sorgte ein Amoklauf im Mandalay Bay in Las Vegas für Entsetzen. Fast auf den Tag genau zwei Jahre später einigten sich die MGM Resorts und zahlreiche Geschädigte auf eine Entschädigung von bis zu 800 Millionen US-Dollar. (©pixabay)

Schrecklicher Massenmord erschütterte die USA

Im Oktober 2017 sorgte Stephen Paddock dafür, dass für immer ein schwarzer Tag in der Historie des Mandalay Bay und ganz Las Vegas zu finden sein wird. Paddock war mit einem ganzen Arsenal an Waffen ausgestattet und hatte eine Suite im berühmten Mandalay Bay in Las Vegas bezogen. Vom Hotel, welches sich im Besitz der MGM Resorts befindet, feuerte Paddock wahllos auf Besucher eines Konzertes, welches direkt neben dem Hotel veranstaltet wurde. Der Täter tötete bei dem schrecklichen Angriff 58 Menschen und sorgte dafür, dass mehr als 800 weitere Menschen verletzt wurden.

Obwohl die genauen Hintergründe für die Tat bis heute ungeklärt sind, handelt es sich um den größten Massenmord durch einen Einzeltäter in der Geschichte der USA. Befeuert hat diese Tat vor allem wieder einmal die Debatten rund um das Waffengesetz der USA. Paddock war auch mit sogenannten Bump-Stocks bewaffnet, welche mit einer enorm hohen Feuerrate ausgestattet sind. Jene Waffen wurden vom US-Justizministerium bereits im Dezember 2018 verboten, wobei dieses Verbot erst im März dieses Jahres in Kraft trat. Auch die jetzige Einigung zwischen den MGM Resorts und den Opfern hat die Debatte noch einmal neu ins Rollen gebracht. So erklärte einer der Anwälte der Opfer, dass die MGM Resorts ebenfalls unter den US-Regelungen des Waffengesetzes leiden würden. Immerhin müssten sie sich nun für etwas rechtfertigen, für das eigentlich die Waffenhersteller aufkommen müssten, so der Anwalt.

Außergerichtliche Einigung stellt beide Seiten zufrieden

Vor allem im vergangenen Jahr hatte der Glücksspielriese der MGM Resorts mit einem enormen Nachbeben dieser Höllen-Tat zu kämpfen. Der Konzern wurde von zahlreichen Hinterbliebenen und Betroffenen verklagt und sollte Schadenersatz leisten. MGM allerdings wiegelte hier zunächst ab und leitete in vielen Fällen sogar Gegenklagen ein. Nachdem es dann allerdings heftige Kritik hagelte, entschied man sich auf Seiten des Konzerns für einen Kurswechsel. Es sollte ein außergerichtlicher Vergleich angestrebt werden, der nun laut US-Medienberichten auch erreicht werden konnte. Konkret soll es dabei um eine Zahlung zwischen 735 Millionen und 800 Millionen US-Dollar gehen, die vom Glücksspielriesen an die Opfer und/oder Hinterbliebenen gezahlt werden. Obwohl sein Unternehmen nun also, zumindest auf den ersten Blick, kräftig in die Tasche greifen muss, erklärte sich MGM-Geschäftsführer Jim Murren mit der Abmachung einverstanden und gab bekannt:

“Unser Ziel war es von Beginn an, diesen Fall so abzuwickeln, dass die Community in Las Vegas, die Opfer und deren Familien in ihrem Heilungsprozess gefördert werden. Genau das erhoffen wir, mit der getroffenen Vereinbarung zu erreichen. Diese ist ein großer Schritt, auf den wir lange gehofft haben.“

Wie die US-Medien berichten, soll es bei der Entschädigung um rund 4.500 Fälle gehen, in denen der Konzern jetzt einen Schadenersatz zahlen müsse. Allzu groß dürfte der finanzielle Schaden für den Konzern selbst aber nicht sein. Die MGM Resorts besitzen offenbar eine Versicherung, die eben für genau einen derartigen Fall abgeschlossen wurde. Medienberichten zufolge soll diese Versicherung rund 751 Millionen US-Dollar aus dem Abkommen übernehmen. Im schlimmsten Fall müssten die Resorts also „lediglich“ einen Betrag von 49 Millionen Euro aus eigener Tasche stemmen.

Genaue Entschädigung wird individuell ermittelt

Bevor überhaupt Gelder an die Betroffenen ausgezahlt werden, müssen sich diese wohl auch noch eine ganze Weile gedulden. So erklärte einer der Anwälte der Opfer, dass mit einer Zahlung nicht vor Ende des Jahres 2020 zu rechnen sei. Der Grund hierfür läge in zahlreichen Details, die nun erst einmal geklärt werden müssten. Eingesetzt werden soll unter anderem ein neutraler Beobachter, welcher jeden einzelnen Fall aus dem Mammut-Verfahren bewerten soll. Auf diese Art und Weise wird dann festgelegt, wie hoch die Zahlungen in den jeweiligen Fällen genau sein werden. Ebenfalls noch offen ist laut Angabe des Anwalts, welche Kosten für die einzelnen Juristen abgezogen werden müssen. Erst wenn all diese „Kleinigkeiten“ geklärt werden konnten, werden die Summen an die Betroffenen ausgezahlt. Obwohl also noch einige Monate bis zur Auszahlung vergehen werden, zeigte sich auch der Anwalt der Opfer, Robert Eglet, zufrieden mit dem Deal. Dieser erklärte nach der Bekanntmachung, dass man gemeinsam mit den Resorts ein faires Übereinkommen gefunden habe, mit dem alle Beteiligten in diesem Fall zufriedengestellt werden könnten.

In der Tat dürfte mit dieser Entscheidung vielen Hinterbliebenen und Betroffenen dabei geholfen sein, die Geschehnisse zu verarbeiten. Bis dies letztendlich abschließend, wenn überhaupt, möglich sein wird, werden allerdings noch weitere Jahre vergehen. Dennoch ist die Übereinkunft aller Beteiligten ein enorm erfreulicher Schritt in eine richtige Richtung. Einen weiteren hatten die MGM Resorts bereits vor geraumer Zeit vorgenommen. Hier wurden einige Bereiche des Mandalay Bay Resorts renoviert, um möglichst keine Erinnerungen mehr an das schreckliche Blutbad zu erhalten. An anderer Stelle sind die Resorts derzeit ebenfalls mit Ausbesserungen beschäftigt. Allerdings im eigenen Portfolio. Gleich mehrere bekannte Casino-Marken sollen in den kommenden Wochen und Monaten verkauft werden. Dieses Geld wiederum soll in ein neues Resort in Japan gesteckt werden, für das die Planungen offenbar bereits schon in einer fortgeschrittenen Phase sind.

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Der Beitrag wurde am 9.10.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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