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MGM2020: Konzern plant Umstrukturierungen

Die Glücksspielbranche ist hart umkämpft und macht bekanntlich auch nicht vor großen Namen Halt. Aus diesem Grund müssen sich selbst die größten Glücksspielkonzerne irgendwann einmal neu aufstellen – und genau das scheint jetzt bei den MGM Resorts der Fall zu sein. Der US-amerikanische Glücksspielgigant leitet seinen Umstrukturierungsplan MGM2020 ein und legt hier vor allem Wert auf Innovationen und die Digitalisierung. Gleichzeitig sind so aber wohl um die 1.000 Arbeitsplätze bedroht.

MGM Grand Hotel am Strip in Las Vegas

Der US-amerikanische Glücksspielriese MGM Resorts International plant mit dem Umstrukturierungsplan MGM2020 einen deutlich größeren Gewinn und möchte sich zusätzlich besser für die Zukunft aufstellen.

Weniger Arbeitskräfte, mehr Technologie

In den kommenden Monaten dürfte sich bei den MGM Resorts International hat eine ganze Menge tun. Der Glücksspielriese aus den USA plant eine Umstrukturierung seines Hauses und hat hierfür den Umstrukturierungsplan „MGM2020“ ins Leben gerufen. Die 2020 steht dafür für das Zieljahr, bis zu welchem die Umstrukturierung abgeschlossen werden soll. Genauer geht es laut Konzern darum, den jetzigen Gewinn noch einmal um rund 200 Millionen US-Dollar zu erhöhen. Dafür sollen vor allem Arbeitskräfte eingespart werden. Und die hierdurch gesparten Löhne wiederum würde der Glücksspielkonzern allzu gerne in neue Technologien stecken. Vor allem intern wird sich beim Konzern also eine Menge ändern, das externe Geschäft dürfte davon weniger betroffen sein. Das lässt auch die Tatsache erahnen, dass der Konzern noch bis vor wenigen Monaten kräftig expandiert hat und zum Beispiel noch immer an einer Casino-Eröffnung in Japan interessiert ist. Aktuell 35 Casinos befinden sich weltweit in der Hand von MGM, die Tendenz geht leicht nach oben.

Auch deshalb müssen wohl intern einige Kosten gemindert werden. Der überwiegende Teil offenbar durch die Einsparungen bei den Arbeitskräften. Gut 100 Millionen Euro dürften sich auf diese Art und Weise einsparen lassen, so die Berechnungen des Konzerns. Vom gesteckten 200 Millionen Euro Ziel wäre die Hälfte somit also schon einmal gedeckelt.

Umstrukturierung selbst kostet ein Vermögen

Noch einmal 50 Millionen Euro sollen beim Glücksspielkonzern aus Las Vegas offenbar durch Verbesserungen bei der Beschaffung und weitere 50 Millionen durch die Optimierung des Umsatzes eingenommen werden. Letzteres dürften dann auch die Besucher der MGM-Casinos und Resorts zu spüren bekommen, die sich vermutlich auf steigende Preise für Getränke und Speisen einstellen müssen – das gab der Konzern bereits unumwunden zu. Gerade in der Anfangszeit der Umstrukturierung dürfte MGM das Geld allerdings auch bitter nötig haben. Bis sich die Investitionen und Ausgaben wirklich lohnen, werden noch einige Jahre vergehen. Schon jetzt wurden beispielsweise gute 41 Millionen US-Dollar dafür aufgewendet, um Mitarbeiter kurz vor der Rente in den Ruhestand zu schicken. Zusätzlich dazu lagen die Gesamt-Mehrausgaben im ersten Quartal sogar bei rund 52 Millionen US-Dollar. Ein finanzieller Schuh, der zusätzlich auf die Last der Umstrukturierung drückt.

Wenig überraschend kommen die Umstrukturierungspläne bei den Mitarbeitern des Konzerns nicht sonderlich gut an, schließlich waren die MGM Resorts in den vergangenen Jahren enorm erfolgreich und konnten positive Geschäftszahlen vorweisen. Seinen Arbeitsplatz in einem derart gesunden Unternehmen zu verlieren, dürfte für viele Beschäftigte nicht gerade einfach sein. Auch der Börsenkurs des Konzerns dürfte es weiterhin schwer haben. Ohnehin steckt dieser in Schwierigkeiten, da der Einbruch im ersten Quartal 2019 deutlich höher ausfiel als erwartet. So rechnete MGM damit, dass der Gewinn pro Aktie beim Konzern von rund 38 Cent auf 21 Cent fallen würde. Tatsächlich aber sank der Gewinn je Aktie sogar auf fünf Cent pro Papier ab.

Unangenehmer Termin für Finanzdirektor Sanders

Einen unangenehmen Termin hatte in den letzten Tagen der MGM-Finanzdirektor Corey Sanders, der sich in einer Stellungnahme umfangreich zu den geplanten Umstrukturierungen äußern musste. Sanders war vor allem bemüht zu betonen, dass nicht nur die „einfachen“ Mitarbeiter von den Umstrukturierungen betroffen seien, sondern auch die Management-Ebene. In der Tat wurden auch hier bereits mehr als 30 Führungskräfte vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet – natürlich nicht ohne ein entsprechendes Finanzpolster. Gleichzeitig gab Sanders aber auch zu, dass die Anzahl der geplanten Entlassungen mit 1.000 nicht gerade gering ausfallen wird. Hinsichtlich der moralischen Konflikte erklärte der Finanzdirektor:

“Wie bei jeder derartigen Unternehmung sind wir uns auch jetzt der moralischen Auswirkungen bewusst. Wir waren sehr achtsam, unsere Kommunikation war transparent und wir haben sogar Veränderungsmanagement-Programme eingesetzt, um unsere Führungskräfte und Angestellten durch diese schwere Zeit zu bringen. Zwar sind Veränderungen immer schwer, besonders, wenn es um eine große Verringerung der Mitarbeiter geht, aber wir sind uns sicher, dass das Unternehmen so effizienter und erfolgreicher in die Zukunft gehen kann.“

Worte, mit denen sich die betroffene Belegschaft wohl kaum zufrieden geben dürfte. Unklar ist bislang auch noch, wie die Arbeitnehmerverbände in den USA auf die geplanten Entlassungen beim Konzern reagieren. Insider berichten jedenfalls davon, dass ganze Abteilungen betroffen seien und viele Mitarbeiter Mühe gehabt hätten, nach der Verkündung ihre Tränen zu verbergen. Alles in allem hat sich der Glücksspielriese jetzt also erst einmal gehörig in die Schusslinie gestellt und dürfte sich innerhalb der USA nur wenige Freunde gemacht haben. Umso wichtiger, dass die geplanten Umstrukturierungen jetzt auch zügig Früchte tragen. Ansonsten hätte sich MGM in dieser Hinsicht wohl schlicht und ergreifend böse verzockt und müsste möglicherweise in eine deutlich unruhigere Zukunft blicken.

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Der Beitrag wurde am 9.5.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , veröffentlicht.
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