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Neue Glücksspielbehörde in Frankreich

Mit der ARJEL hatte Frankreich auf dem Papier in den letzten Jahren bereits eine Regulierungsbehörde für das Glücksspiel eingeführt. Diese hatte allerdings mit einem nicht ganz unwesentlichen Problem zu kämpfen. Eine zentrale Regulierung war nicht möglich, stattdessen wurden regional unterschiedliche Rahmenbedingungen aufgestellt. Das soll sich künftig ändern und mit der Einführung der ANJ eine neue, zentrale Stelle für die Glücksspielregulierung geschaffen werden. Entsprechende Pläne existieren bereits seit Monaten, jetzt werden diese aber so richtig konkret. Bereits im Frühjahr soll die neue Behörde demnach mit ihrer Arbeit starten.

Außenmauer eines Behördengebäudes.

Schon in wenigen Monaten soll die neue Glücksspielbehörde ANJ ihre Arbeit beginnen und das Glücksspiel in Frankreich zentralisiert regulieren. (©Wikimedialmages/Pixabay)

ANJ als zentrale Anlaufstelle für das Glücksspiel

In Frankreich wird der Glücksspielsektor in den kommenden Monaten grundlegend reformiert. Entsprechende Pläne zur Einführung einer zentralen Glücksspielbehörde gibt es bereits seit Oktober 2019. An diesen wurden gefeilt, nun konnte die französische Regierung erstmals konkrete Planungen für die ANJ beschreiben. So ist angedacht, dass Glücksspiel künftig über die neue Regulierungsbehörde zentral zu regulieren. Betroffen sein sollen von dieser Änderung sämtliche Bereiche des legalen Glücksspiels in Frankreich. Insbesondere in diesem Punkt erhofft man sich im deutschen Nachbarland einige Fortschritte. Bislang war die Regulierung in zahlreiche unterschiedliche Bereiche und Einzelteile aufgeteilt worden.

Mit der Glücksspielbehörde ARJEl war bereits eine Regulierungsbehörde vorhanden, diese wird künftig durch die neue ANJ ersetzt. Auch deshalb, weil in den Kompetenzbereich der ARJEL bislang nur ein geringer Teil des Glücksspielwesens fiel. So kontrollierte diese zum Beispiel nur das Online Glücksspiele. Andere Glücksspiele wie Lotterien, Spielhallen, Rubellose oder Casinos wurden hingegen von der Staatskammer überwacht. Darüber hinaus war das Landschaftsministerium für die Pferdewetten zuständig. All diese Bereiche sollen künftig unter dem Dach der ANJ bearbeitet werden. Lediglich ausgenommen sind hiervon die Regelungen für die staatlichen Spielbanken. Diese sollen in einem kombinierten Regelwerk mit den Regelungen für die private Branche verbunden werden.

Verstärke Befugnisse und Möglichkeiten für ANJ

Dass die neue Behörde deutlich mehr Befugnisse bekommen wird, teilte der Ministerrat jüngst in einem Statement mit. Hier heißt es:

“Die nationale Glücksspielbehörde ANJ wird zum Hauptakteur bei der Regulierung des Glücksspiels in Frankreich werden. Diese neue unabhängige Verwaltungsbehörde wird mit verstärken Befugnissen in einem deutlich breiteren Kompetenzbereich ausgestattet sein.“

Der Stein des Anstoßes für die Überarbeitung der Glücksspielgesetzgebung liegt übrigens an ganz anderer Stelle – und zwar in der Privatisierung der Nationallotterie. Diese ist erst Ende letzten Jahres an die Börse gegangen und konnte einen enormen Kursanstieg verzeichnen. Im Zuge der Privatisierung wurde festgelegt, dass die Reform des Glücksspielgesetzes in Frankreich dringend erforderlich sei.

ANJ wird den Fokus auf den Spielerschutz legen

Obwohl zu den genauen Prozessen und Planungen wohl in den kommenden Wochen neue Mitteilungen vermeldet werden können, sind einige Dinge bereits jetzt klar. Leiten wird die neue Behörde Isabelle Falque-Pierrotin, die zuletzt unter anderem als Präsidentin der Nationalen Kommission für Informationstechnologie und Bürgerrechte tätig war. Wie es heißt, hat die neue Frau an der Spitze der Behörde ihre Arbeit bereits im Hintergrund aufgenommen. Erste Aufgaben, die bisher in den Tätigkeitsbereich von ARJEL fielen, wurden demnach bereits erledigt. Von Seiten der Behörden heißt es in einer offiziellen Bekanntmachung zu den Aufgabenbereichen:

“Die Behörde wird sich darum kümmern, den Jugendschutz zu garantieren, Spielsucht sowie betrügerischen und kriminellen Aktivitäten vorzubeugen, gegen Geldwäsche vorzugehen und für ein wirtschaftliches Gleichgewicht zwischen den einzelnen Sektoren des Glücksspiels zu sorgen.“

Ein großer Fokus liegt demnach auf dem Schutz der Spieler, wodurch zum Beispiel auch die Eindämmung der Glücksspielwerbung in den Mittelpunkt gerät. Insbesondere im Bereich der Sportwetten scheint man hier nicht abgeneigt und plant, bei künftigen Lizenzen einen entsprechenden Passus einzubauen. Dieser soll dem Betreiber dann genau vorschreiben, welche Art der kommerziellen Kommunikation genutzt werden darf. Ab Frühjahr 2020 sollen die entsprechenden Lizenzen von der ANJ bearbeitet und ausgegeben werden. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt in den Arbeiten der neuen Behörde demnach der Kampf gegen „übermäßiges Glücksspiel“. In den letzten Jahren lag das Problem vor allem an der Beteiligung zahlreicher Instanzen. Entscheidungen wurden so nur schleppend gefällt. Künftig plant die ANJ, enger mit dem Innenministerium zusammenzuarbeiten und die Entscheidungswege zu verkürzen.

Regulierung nicht mehr zeitgemäß

Generell hat auch Frankreich mit dem Problem zu kämpfen, dass die eigene Glücksspielregulierung nicht mehr als zeitgemäß bezeichnet werden kann. Genau deshalb sollen hier nun Anpassungen formuliert werden, mit denen man sich dem digitalen Zeitalter anpassen würde. Die Nationallotterie macht es in dieser Hinsicht bereits vor: Rund 500 Millionen Euro wurden hier in einen Fonds gesteckt, mit dem die digitale Umstrukturierung vorangetrieben werden soll. Auch in Frankreich sieht man also die Zukunft des Glücksspiels klar im digitalen Bereich. Schon 2015 wurde der Strategieplan „FDJ 2020“ präsentiert, durch den zum Beispiel die hauseigene Homepage überarbeitet und neue Innovationsfonds unterstützt wurden.

Eine weitere Entwicklung war zudem im Jahre 2018 eine eigene mobile App. Die App mit dem Namen „Mission Patrimoine“ wurde eingeführt, um den Spielern den Zugriff auf Draw- und Instant-Spiele der Lotterie zu ermöglichen. Der Plan ging auf und die Einsätze der digitalen Instant-Games konnten um mehr als drei Prozent angehoben werden. Mehr als 7,5 Milliarden Euro wurden eingesetzt. Ähnliche Maßnahmen dürften künftig auch den Rest der Branche betreffen, was gerade den digitalen Anbietern eine Menge Rückenwind einbringen dürfte.

Auch der Staat erhofft sich Vorteile

Abgesehen von der zentralen und schnelleren Bearbeitung der Glücksspielbelange soll die neue Behörde dem Staat auch in finanzieller Hinsicht Vorteile bringen. So wird gehofft, dass die Steuereinnahmen künftig deutlich in die Höhe getrieben werden. Alleine durch die Lotterie sollen jedes Jahr künftig gut zwei Milliarden Euro in die Staatskasse fließen. Kommt noch der restliche Glücksspielmarkt dazu, dürfte eine Menge Geld bei Finanzminister Bruno Le Maire liegen. Kein Wunder, dass dieser die Privatisierung und Digitalisierung gemeinsam mit Präsident Macron enorm stark vorangetrieben hatte.

Gut für die Nationallotterie. Diese konnte im vierten Quartal 2018 schon satte 15,8 Milliarden Euro Umsatz durch die Verkäufe im Internet erzielen. Damit wuchs der Umsatz hier um mehr als 45 Prozent. Geplant ist, dass noch in 2020 mindestens 20 Prozent der Umsätze digital erwirtschaftet werden. Aktuell liegt man bei der Lotterie bei rund 15 Prozent.

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Der Beitrag wurde am 19.2.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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