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Niederlande: Online-Glücksspiel wird legalisiert

Insbesondere die Digitalisierung hat in den letzten Monaten und Jahren dafür gesorgt, dass sich zahlreiche Nationen noch einmal ganz neu mit dem Glücksspiel beschäftigen müssen. Nach und nach scheint sich dabei die Erkenntnis durchzusetzen, dass ein Verbot der Online-Glücksspiele in den heutigen Zeiten wenig zielführend ist. So jedenfalls schätzt neben Schweden, welches gerade erst mit einem geöffneten Markt ins Jahr 2019 startete, jetzt auch die Niederlande die Entwicklungen rund um das digitale Glücksspiel ein. Die Folge: Noch in diesem Jahr soll hier das staatliche Monopol aufgehoben und ein kontrollierter Markt ins Leben gerufen werden.

Das Parlamentsgebäude der Niederlande in der Nacht

Das Parlament in den Niederlanden hat ein neues Glücksspielgesetz verabschiedet.

Rückschlag für staatliches Monopol von „Holland Casino“

Während sich unzählige Niederlande und natürlich auch zahlreiche Glücksspielunternehmen über die Entscheidung der Politik enorm freuen dürften, ist das neue Gesetz gleichzeitig auch ein Rückschlag für den staatlichen Anbieter ”Holland Casino”, der bislang als Monopolist im Online-Geschäft aktiv war. Der Konzern betreibt darüber hinaus mehr als zehn Spielbanken im ganzen Land und kann somit als absolutes Zugpferd der Branche in den Niederlanden bezeichnet warden. Genau diese Stellung wackelt jetzt allerdings und jüngste Studien zeigen, dass insbesondere durch die Regulierung des Marktes eine ganz neue Situation für das “Holland Casino” entstehen dürfte.

Trotz Verbotes und staatlichem Angebot entschieden sich im letzten Jahr nämlich laut Umfragen schon rund 1,8 Millionen Niederländer dafür, ihre Einsätze in einem ausländischen Online Casino zu platzieren. Werden derartige Angebote in den kommenden Monaten legal, dürfte das die Neugier der Niederländer noch eimal deutlich anheben und dafür sorgen, dass auch mehr Spieler vom “Holland Casino” zur ausländischen Konkurrenz wandern.

Kansspelautoriteit wird Lizenzen nach Prüfungen vergeben

Möglich gemacht werden soll der neue und regulierte Glücksspielmarkt online vor allem durch die Kansspelautoriteit (KSA). Hierbei handelt es sich um die offizielle Regulierungsbehörde der Niederlande, die künftig dafür sorgen soll, dass Anbieter ohne Lizenz des Landes ihre Spiele nicht auf dem hiesigen Markt anbieten dürfen. Darüber hinaus ist die KSA im Rahmen des neuen Gesetzes auch dafür zuständig, die ausländischen Unternehmen zu überprüfen und diese nach Erfüllung der entsprechenden Kriterien ihre Lizenzen auszustellen. Und eben jene Kriterien können durchaus als üppig bezeichnet werden. Da wäre zum einen die finanzielle Belastung für die Unternehmen, denn auf sämtliche Online-Umsätze verlangt das Land eine Steuer von 21,9 Prozent. Darüber hinaus werden aber noch weitere Anforderungen an die Konzerne gestellt.

Diese verpflichten sich zum Beispiel zur engen Zusammenarbeit mit der KSA, insbesondere, was den Bereich des Spieler- und Jugendschutzes anbelangt. Darüber hinaus müssen die Glücksspielunternehmen ihre Heimat zwingend im europäischen Wirtschaftsraum haben und sicherstellen, dass gesperrte Spieler oder jugendliche Kunden das Angebot des Unternehmens nicht in Anspruch nehmen können. Um die Anforderungen und Umsetzungen vernünftig überprüfen zu können, soll die KSA im Zuge der neuen Gesetzgebung künftig auch mehr Mittel erhalten. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit zwischen der Behörde und der Polizei bzw. Justiz intensiviert werden. Sollte ein Unternehmen ohne Lizenz seine Spiele künftig in den Niederlanden anbieten, drohen massive Strafen. Umgesetzt werden soll das neue Gesetz bereits ab Mitte 2019. Bis dahin haben die Unternehmen Zeit, sicherzustellen, dass die den Anforderungen des Marktes gerecht werden können.

Über 300 Unternehmen bekunden Interesse

Trotz der strengen und klaren Anforderungen an die Konzerne ist das Interesse in der Branche offenbar groß. So schätzen Experten, dass bereits mehr als 300 Unternehmen ihr Interesse an einem Markteintritt in den Niederlanden bekundet haben. Mehr als 50 Unternehmen werden sich den Schätzungen zufolge wohl tatsächlich auch für eine Lizenz bewerben. Es gibt jedoch nicht wenige Stimmen, die mit einem deutlich größeren Ansturm rechnen. In Schweden beispielsweise wurde der Glücksspielmarkt Anfang 2019 ebenfalls geöffnet. Hier reichten weit mehr als 100 Unternehmen ihre Bewerbung für eine Lizenz ein.

In gewisser Weise als „Vater“ des neuen Glücksspielgesetzes kann der niederländische Minister für Rechtsschutz, Sander Dekker, bezeichnet werden. Dieser hatte sich massiv dafür eingesetzt, dass die Spieler im deutschen Nachbarland einen modernen Markt für sich nutzen können. In einem Interview erklärte Dekker: „Wir sehen, dass die Gesellschaft immer digitaler wird und das derzeit über eine halbe Million Niederländer ungeschützt am Glücksspiel teilnehmen. Dies beinhaltet große Risiken in Bezug auf Spielsucht und Betrug. Ich bin glücklich, dass wir den Menschen nun Gelegenheit geben, online auf eine verantwortungsvolle Weise zu spielen.“

KSA sieht wichtigen Schritt im neuen Glücksspielgesetz

Vorausgegangen war der Gesetzesänderung eine lange Diskussion, die allerdings bereits 2016 ein zwischenzeitlich positives Ende fand. Hier nämlich wurde von der ersten Kammer bereits grünes Licht gegeben und der Entwurf konnte danach der zweiten Kammer bzw. dem Senat zur Entscheidung vorgelegt werden. Dann zogen allerdings einige Monate ins Land, in denen wieder kräftig über eine mögliche Regulierung diskutiert wurde. In der vergangenen Woche gab es dann auch das grüne Licht in der zweiten Kammer, so dass der Entwurf nun verabschiedet wurde. Große Freude gab es darüber auch bei der KSA. So erklärte Direktor René Jansen: „Der Zusatz zu dem Wetten- und Glücksspielgesetz gibt der KSA die Möglichkeit, Kunden von Online Glücksspielen so gut zu schützen, wie es auf einem nicht regulierten Markt nicht möglich wäre. Durch die Modernisierung des Gesetzes ist es nun besser möglich, ein sicheres Spiel in einem fairen Markt durchzusetzen, denn immerhin spielen die Kunden nun ausschließlich bei Anbietern mit einer Genehmigung.“

Wie erfolgreich die Marktöffnung in den Niederlanden ausfallen wird, ist bislang natürlich noch vollkommen offen und wird sich wohl frühestens Ende 2019 das erste Mal in eine Richtung einordnen lassen. Allerdings gelten die Niederländer generell als enorm spielfreudige Gesellschaft, die das in den letzten Jahren durch steigende Umsätze auch immer wieder bewiesen hat. Ebenfalls für einen Erfolg sprechen zudem die Marktöffnungen in anderen europäischen Ländern, die in der Regel für einen stabilen Aufschwung und sichere Spielerlebnisse bei den Kunden gesorgt haben.

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Der Beitrag wurde am 28.2.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , veröffentlicht.
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