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Novomatic: Konzern will zurückhaltender einkaufen

In den vergangenen Monaten konnten aus der Glücksspielbranche zahlreiche Mitteilungen vernommen werden, dass größere Konzerne ihre kleinen Mitstreiter aufkaufen. Insbesondere der Name Novomatic ist dabei immer wieder gefallen. In der Tat hat der Konzern aus dem österreichischen Gumpoldskirchen in den vergangenen drei Jahren horrende Summen für Zukäufe ausgegeben. Firmenchef Harald Neumann erklärte am Rande der ICE in London vor einigen Tagen aber, dass damit jetzt erst einmal Schluss sein solle.

Ein Hochhaus von unten.

Novomatic hat in den letzten drei Jahren rund 100 Firmen aufgekauft.

1,5 Milliarden Euro für rund 100 Firmen

Wenn über Unternehmen der Glücksspielbranche gesprochen wird, die in den letzten Jahren in einem wahren Kaufrausch unterwegs waren, dann darf der Name Novomatic nicht fehlen. Der österreichische Konzern aus Gumpoldskirchen war in dieser Hinsicht aktiv wie kaum ein anderer Konzern und konnte in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit spektakulären Geschäften auf sich aufmerksam machen. Eines davon war beispielsweise das australische Unternehmen Ainsworth Gaming Technologies, welches Kritiker mittlerweile als Fehleinkauf abstempeln, der Konzern selber wehrt sich hiergegen jedoch und erklärt, dass die Übernahme von AGT vor allem für den Martkeintritt in den USA von großer Bedeutung gewesen ware. Allerdings räumte Firmenchef Harald Neumann am Rande der ICE in London ein, dass man nicht mit allen Investments zu 100 Prozent glücklich sei.

So gäbe es rund zehn Prozent der Zukäufe, bei denen man sich eine andere Entwicklung erhofft hätte oder für die im Nachhinein gesehen zu viel Geld bezahlt wurde. Wäre dies nicht der Fall, wäre der Spürrsinn des Unternehmens allerdings auch schier unmenschlich. Immerhin wurden vom Konzern in den letzten drei Jahren mehr als 100 Firmen aufgekauft und eine Summe von gut 1,5 Milliarden Euro investiert. Das Novomatic-Imperium besteht damit aus mehr als 220 eigenen Firmen und über 500 Unternehmen, an denen der Konzern zumindest beteiligt ist. Und das hat sich finanziell durchaus gelohnt. Inklusive aller Töchter knackte Novomatic im vergangenen Jahr die magische Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro.

Drei Milliarden davon erwirtschaftete der Mutterkonzern der Novomatic AG, die restlichen zwei Milliarden Euro wurden von den Töchtern erwirtschaftet. Damit sich diese Zahlen künftig noch positiver lesen, plant Neumann laut eigener Aussage eine “Konsolidierung und Optimierung”. Der Konzernchef erklärt: “Wir brauchen eine schlankere Struktur” und ergänzte, dass in diesem Zusammenhang Unternehmen zusammengelegt oder geschlossen werden sollen.

Das Nettoergebnis wackelt in Gumpoldskirchen

Während der Umsatz in Österreich also allen Grund zur Freude liefert, sieht es rund um das Nettoergebnis des Konzerns ein bisschen anders aus. Operativ laufe das Geschäft gut, so Neumann in London. Allerdings gibt es durchaus Probleme mit dem Nettoergebnis, denn auf dieses wirkten in der jüngeren Vergangenheit gleich mehrere Faktoren ein. In Deutschland beispielsweise wurde Novomatic von der technischen Richtlinie 5.0 in Bedrängnis gebracht. Der Konzern musste im Rahmen dieser Gesetzesänderung in der Bundesrepublik rund 100.000 seiner Automaten austauschen und umrüsten. Enstanden seien so Kosten von rund 300 Millionen Euro. Von 2016 auf 2017 halbierte sich aus diesem Grund der Nettogewinn bereits von rund 156 Millionen Euro auf weniger als 70 Millionen Euro.

2018 kamen dann noch einmal Probleme mit der angesprochenen AGT aus Australien auf. Der Konzern ist börsennotiert und geriet so selbst unter Druck, als die Kurse zahlreicher Glücksspielunternehmen in Australien starke Einbußen verzeichnen mussten. Rund 60 Prozent verlor das Papier, so dass nun auch Wertberichtigungen vorgenommen warden müssten. Diese hätten wiederum Auswirkungen auf den Nettogewinn 2018, der vermutlich noch einmal geringer ausfallen wird, als ohnehin schon vermutet.

Wie bereits angemerkt, wird man in Gumpoldskirchen allerdings nicht müde zu betonen, dass es sich beim australischen Unternehmen nicht um einen Fehleinkauf handelt. Stattdessen sei die AGT der Türöffner für den US-amerikanischen Markt, da die Australier auf diesem bereits mehrere Jahre vor der Übernahme aktiv waren. Novomatic wiederum legt auf den US-Markt großen Wert und hat in den letzten Jahren unter anderem ein eigenes Entwicklungszentrum in Chicago ins Leben gerufen. Zusätzlich dazu wurden horrende Beträge für die notwendigen Lizenzen in den Vereinigten Staaten gezahlt.

Zwei Standbeine in den USA geplant

Aktiv warden möchten die Österreicher in Übersee gleich in doppelter Hinsicht. Erst vor wenigen Tagen empfing der Konzern in der Zentrale in Gumpoldskirchen zum Beispiel den Vorsitzenden der Vereinigung der Indianercasinos (NIGA) in den USA. Gemeinsam wollen beide Parteien künftig das Sportwetten-Angebot von Novomatic in die Casinos der Indianer bringen. Geplant ist, dass in den kommenden Monaten rund 1.000 Wettautomaten in den Vereinigten Staaten aufgestellt warden und die Besucher der Indianercasinos hier ihre Einsätze bei den Sportwetten platzieren können. Zum anderen möchten die Gumpoldskirchener künftig auch mit ihren Automaten und Casinospielen eine große Nummer in den USA werden. Bereits jetzt gibt es in den Vereinigten Staaten rund eine Million active Spielautomaten, die Tendenz ist nach einigen Rückschritten in den letzten Jahren mittlerweile wieder steigend. Eine horrende Chance für Novomatic, die man gemeinsam mit der Tochter AGT jetzt nutzen möchte.

Auch an anderer Stelle blickt der Konzern zudem offenbar optimistisch in die Zukunft. So hat Novomatic auch in Großbritannien sieben Unternehmen unter seinem Schirm, die insgesamt mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigen. Unweigerlich muss sich der Konzern also mit dem Brexit auseinandersetzen, der laut Konzernchef allerdings keine Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte haben wird. Neumann erklärte hierzu: “Der Brexit betrifft uns nicht, egal, ob weich oder hart.” In der Tat bezieht sich das Geschäft in Großbritannien auch nur ausschließlich auf den dortigen Glücksspielmarkt. Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb sind dementsprechend nicht zu erwarten. In der Heimat Österreich warten dafür etwas größere Herausforderungen. Hier wehrt sich Novomatic gegen das Automatenverbot in Wien, zusätzlich dazu gibt es weiter Diskussionen um die Casinos Austria AG, an der Novomatic beteiligt ist. Langweilig wird es in Gumpoldskirchen also auch in Zukunft ganz sicher nicht.

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Der Beitrag wurde am 18.2.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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