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Novomatic legt Halbjahresergebnisse vor

Der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic hat in den letzten Wochen eher mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht und wird von einer Korruptionsaffäre bedroht. Jetzt allerdings sorgt das Unternehmen selbst erst einmal wieder für positive Nachrichten. Vor wenigen Tagen wurde das Halbjahresergebnis für 2019 präsentiert und dieses lässt erst einmal keinen Grund zur Sorge zu. Fast wie erwartet, präsentiert sich der Konzern enorm stark – vor allem im Bereich der Gaming Operations.

Karte mit eingezeichneten Märkten von Novomatic in Europa.

Auf den verschiedenen Kernmärkten von Novomatic läuft das Geschäft weiterhin rund. Die Halbjahresergebnisse der ersten sechs Monate in 2019 bestätigen das. (©Novomatic)

Gutes Wachstum auf wichtigen Märkten

In Gumpoldskirchen gibt es weiterhin keinen Grund zur Sorge. Obwohl der Glücksspielkonzern Novomatic in der Heimat aktuell mit einem durchaus handfesten Skandal zu kämpfen hat, zeigen sich die Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr unbeeindruckt. Glück also für den Konzern, dass der Skandal erst nach den ersten sechs Monaten an die Öffentlichkeit gelangt ist. Vor allem das zweite Halbjahr dürfte angesichts der letzten Meldungen aber interessant zu betrachten sein. Jetzt hat der Konzern aus Gumpoldskirchen allerdings erst einmal das Halbjahresergebnis für die ersten sechs Monate in 2019 präsentiert. Und dieser kann sich, wie soll es auch anders zu erwarten sein, sehen lassen.

Insbesondere wichtig sind die Entwicklungen im Bereich der Gaming Operations. Genau hier darf sich Novomatic auf verschiedenen Kernmärkten in Europa über ein angenehmes Wachstum freuen. So etwa in der Heimat Österreich, aber auch in Spanien oder den Niederlanden. Durchaus ein wenig überraschend sind die positiven Entwicklungen des Konzerns in Großbritannien. Der Markt in Großbritannien gilt seit jeher als schwierig, hat sich im ersten Halbjahr aber als Umsatz-Garant entpuppt. Und das nicht zu knapp: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte ein Zuwachs in Höhe von 14,7 Prozent vermeldet werden. Damit lag der Umsatz hier bei 85 Millionen Euro. Ebenfalls gewachsen ist der Konzern auch im Bereich der Wetterlöse, wo prozentual mit 15,4 Prozent sogar ein noch größeres Wachstum erreicht werden konnte.

Umsatzerlöse leicht gesunken, dafür Anleihe getilgt

Wer ein Haar in der ansonsten schmackhaften Novomatic-Suppe finden möchte, der kann dieses im Bereich der Umsatzerlöse ausfindig machen – wenn auch nur minimal. Im vergangenen Jahr lagen die Umsatzerlöse in den ersten sechs Monaten bei 1.287,3 Millionen Euro, 2019 waren es 1.264,7 Millionen Euro. Somit liegt der Rückgang hier bei etwas weniger als zwei Prozent. Aufgeteilt wird diese Summe in die Bereiche Gaming Operations und Gaming Technology. Verteilt sind die Anteile dabei zu 63 Prozent auf den Bereich der Gaming Operations und zu 37 Prozent auf den Bereich der Gaming Technology.

Wie es auf Seiten des Konzerns heißt, hätten die Ergebnisse wohl durchaus noch besser ausfallen können. Beeinflusst wurde der Bericht demnach von veränderten Gesetzeslagen in Deutschland oder Italien. Beides ebenfalls Kernmärkte des österreichischen Giganten. Dafür positiv: Im Januar 2019 konnte eine Anleihe in Höhe von rund 250 Millionen Euro aus dem Jahr 2013 getilgt werden.

Fokus liegt jetzt auf der Konsolidierung

Ebenfalls aufgeführt wird im Bericht der Österreicher natürlich auch der Bereich des operativen Cashflows. Auch hier sind positive Entwicklungen zu erkennen. Im ersten Halbjahr 2019 wurde hier ein Wert von 242,6 Millionen Euro erreicht. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr, wo man in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Cashflow von rund 167,7 Millionen Euro erreichte. Der Konzern hebt hierbei besonders den starken positiven Free Cashflow nach Akquisitionen in Höhe von 186,2 Millionen Euro hervor. Kein Wunder: 2018 lag dieser nämlich noch bei -297 Millionen Euro. Hier ist die Entwicklung also gewaltig. Das EBITDA wiederum hat sich leicht ins Negative verändert, bleibt aber generell auf dem Vorjahresniveau. Bedeutet in „nackten“ Zahlen: 2018 waren es 313 Millionen Euro, 2019 lag das EBITDA bei 297,1 Millionen Euro.

Auf sich aufmerksam gemacht haben die Österreicher in den letzten Jahren vor allem durch ein strenges Wachstum und damit verbundene Übernahmen. Das soll sich künftig ändern. Wie der Konzern mitteilte, soll mit den Zukäufen im ganz großen Stil jetzt erst einmal Schluss sein. Der Fokus soll stattdessen auf der Optimierung der internen Strukturen liegen. Auf diesem Wege erhofft sich der Gaming-Konzern hohe Synergien zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen und geht davon aus, die Effizienz noch einmal deutlich steigern zu können. Ebenfalls angedacht ist darüber hinaus der Verkauf eines Großteils des Technologiegeschäfts in Großbritannien. Läuft auf behördlicher Seite alles glatt, soll dieser Verkauf offenbar noch im zweiten Halbjahr 2019 über die Bühne gehen.

FPÖ-Skandal dürfte im zweiten Halbjahr zu spüren sein

Abgesehen von den positiven Nachrichten durch den Halbjahresbericht hat Novomatic in den letzten Wochen eher negative Schlagzeilen geschrieben. Der Konzern ist in einen Polit-Skandal verwickelt, in welchem es um verschiedene Posten-Schachereien gehen soll. Konkret liegt der Verdacht vor, dass der Konzern hochrangige Posten an FPÖ-Mitglieder vergeben hat und von der Partei dafür im Austausch bei Lizenzfragen bevorzugt behandelt wurde. Eine Sprecherin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft erklärte hierzu:

“Es geht um den Verdacht, dass zwischen Verantwortlichen eines Glücksspielunternehmens und Amtsträgern der Republik Österreich im Gegenzug für die Bestellung eines bestimmten Kandidaten einer Aktiengesellschaft die parteiische Vergabe von Glücksspiellizenzen vereinbart wurde und eine wohlwollende Unterstützung bei regulatorischen Glücksspielbelangen zugesagt wurde.“

Wenig überraschend hat der Konzern bislang alle Vorwürfe von sich gewiesen und dies unter anderem damit begründet, dass die FPÖ-Politiker alleine kaum die Macht hätten, den Konzern bei Lizenzfragen bevorzugt zu behandeln. In diesem Zusammenhang verwies man in Gumpoldskirchen auch auf die geltende Rechtslage in Österreich und die damit einhergehende Glücksspielregulierung durch die dafür zuständigen Behörden. Wieder im Fokus steht in diesem Zusammenhang übrigens auch der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache, der auch über die Grenzen Österreichs hinaus durch die sogenannte „Ibiza-Affäre“ bekannt geworden ist. Schon damals war in dem Video auch der Name Novomatic gefallen und es wurde erklärt, dass der Konzern wohl zahlreiche Parteien mit Spenden unterstützen würde. Obwohl aktuell noch keine genaueren Erkenntnisse vorliegen, dürfte dieser Vorfall der Reputation des ansonsten blüteweißen Glücksspielunternehmens enorm leiden. Ob sich dies dann auch in den Geschäftszahlen in den zweiten sechs Monaten des Jahres bemerkbar machen wird, bleibt aber abzuwarten.

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Der Beitrag wurde am 6.9.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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