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Österreich: Verstöße gegen Nichtraucherschutz?

Zum Schutz der Nichtraucher und Nichtraucherinnen hat Österreich im letzten Jahr ein neues Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet. Dieses gilt seit dem 1. November 2019 und verbietet das Rauchen in zahlreichen Einrichtungen. Darunter auch die Casinos. Wie der Verein Spielerhilfe in einer jüngst veröffentlichten Pressemitteilung anmahnt, scheinen sich jedoch nicht alle Betreiber an die neuen gesetzlichen Vorgaben zu halten. Explizit angesprochen werden die Casinos Austria und Admiral. Der Verein fordert nun Konsequenzen von den Behörden, damit der Nichtraucherschutz auch in den Casinos künftig energisch umgesetzt wird.

Das Casino Baden in Österreich.

Wie im Casino Baden, herrscht ein strenges Nichtraucher-Schutzgesetz in den österreichischen Casinos. Laut dem Verein Spielerhilfe halten sich die Betreiber an dieses aber nicht intensiv genug. (©BigAmount/ Pixabay)

Casinos verstoßen gegen Nichtraucherschutz

Für viele Spieler in den Casinos dieser Welt gehören der Spielspaß und eine Zigarette, Zigarre oder ein anderer Glimmstängel einfach zusammen. Umsehen müssen sich die Spieler seit geraumer Zeit allerdings in Österreich, denn hier ist seit dem 1. November 2019 offiziell ein neues Nichtraucherschutzgesetz aktiv. Dieses trägt den komplizierten Namen „Bundesgesetz über das Herstellen und Inverkehrbringen von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen sowie die Werbung für Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse und den Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutz.“ Festgehalten wird im Gesetz, dass das Rauchen zum Beispiel in Räumen verboten ist, die der Herstellung, Verarbeitung, Verabreichung oder Einnahme von Speisen oder Getränken dienen. Zudem sind sämtliche Räume betroffen, die den Betrieben zur Verfügung stehen, aber in denen kein Essen serviert wird.

Obwohl die Gesetzeslage damit ziemlich eindeutig scheint, hat sich die Glücksspielbranche mit diesem offenbar noch nicht wirklich angefreundet. So jedenfalls teilt es der Verein “Spielerhilfe“ in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Hierin heißt es, dass die Casinos Austria und Admiral nicht nur gegen das neue Gesetz verstoßen würden, sondern dieses offenbar in vielen Fällen vollständig ignorieren.

Zehn Anzeigen gegen Casinos in Österreich

Dass man sich auf Seiten des Vereins nicht nur auf das berühmte „Hörensagen“ verlässt, wird ebenfalls betont. So hätte man die Verstöße bei Besuchen bzw. Kontrollbesuchen der Spielbanken und Spielhallen festgestellt. Konkret teilte der Verein mit, dass sogar in zehn Fällen Anzeigen gestellt wurden. Besonders oft betroffen sind demnach die Betriebe von Admiral. Gegen diese wurden acht Anzeigen eingereicht. Die restlichen zwei Anzeigen wiederum „erwischten“ die Casinos Austria AG. Für die Spielerhilfe handelt es sich hierbei offenbar keinesfalls um Kavaliersdelikte. Der Verein, der sich überwiegend aus ehemaligen Problemspielern zusammensetzt, erklärte stattdessen, dass sich die Süchte gegenseitig befeuern würden. So würden die Spieler durch das Spiel zum Rauchen animiert werden. Warum die Betreiber gegen das Rauchverbot verstoßen würden, liegt in den Augen der Spielerhilfe auf der Hand. Spieler würden die Automaten verlassen und zum Rauchen an die frische Luft gehen. Hierdurch drohen Umsatzeinbußen und die sollen natürlich vermieden werden. Möglich zudem, dass die Psychologie eine Rolle spielt. Der eine oder andere Spieler würde sein Spielverhalten an der frischen Luft möglicherweise noch einmal überdenken.

Dass aber vor allem die drohenden Umsatzeinbußen ein wichtiges Argument sein könnten, zeigen die letzten Äußerungen der Branche. Hier wurde angemahnt, dass Umsatzeinbußen in Höhe von rund 30 Prozent aufgrund des neuen Nichtraucherschutzes zu befürchten sind. Diese Erfahrungen hätten die Glücksspielanbieter in anderen Ländern bereits gesammelt. Ein Argument, welches den Verein offenbar nicht beeindruckt. Dieser fordert in seiner Mitteilung stattdessen die Behörden dazu auf, die Umsetzung des neuen Nichtrauchergesetzes stärker zu kontrollieren.

Casinos Austria für mangelnden Spielerschutz kritisiert

Abgesehen von den Vorwürfen rund um die Nichtbeachtung es neuen Nichtraucherschutzgesetzes sieht sich die Casinos Austria AG weiteren Vorwürfen des Vereins gegenübergestellt. Konkret betreffen diese sowohl den Mutterkonzern der teilstaatlichen Casag als auch deren Tochterunternehmen WinWin. Kritisiert wird der Konzern für einen vermeintlich ausbleibenden Spielerschutz, der eigentlich über ein entsprechendes Kontrollsystem gewährleistet werden solle. Der Verein teilt mit:

“Der teilstaatliche Betreiber Casag – Casinos Austria – und deren Tochterunternehmen WinWin geraten aktuell in Veruff, genau diese Schutzmechanismen zu missachten.“

Der Verein bezieht sich dabei laut eigener Aussage auf eine aktuelle Reportage des Wochenmagazins „profil“. Dieses hatte in einer Ausgabe davon berichtet, dass der Spielerschutz bei diesem Betreiber vernachlässigt werden, oder sogar ganz unterlassen werden würde. Wie der Verein mitteilt, handele es sich hierbei um eine besorgniserregende Entwicklung, die keinesfalls akzeptiert werden könne. Der Spielerschutz dürfe nicht „länger nur Inhalt einer Werbebroschüre sein“, sondern müsse auch in der Praxis ohne Wenn und Aber zur Anwendung kommen.

Immer mehr Spieler in Liechtenstein anzutreffen

Das Rauchverbot in den österreichischen Spielbanken sorgt im Nachbarland Liechtenstein derweil für freudige Entwicklungen. Hier platzieren sich immer mehr Casinos in unmittelbarer Nähe zur Grenze, da auch diese Betreiber um die Diskussionen in Österreich wissen. Und offenbar sind immer mehr Spieler bereit dazu, für den Spielspaß auch eine Tour ins Nachbarland in Kauf zu nehmen. Das wiederum führt zu einer pulsierenden Glücksspielbranche in Liechtenstein. Hier sind derzeit bereits drei Spielbanken zu finden, weitere sollen in den nächsten Monaten eröffnet werden. Das kleine Liechtenstein wird damit mehr und mehr zu einer echten Glücksspielmetropole. Allerdings: Das gefällt offenbar nicht allen. In den letzten Wochen gab es vermehrt Drohungen gegen die Casinos, in denen von Bombenanschlägen die Rede war. Entdeckt wurde bei den anschließenden Durchsuchungen nichts. Trotz der ohne Zweifel etwas aufgeheizten Stimmung erklärte die Regierung aber, dass man weiter an den Ausbau der Glücksspielbranche glaube und daher künftig noch weiteren Unternehmen eine Lizenz in Liechtenstein anbieten werde.

Das ist der Verein Spielerhilfe Beim Verein Spielerhilfe handelt es sich um einen im Jahr 2019 in Österreich gegründeten Verein. Dieser setzt sich für eine Verbesserung des Spielerschutzes in Österreich ein und bietet zudem eine Beratung von Spielsüchtigen, die mit dem Spielen aufhören möchten. Laut eigener Aussage besteht das Team aus ehemaligen Spielern, die selbst große Summen verloren haben und nun ihre Energie zum Schutz der Spieler und deren Unterstützung aufbringen wollen.

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Der Beitrag wurde am 21.1.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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