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Paddy Power setzt Zeichen bei Glücksspielwerbung

Der britische Glücksspielanbieter Paddy Power hat in der Debatte rund um die intensive Werbung der Glücksspielunternehmen ein klares Zeichen gesetzt. Der Konzern, der als Sponsor zahlreicher Fußballvereine aktiv ist, ließ zwei seiner gesponserten Mannschaften ganz ohne Trikotwerbung auflaufen. Damit unterstreicht Paddy Power nicht nur den guten Willen beim Einschränken der eigenen Werbemaßnahmen, sondern unterstützt auch gleichzeitig die eigene Initiative „Save our Shirt“.

Gut besuchtes Fußballstadion.

Paddy Power hat jüngst die Kampagne „Save our Shirt“ ins Leben gerufen und bei der Partie zweiter gesponserten Teams gänzlich auf die Trikotwerbung verzichtet. (©12019/Pixabay)

“Unsponsored Derby“ zum zweiten Mal ausgespielt

Mit dem sogenannten „Unsponsored Derby“ hat der britische Glücksspielanbieter Paddy Power jetzt bereits zum zweiten Mal auf sich aufmerksam gemacht und so auch zum zweiten Mal ein klares Zeichen in der Debatte um die Glücksspielwerbung in England gesetzt. Das Unternehmen ist als Sponsor zahlreicher Fußballvereine aktiv und hat in diesem Zusammenhang dafür gesorgt, dass die beiden Clubs Newport County und Macclesfield Town in der vergangenen Woche gänzlich ohne Trikotwerbung aufgelaufen sind. Ein ungewohntes Bild, immerhin wimmelt es gerade im britischen Profi-Fußball ansonsten nur so vor Werbemaßnahmen der Glücksspielunternehmen.

Für Paddy Power, der als Sponsor beider Vereine aktiv ist, war dieses Derby die optimale Möglichkeit, um Aufmerksamkeit für die eigene Kampagne “Save our Shirt“ zu erregen. Diese wurde bereits im letzten Sommer vom Unternehmen ins Leben gerufen und bereits kurze Zeit später durch das erste „Unsponsored Derby“ das erste Mal zu erhöhter Prominenz gekommen. Auch damals waren es die Vereine von Newport County und Macclesfield Town, die werbefrei aufliefen.

Konzern stolz auf eigene Maßnahmen

Abgesehen von der fehlenden Trikotwerbung blieben beim Derby weitere Werbeflächen des Unternemens leer. So wurde zum Beispiel auch in der Stadionzeitung keine Werbung gezeigt, ebenso waren die Banner im Stadion komplett frei von Glücksspielwerbung. Der Glücksspielanbieter teilte in diesem Zusammenhang in einem Statement mit, dass man stolz auf die Werbefreiheit der Partie sei. Im Detail heißt es:

“Wir freuen uns darüber, dass unsere beiden Partnervereine wieder gegeneinander spielen. Wir sind stolz darauf, das Match so weit wie möglich werbefrei gestalten zu können, um den Fans etwas von ihrem Spiel zurückzugeben.“

Zuspruch gab es für die Aktion auch von Seiten der Unternehmen. Der Commercial Manager von Newport County, Alex Eagle, erklärte in einer Mitteilung vor dem Spiel:

“Unser Verein freut sich sehr, das zweite Save our Shirt Unsponsored Derby der Saison auszurichten. Ein großes Dankeschön geht an unsere Partner, die sich darin engagiert haben. Wir hoffen, dass County den Sieg erringen und sich den Pokal sichern kann.“

Neben Paddy Power waren noch sechs weitere Unternehmen an der Kampagne beteiligt, die ebenfalls auf Werbemaßnahmen während der Partie verzichteten. Interessant: Paddy Power stiftete sogar einen eigenen Pokal für das zweite Derby, obwohl es sich hierbei lediglich um ein reguläres Spiel in der vierten englischen Liga handelte. Den Sieg übrigens sicherte sich Newport County mit einem 1:0 und rangiert damit in der Tabelle auf dem elften Platz. Macclesfield war bereits vor dem Spiel als Außenseiter bezeichnet worden und befindet sich auf Rang 22.

Großes Trara für wenig Greifbares?

In Großbritannien wird seit geraumer Zeit über die intensiven Werbemaßnahmen der Glücksspielunternehmen diskutiert und kritisiert. In der Tat werden in dieser Spielzeit mehr als die Hälfte aller Mannschaften in den ersten beiden Ligen von Glückspielunternehmen gesponsert. Dadurch, so eine Studie der GambleAware aus dem September 2019, würden sich die Fußballfans zunehmend verunsichert fühlen. Das sorgte dafür, dass nun eine Überprüfung der Werbemaßnahmen durchgeführt werden soll. Das bestätigte jüngst der Sportminister Nigel Adams. Dieser gab an, dass das Department for Digital, Culture, Media & Sport künftig das Verhältnis zwischen Fußball und Wetten überprüfen werde. Herausfinden möchte man so, ob das Wettsponsoring das Glücksspiel unter den Fans möglicherweise normalisiert habe. In diesem Zusammenhang könnte dann auch eine Behandlung wie bei der Tabakwerbung drohen. Das würde ein komplettes Werbeverbot im Sport bedeuten.

Obwohl Paddy Power auf den ersten Blick einen großen Schritt mit der Aktion unternimmt, schützt dies den Konzern nicht vor kritik. Zahlreiche Kritiker warfen dem Unternehmen vor, lediglich Kapital aus der Aktion schlagen zu wollen. Immerhin würde es sich lediglich um die vierte Liga handeln, in der nicht annähernd so viele Zuschauer wie in der Premier League oder zweiten Liga erreicht werden könnten. Zudem warfen einige Kritiker dem Konzern vor, das „Unsponsored Derby“ auch entsprechend zu vermarkten. Mögliche Verluste durch die ausbleibende Werbung würden so auf anderem Wege wieder eingenommen werden.

Hat es die Branche übertrieben?

Dass die Debatte rund um das Werbeverbot immer schärfer wird, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen mit der Anregung, das Glücksspielgesetz zu überarbeiten. Der britische Gambling Act existiert bereits seit 2005 und kann daher für den heutigen Markt kaum mehr einen geeigneten Rahmen zur Verfügung stellen. Im Zuge der Reform fordern viele Politiker auch eine Überarbeitung der Werbevorschriften. Zusätzlich dazu werfen viele Experten der Glücksspielbranche vor, es mit den Werbemaßnahmen schlichtweg übertrieben zu haben. Besonders die Werbung auf den Juniorenseiten zahlreicher Fußballvereine sei dabei ein schwerwiegender Fehler gewesen. In der Tat hat diese Werbung dafür gesorgt, dass die britische Gambling Commission die Maßnahmen der Branche genauer überprüft hat. Damit aber noch lange nicht genug.

Zahlreiche Vereine und Sportler aus den oberen Profiligen werden von Glücksspielanbietern gesponsert. Für großes Aufsehen sorgte zuletzt vor allem der „Fall Wayne Rooney“. Rooney lief mehr als 190 Mal für die englische Nationalmannschaft auf und ist aktuell beim Zweitligisten Derby County aktiv. Bereits der Wechsel sorgte aufgrund der enormen finanziellen Hürden für Diskussionen. Dem Hauptsponsor von Derby County, 32Red, wird vorgeworfen, die finanziellen Mittel hierfür zur Verfügung gestellt zu haben. Offenbar aber nicht ohne Aussicht auf eigene Vorteile, denn Rooney läuft seit jeher mit der Rückennummer 32 auf. Die britische Werbeaufsicht ermittelt im Zuge des Deals daher gegen 32Red bzw. den Mutterkonzern die Kindred Group. Gut möglich, dass derartigen Debatten durch ein Werbeverbot künftig ein Riegel vorgeschoben wird.

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Der Beitrag wurde am 8.2.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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