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Rank Group: Neue Ausrichtung für mehr Erfolg

Es ist hinlänglich bekannt, dass im Zusammenhang mit dem britischen Glücksspielmarkt generell von einer sehr vitalen Branche gesprochen werden kann. Den Unternehmen ging und geht es in den meisten Fällen wirtschaftlich sehr gut. Auch die zuletzt oftmals kritisch betrachtete Rank Group kann sich offenbar wieder dazuzählen. Noch im vergangenen Jahr musste der Konzern massive Rückschläge hinnehmen, die vor allem im stationären Betrieb zu spüren sind. Nachdem der Fokus aber mehr und mehr auf das Online Angebot ausgeweitet wurde, deuten die aktuellsten Geschäftszahlen auf eine freudige Entwicklung hin. Es scheint ganz so, als würde die neue Ausrichtung spürbar zu mehr Erfolg beitragen.

Verlassene Straße einer englischen Stadt bei Nacht.

Ausgestorben? Zumindest im stationären Glücksspiel scheint die Rank Group in Großbritannien keine große Zukunft mehr zu sehen. (©Pixabay)

Doch noch eine Rettung für den Oldie?

Der britische Glücksspielmarkt ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Nur hier gibt es zum Beispiel so enorm traditionsreiche Unternehmen wie die Rank Group. Umso ärgerlicher war es im letzten Jahr, dass es ausgerechnet einem dieser enorm traditionsreichen Unternehmen wirtschaftlich so schlecht ging. Die Zahlen der letzten Monate waren alles andere als überzeugend und ließen viele Experten mit großer Sorge auf den „Oldie“ blicken. Das allerdings nicht nur aus romantisch-nostalgischer Sicht. Auch mit Blick auf die Arbeitsplätze wäre ein K.O. des Traditionsunternehmens hart. Immerhin betreibt der Konzern mehr als 100 Bingo Clubs und über 50 Casinos im ganzen Land.

Doch der große Name und das üppige Spielangebot allein haben zumindest in der zweiten Hälfte in 2018 nicht mehr viel genützt. Wie der Konzern damals mitteilte, sei das gesamte Betriebsergebnis um rund 35 Prozent gesunken. In den Casinos hätte man zudem ein Umsatz-Minus in Höhe von fünf Prozent hinnehmen müssen. Übertrieben bedrohlich war die Lage für das Unternehmen zwar damals nicht, dennoch musste im Jahresüberschuss ein Minus von mehr als 20 Prozent verbucht werden. Dieser nahm von etwas mehr als 50 Millionen Pfund auf weniger als 40 Millionen Pfund ab.

Viele Gründe für den Rückgang gefunden

Mögliche Gründe für den Rückgang im Geschäft wurden vom Unternehmen schnell ausgemacht, waren allerdings nicht zu 100 Prozent überzeugend – zumindest nicht in allen Fällen. Durchaus plausibel ist zum Beispiel die damalige Erklärung gewesen, dass weniger Highroller in den Casinos aktiv gewesen seien als noch im Jahr zuvor. Eine derartige Entwicklung ist für die Unternehmen tatsächlich teils heftig zu spüren, da diese Spieler für gewöhnlich große Anteile am Umsatz haben. Es gab allerdings noch weitere Begründungen, die nicht unbedingt so überzeugend klangen. So erklärte die Gruppe damals, dass die Lust der Briten auf Sportwetten zurückgegangen sei. Ein Argument, welches sich angesichts der erfolgreichen Zahlen anderer Unternehmen im gleichen Zeitraum so kaum belegen lässt. Darüber hinaus seien auch die Wetterbedingungen in 2018 nicht optimal gewesen und so hätten sich viele Spieler den Weg in die Casinos des Unternehmens lieber gespart.

Auf die Einschnitte in den Zahlen reagierte das Unternehmen aber auch praktisch recht zügig. So wurde die Arbeitszeit vieler Mitarbeiter in den Casinos und Clubs kurzerhand verkürzt. Die Belegschaft war davon nicht unbedingt begeistert, dem Konzern hat dies in den Augen der Rank Group allerdings weitergeholfen. 2019 spüre man auch deshalb schon eine Entwicklung ins Positive, heißt es. Ebenso seien Stellenkürzungen auf der Managementebene ein Grund dafür, dass der Konzern zumindest laut aktuellen Zahlen wieder einer besseren Zeit entgegensteuern kann.

Geschäft neu ausgerichtet

Abgesehen von diesen eher kleineren Anpassungen im operativen Geschäft hat sich der Konzern aber auch dazu entschlossen, das eigene Geschäftsmodell noch einmal zu überdenken. Dem stationären Betrieb scheint man bei der Rank Group keine große Zukunft mehr zuzutrauen. Stattdessen soll der Fokus des Unternehmens jetzt vor allem auf den Online-Betrieb gelegt werden. Bereits im Mai dieses Jahres wurde hierfür der Konzern Stride Gaming übernommen, der mit mehreren Angeboten schon seit geraumer Zeit online aktiv ist. Damit reagierte der Konzern direkt auf weitere Einbußen im stationären Betrieb, die auch im ersten Quartal von 2019 noch zu spüren waren. John O’ Reilly, der Geschäftsführer der Rank Group, sagte rund um die Übernahme von Stride:

“Mit der Übernahme von Stride Gaming, welche nach unserer Erwartung noch 2019/20 abgeschlossen werden kann, können wir dazu beitragen, Schritt für Schritt unser digitales Geschäft auszubauen, passende Synergien zu finden, firmeneigene Technologien innerhalb des Hauses zu nutzen und so eines der führenden britischen Online Glücksspielangebote zu kreieren.“

Die neuen Maßnahmen scheinen sich auszuzahlen. Wie die aktuellen Zahlen belegen, konnte der Konzern seine Umsätze von Juni 2018 bis Juni 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder um ein Prozent anheben. Im Detail wurden dabei Umsätze in Höhe von rund 691 Millionen Pfund erwirtschaftet.

Online-Kurs erweist sich offenbar als gute Entscheidung

Besonders erfreulich ist für das Unternehmen in diesem Zusammenhang, dass sich der Zukauf und die Neuausrichtung auf das Online-Geschäft offenbar schon als Erfolg herausstellen. So wurde die Online-Sparte deutlich angekurbelt und konnte laut aktueller Zahlen einen Umsatzanstieg von 17 Prozent vorweisen. O’Reilly erklärte hierzu:

“Mit der Performance der Group im zweiten Halbjahr sowie mit den Jahresergebnissen sind wir sehr zufrieden. Insbesondere im Hinblick auf die Schwierigkeiten, mit denen wir in der ersten Jahreshälfte noch zu kämpfen hatten. Das Transformationsprogramm ist für unsere Wachstumsstrategie in Großbritannien als auch international von enormer Wichtigkeit.“

Dass sich hieran in den kommenden Jahren noch etwas ändern wird, scheint in den Augen des Geschäftsführers eher unrealistisch zu sein. Stattdessen betont O’Reilly, dass der Online-Branche auch in den kommenden Jahren noch eine deutlich größere Aufmerksamkeit zu Teil kommen wird. Obwohl man sich nun bereits der richtigen Richtung zugewandt habe, müsse man im Sinne des Kundenwohls dennoch weiterhin an sich arbeiten und so für Verbesserungen sorgen. Unterm Strich lassen sich die aktuell positiven Entwicklungen in den Geschäftszahlen also wohl erst einmal nur als recht erfreulicher Trend bezeichnen. Ob dieser aber auch in den kommenden Monaten noch weiter anhalten wird, bleibt erst einmal abzuwarten. Für die Mitarbeiter des Traditionsunternehmens sind dies aber auf jeden Fall für den Moment sehr schöne Nachrichten.

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Der Beitrag wurde am 29.8.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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