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Sazka-Gruppe in Österreich in Erklärungsnot

Eigentlich verliefen die letzten Tage für die Sazka-Gruppe in Österreich sehr erfreulich. Gemeinsam mit Novomatic konnte man sich auf einen Deal einigen, mit dem die tschechische Konzerngruppe von den Österreichern die etwas mehr als 17 Prozent an den Casag-Anteilen übernehmen soll. Bislang schien der Deal auch von den Aufsichtsbehörden so durchgewinkt zu werden, doch jetzt könnten sich Probleme breitmachen. Denn offenbar war die Sazka-Gruppe jahrelang unerkannt auf dem österreichischen Markt als Glücksspielanbieter aktiv. Und das könnte zu einem K.O.-Kriterium für den Deal werden.

Mehrere Spielautomaten in einem Spielcasino.

Mit den Anteilen von Novomatic könnte die Sazka-Gruppe den Spielbetrieb in den Casinos Austria stark bestimmen. Es könnten sich jedoch Probleme bei der Zustimmung durch die Behörden ergeben. (©Bru-nO/ Pixabay)

Novomatic AG und Sazka-Gruppe einig über Casag-Anteile

Geht es nach dem Willen der tschechischen Sazka-Gruppe und der österreichischen Novomatic AG, steht dem Verkauf der Casag-Anteile von Novomatic an die Tschechen nichts mehr im Wege. Novomatic teilte bereits vor einigen Tagen mit, dass man gemeinsam mit der tschechischen Gruppe zu dem Entschluss gekommen sei, dass ein Verkauf der Anteile die beste Lösung für die Casinos Austria AG darstelle. Noch offen sind hier allerdings die Zustimmungen von Behörden und Aktionären. Sollte der Deal zustande kommen, würden 17,19 Prozent der Casag-Aktien in die Hände der tschechischen Sazka-Gruppe übergehen.

Diese wiederum könnte ihren Anteil an der Casinos Austria AG mit diesem Deal von rund 38 Prozent auf mehr als 55 Prozent hochschrauben. Erstrebenswert, schließlich hat man so die Aktienmehrheit im Unternehmen – und das deutlich.

Verkauf förderlich für Eigentümerstruktur der Casag

Zur Übereinkunft der beiden Großaktionäre teilte Novomatic-CEO Harald Neumann mit:

“Die bisherige Eigentümerstruktur hat zu keiner zufriedenstellenden Entwicklung der Casinos Austria geführt. Als kleinster Großaktionär haben wir uns daher entschlossen, unsere Anteile zu verkaufen, um der Casag eine klare und nachhaltige Eigentümerstruktur zu ermöglichen, damit das Unternehmen langfristig für die zukünftigen Herausforderungen der nationalen und globalen Märkte gewappnet ist.“

Behalten wird Novomatic demnach allerdings seine elf Prozent Anteile an der Österreichischen Lotterien GmbH. Ebenfalls sehr zufrieden zeigte sich mit dieser Übereinkunft natürlich auch die tschechische Sazka-Gruppe. Man betonte jedoch, dass man trotz einer möglichen Aktienmehrheit eine faire Vertretung im Aufsichtsrat und Vorstand stellen wolle. Konkret heißt es von Seiten Robert Chvatal, dem CEO der Sazka-Gruppe:

“Wir sind überzeugt, dass dies die beste Lösung für das Unternehmen ist. Wir wollen der Casag eine stabile positive Entwicklung in einer langfristigen Partnerschaft ihrer beiden größten Aktionäre sichern. Wir fühlen uns verpflichtet, gemeinsam mit der ÖBAG und dem Casag-Team für eine nachhaltige Entwicklung zum Wohle unserer Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu sorgen. Wir sind darauf vorbereitet, uns auf das Kerngeschäft der Casag zu konzentrieren und Innovationen auf den Markt zu bringen.“

Mit einer Übernahme der Novomatic-Anteile könnte die Sazka-Gruppe ihren Anteil an der Casinos Austria AG auf 55,5 Prozent erhöhen. Zweitgrößter Anteilseigner bliebe die ÖBAG, die Republik Österreich, mit 33,2 Prozent. Die restlichen Prozente verteilen sich zu 5,3 Prozent auf die Schelhammer & Schattera, zu 4,9 Prozent auf die Privatstiftung Melchart und zu 1,1 Prozent auf Kleinanleger.

Gerät der Deal doch noch ins Wanken?

Bislang galt die noch ausstehende Zustimmung zum Deal durch die Wettbewerbsbehörden des Landes als reine Formsache. In der Tat schien es bisher so, als würden diese keinerlei Probleme bei der Übernahme sehen. Offiziell heißt es dazu, dass vor allem deshalb keinerlei Bedenken gegen die Abmachung gebe, weil die Sazka-Gruppe selbst in Österreich kein Glücksspiel betreibt. Genau das scheint aber etwas anders zu sein. So berichten die österreichischen Medien darüber, dass die Sazka-Gruppe sehr wohl längere Zeit in Österreich als Anbieter für Glücksspiele aktiv war. Und zwar mit dem Dienst „Betano“. Hinter diesem stand die Sazka-Gruppe zwar nicht offiziell, laut der Zeitung „Krone“ aber über ein großes Netz aus Tochterfirmen.

Sollten sich die Berichte als wahr herausstellen, dürften die österreichischen Wettbewerbsbehörden noch einmal ganz genau hinsehen wollen. Dessen scheint man sich bei der Sazka-Gruppe allerdings durchaus bewusst zu sein. Seit wenigen Tagen bekommen die Besucher Österreichs einen Hinweis auf der Webseite angezeigt, dass das Angebot von Betano in diesem Land in Kürze nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Konkret heißt es:

“Wichtiger Hinweis: Betano wird in Kürze seine Dienste in Österreich einstellen. Ab dem 18. Dezember können unsere Kunden nur noch Abhebungen von ihren Konten vornehmen. Ab dem 1. Januar werden sie beim Besuch der Website von Betano in Österreich automatisch zu ihrem Kontobereich weitergeleitet, um den verbleibenden Betrag zu begleichen und den Betano-Kundendienst zu nutzen.“

Aus Sicht der tschechischen Konzerngruppe dürfte jetzt zu hoffen sein, dass der Rückzug vom österreichischen Markt rechtzeitig gelungen ist. Selbst das könnte am Ende aber nicht ausreichend sein – je nachdem, wie die Behörden die Aktivitäten der Sazka-Gruppe in den vergangenen Monaten bewerten.

Nimmt sich Novomatic aus der Schusslinie?

Abgesehen von der Sazka-Gruppe steht rund um diesen Deal allerdings auch Novomatic unter besonderer Beobachtung. Kritiker werfen dem Konzern vor, sich durch einen Verkauf der Casag-Anteile möglichst aus der Schusslinie rund um die sogenannte „Ibiza-Affäre“ nehmen zu wollen. Dass die Casinos keine gewünschte Entwicklung genommen hätten, ist in den Augen der Kritiker kein Grund für einen Verkauf. In der Tat ist die Verbindung zwischen Novomatic und den Casinos Austria zumindest in der jüngeren Vergangenheit laut österreichischen Medien fragwürdig. Im Zuge von Ermittlungen in der „Ibiza-Affäre“ wurde bekannt, dass offenbar Absprachen zwischen Novomatic und der FPÖ stattgefunden haben. Wie es scheint, wurden Novomatic Zugeständnisse bei gesetzlichen Entscheidungen und der Vergabe von Glücksspiellizenzen durch die FPÖ gemacht. Diese wiederum konnte sich darauf verlassen, dass ein FPÖ-Mann im Aufsichtsrat der Casinos platziert wurde. Ob sich diese Vorwürfe wirklich bewahrheiten, soll in den kommenden Wochen und Monaten jetzt ein Untersuchungsausschuss herausfinden. Gut möglich also, dass die Casinos Austria AG Novomatic auch nach einem Verkauf der Anteile noch etwas beschäftigen wird.

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Der Beitrag wurde am 9.1.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , , veröffentlicht.
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