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Schluckt Evolution Gaming NetEnt?

An großen Übernahmen und Fusionen hat es in der Glücksspielbranche in den letzten Jahren nicht gemangelt. Und jetzt bahnt sich offenbar schon ein weiterer „Big Deal“ an. Demnach ist der bekannte Live-Provider Evolution Gaming stark daran interessiert, seinen schwedischen Wettbewerber NetEnt zu übernehmen. Das daraus entstehende Unternehmen könnte einer der Weltmarktführer werden. Und genau das ist offenbar auch das Ziel von Evolution Gaming.

Gläserne Fassade eines Konzerngebäudes.

Steht die Glücksspielbranche vor einer gigantischen Übernahme? Evolution Gaming möchte den schwedischen Wettbewerber NetEnt übernehmen. (©MichaelGaida/Pixabay)

US-amerikanischer Markt mit wichtiger Rolle

Evolution Gaming und NetEnt sind zwei Entwicklungsriesen der Glücksspielbranche. Beide Konzerne sind mit ihren Angeboten bei Spielern auf der ganzen Welt beliebt und treten als Partner zahlreicher Online Casinos auf. Künftig könnte aus beiden Konzernen möglicherweise ein neuer Riese entstehen. Wie Evolution Gaming mitteilte, möchte man eine Fusion mit NetEnt eingehen bzw. das schwedische Entwickler-Team übernehmen. Ein entsprechendes Angebot in Höhe von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro soll NetEnt vorliegen. Stimmen die Schweizer zu, würde auf einen Schlag einer der erfolgreichsten Glücksspielkonzerne dieser Zeit entstehen. Ganz nebenbei wäre der neue Konzern wohl auch der größte B2B-Anbieter auf dem Online-Glücksspielmarkt. Und die Branche zudem um eine echte Sensation reicher.

Laut Evolution liegt das Ziel der Übernahme vor allem darin, die Position auf dem Markt in den USA stärken zu können. Die US-Glücksspielbranche gilt als wichtiger Markt, auch für europäische Unternehmen. Nicht nur aufgrund seiner potenziellen Größe, sondern auch aufgrund von starken Entwicklungen und wachsenden Umsätzen. Weiter heißt es von Seiten des Entwicklers, dass man mit der Höhe des Angebots eindeutig zeige, dass man weltweiter Marktführer im Bereich des Online Glücksspiels werden wolle.

NetEnt von Angebot nicht abgeneigt

Eine erste Reaktion von Seiten der Schweden gab es bereits. So erklärte der NetEnt-Vorsitzende Mathias Hedlund, dass man die Pläne von Evolution Gaming begrüße. Beide Unternehmen würden in ihren Bereichen starke Arbeit leisten. NetEnt vor allem bei den Online Slots, Evolution Gaming insbesondere im Live-Dealer-Bereich. Eine Kombination beider Angebote könnte demnach einen großen Erfolg und zu einer starken Wirkung auf expandierenden Märkten führen – wie eben in den USA. Einen weiteren Vorteil sieht Hedlund, der den Aktionären von NetEnt empfahl, sich für den Deal auszusprechen, auch in den Einsparungsmöglichkeiten. Jährlich könnten so Kosten von rund 30 Millionen Euro eingespart werden, so der Vorsitzende.

Da beide Unternehmen an der Börse notiert sind, waren unmittelbar nach Bekanntwerden des Angebots Auswirkungen erkennbar. Allerdings sind die Anleger von Evolution offenbar vorsichtig. Am Morgen nach der Bekanntgabe fiel der Börsenkurs des Unternehmens um 9,64 Prozent. NetEnts Papiere konnten an der Stockholmer Börse wiederum zwischenzeitlich um mehr als 26 Prozent ansteigen. Die Aktionäre von NetEnt dürften nun zeitnah die Möglichkeit vorgelegt bekommen, ihre NetEnt-Papiere in Aktien von Evolution Gaming umzuwandeln. Wie es heißt, soll dies zu einem Kurs von 79,93 SEK pro Aktie geschehen, ein echter Vorzugskurs, der knapp 43 Prozent unter dem Börsenkurs von vor dem Angebot liegt.

Tendenz geht Richtung Deal

Nicht nur die Aussagen von Hedlund zeigen: Die Tendenz geht in diesem Fall eher in Richtung Deal. Dazu passt, dass laut Evolution Gaming bereits einige Aktionäre von NetEnt signalisiert haben, dass sie das Angebot annehmen werden. Zusätzlich dazu hat der Verwaltungsrat allen Aktionären empfohlen, das Angebot anzunehmen. Wie es in der Mitteilung heißt, soll der Deal zwischen beiden Unternehmen im besten Fall bereits Anfang November über die Bühne gehen. Das dürfte dann auch der Startschuss für den Großangriff auf den US-amerikanischen Markt sein. Evolution Gaming würde vor allem von der mächtigen Stellung NetEnts in den USA profitieren und könnte seine Live-Games über dessen Verbindungsstellen anbieten. NetEnt hat sich über die letzten zwei Jahre hinweg eine gute Stellung in den USA erarbeiten können. Der Konzern war einer der ersten europäischen Entwickler, der die Glücksspielkonzerne in den USA mit Software und Ideen versorgt hat.

Der Erfolg in den USA steht und fällt allerdings auch mit den Entwicklungen rund um das Online Glücksspiel. Generell ist die Regulierung den einzelnen Bundestaaten überlassen, so dass diese individuell grünes Licht geben können. Aber: Bislang findet der Großteil des Marktes noch im stationären Bereich statt – rund 90 Prozent. Die verteilen sich vor allem auf die zahlreichen Glücksspielresorts in Las Vegas oder Atlantic City, aber auch auf unzählige Indianercasinos im ganzen Land. Bedeutet allerdings auch: Das Potenzial für die Online Branche ist in den USA riesig. Das haben beide Unternehmen erkannt. Wie es im Statement von Evolution Gaming heißt, wolle man seine neue Stellung in den USA dann auch dazu nutzen, um die Digitalisierung der Glücksspielbranche deutlich voranzutreiben.

Öffnen die Bundestaaten ihre Märkte?

Während die Sportwetten in zahlreichen Bundesstaaten bereits online legalisiert wurden, tun sich die Behörden bei den Online Casinos noch deutlich schwerer. Wann genau hier eine großflächige Öffnung zu erwarten ist, lässt sich kaum vorhersagen. Allerdings dürfte einige Bundestaaten die Corona-Krise zum Umdenken ermutigen. Die Casino-Schließungen haben vielerorts auch für Einbußen in den Gemeindekassen geführt. Noch immer erholt sich die Industrie nur langsam. Starke Steuereinnahmen oder andere Abgaben sind von der Branche in diesem Jahr eher nicht zu erwarten. Auch das könnte dazu führen, dass man der Regulierung und Legalisierung der Online Casinos künftig etwas anders gegenüber steht.

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Der Beitrag wurde am 10.7.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , , veröffentlicht.
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