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Schweden: Behörden streiten mit Fußballverband

Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat derzeit beide Hände voll zu tun. Noch immer werden neue Lizenzen für den schwedischen Online-Markt vergeben, gleichzeitig müssen die bestehenden Anbieter ebenfalls reguliert werden. Zusätzlich dazu bewegt das Land derzeit eine Debatte zwischen der Glücksspielbehörde und dem schwedischen Fußballverband. Dieser wirft der Behörde vor, bei einem Verdacht auf Spielmanipulation nicht energisch genug eingegriffen zu haben.

Fußballspiele mit Ball auf einem Fußballfeld.

In Schweden geht der Fußballverband derzeit einem Verdacht nach, das Fußballspiele manipuliert worden sein sollen. Der schwedischen Glücksspielbehörde wirft der Verband vor, nicht energisch genug eingegriffen zu haben. (©Pixabay)

13 Partien stehen im Fokus

Der schwedische Fußballverband hat derzeit mit einem Betrugsskandal zu kämpfen. Konkret geht es dabei wohl um 13 Partien der Division 2 Södra Svealand, die mit der vierthöchsten Liga des Landes gleichzusetzen ist. Insgesamt 14 Amateur-Teams kicken in dem Wettbewerb, alle stammen aus der Region Svealand in Mittelschweden. Diese Partien stehen im Fokus des schwedischen Fußballverbandes SvFF, da es bereits vor dem Anpfiff der Partien verdächtige Bewegungen auf den Wettmärkten für die Partie gegeben haben soll. Das ist dem SvFF offenbar aufgefallen und dieser hat daraufhin seine Erkenntnisse an die schwedische Glücksspielbehörde gemeldet.

Diese Ergebnisse sollten offenbar dazu führen, dass die Glücksspielbehörde die Wetten auf die jeweiligen Partien blockiert bzw. dafür sorgt, dass diese aus dem Portfolio der Wettanbieter verschwinden. Trotz des Hinweises soll die Behörde aber offenbar nicht reagiert haben.

Keine rechtliche Grundlage für ein Verbot?

Doch warum hat die Glücksspielbehörde nicht reagiert? Genau dieser Frage wird aktuell nachgegangen. Die Behörde selber teilte mit, dass man keine gesetzliche Grundlage dafür habe, um Wettanbietern das Anbieten von Wetten für einzelne Spiele oder Wettbewerbe zu untersagen. Aus diesem Grund hätte man gar nicht anderes reagieren können. Nicht ganz so sieht das allerdings der Generalsekretär des Fußballverbandes. Dieser fordert, dass es einer verantwortlichen Behörde auf jeden Fall möglich sein sollte, in vergleichbaren Fällen schnelle Entscheidungen treffen zu können. Sollte dies nicht so sein, müsse man den gesetzlichen Rahmen dafür künftig eben schaffen.

Auch ohne die rechtliche Grundlage haben sich einige Wettanbieter in Schweden bereits dazu entschieden, die Wetten für die betreffende Liga aus dem Angebot zu nehmen. Hierzu gehört zum Beispiel der staatliche Glücksspielanbieter Svenska Spel, der die Wetten auf die Liga erst dann wieder anbieten möchte, wenn die Umstände zum aktuellen Fall eindeutig geklärt werden. Neben Svenska Spel haben mittlerweile auch andere große Buchmacher die Liga aus ihrem Angebot gestrichen. Auch deshalb, weil der schwedische Fußballverband hierum offenbar explizit gebeten haben soll. Mehrere Wettanbieter berichten davon, dass sich der Verband an sie gewandt hat und eine entsprechende Bitte formulierte. Ein Sprecher des Fußballverbandes erklärte, man hoffe, dass noch weitere seriöse Unternehmen folgen werden und man so nicht erst darauf warten müsse, bis die Behörden endlich eine entsprechende Gesetzesnovelle verabschieden würden.

Heißes Pflaster Amateur-Ligen: Risiko soll verringert werden

Schweden ist nicht das einzige Land, welches im Amateur-Fußball in den letzten Jahren mit Manipulationsskandalen zu tun hat. Gerade die unterklassigen Ligen sind von diesen Problemen oftmals betroffen, da die Spieler hier zwar unter Profi-Bedingungen arbeiten und gefordert werden, oftmals aber lediglich eine kleine finanzielle Entschädigung erhalten. Dies öffnet illegalen Kräften Tür und Tor, so dass mit geringen Summen oftmals Millionengewinne durch manipulierte Spiele verbucht werden können. Der schwedische Verband möchte die verschiedenen Spiele laut eigener Aussage daher künftig noch gründlicher überprüfen und verdächtige Bewegungen auf den Wettmärkten schneller erfassen können.

Abgesehen von den Diskussionen mit dem schwedischen Fußballverband hat die Glücksspielbehörde Spelinspektionen noch eine ganze Menge weiterer Dinge zu erledigen. Die Behörde hat den Markt bekanntlich erst vor wenigen Monaten für eröffnet erklärt und hat daher noch immer mit einer großen Anzahl an Bewerbungen für eine Lizenz zu kämpfen. Sämtliche Bewerbungen müssen von der zuständigen Behörde erst einmal geprüft werden, ehe die Lizenz im besten Fall ausgestellt wird. Darüber hinaus ist die Behörde auch für die Regulierung des laufenden Glücksspielmarktes zuständig und sorgt dafür, dass die Anbieter auf dem Markt alle gesetzlichen Vorgaben einhalten.

Wird die Werbung für Glücksspielangebote verboten?

Eines der wichtigsten Themen für die Glücksspielbehörden in Schweden ist ein mögliches Verbot der Glücksspielwerbung. In der jungen Vergangenheit ist die Anzahl an Glücksspielangeboten auf dem Markt horrend angestiegen. Das wiederum hat natürlich auch dazu geführt, dass im Fernsehen oder Radio immer häufiger Werbung von Glücksspielunternehmen zu sehen ist. Genau das ist vielen Kritikern der Glücksspielbranche ein Dorn im Auge, weshalb es tatsächlich Diskussionen darüber gibt, die Glücksspielwerbung im Land vollständig zu verbieten. Sturm laufen gegen diese Entscheidung natürlich vor allem die Glücksspielunternehmen selbst, gleichzeitig aber auch die Medienunternehmen. Auf beiden Seiten würden im Falle eines Werbeverbots horrende Einbußen drohen.

Entscheidend vorangetrieben hat die Diskussionen um das Werbeverbot ebenfalls der staatliche Anbieter Svenska Spel, der mitteilte, er wolle mindestens bis zum Jahresende auf jegliche Werbung für sein Angebot verzichten. Die anderen Anbieter auf dem Markt wurden vom stattlichen Vertreter dazu ermutigt, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. Bislang allerdings noch ohne großen Erfolg. Nicht zuletzt deshalb, weil Svenska Spel gegenüber den neuen Konkurrenten natürlich ein paar Vorteile besitzt, da man sich über die letzten Jahre eine große Anhängerschaft erarbeiten konnte. Dass der Anbieter also auf eigene Werbung verzichtet, spielt der Konkurrenz eher in die Karten. Diese hoffen, mit intensiver Werbung die Spieler aus dem staatlichen Casino weglocken zu können.

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Der Beitrag wurde am 13.8.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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