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Schweiz: Erste Gesuche für Online Casinos

In der Schweiz hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Nachdem über mehrere Jahre hinweg ausländische Anbieter in einer Art Grauzone auf dem Schweizer Glücksspielmarkt agierten, wird diesem Geschäftsgebaren künftig ein Riegel vorgeschoben – und das auf Wunsch der Bevölkerung. Freigeräumt wird der heimische Online-Markt so für die heimischen Glücksspielunternehmen. Und die ersten davon haben nun ihre Gesuche für die Online-Angebote eingereicht. Läuft alles glatt, könnten die ersten Angebote schon im Sommer von den Spielern angesteuert werden.

Das Casino Baden in Österreich

Das Casino Baden ist eines von mehreren Glücksspielunternehmen aus der Schweiz, welches künftig mit einem eigenen Online-Angebot auf dem Markt aktiv sein möchte.

Schweiz hat den Markt dicht gemacht

Lange Zeit herrschten in der Online-Glücksspielbranche in der Schweiz wahre „Wild-West-Bedingungen“. Zahlreiche Anbieter aus dem Ausland stellten über mehrere Jahre hinweg ihre Angebote mehr oder weniger halblegal auf dem Markt zur Verfügung und sorgten damit vor allem bei Unbehagen bei der Regierung. Immerhin hat die es überhaupt nicht gerne gesehen, dass die eingezahlten Gelder der Spieler millionenfach das Land verließen und über die Landesgrenzen hinweg in andere Kassen flossen. Die Folge: Es wurde eine Volksabstimmung einberufen, in welcher die Schweizer frei entscheiden konnten, ob sie den Markt ausschließlich den heimischen Anbietern oder auch den ausländischen Online-Anbietern zur Verfügung stellen wollen. Das Ergebnis: Die Eidgenossen entschieden sich für die Heimat und gegen die Anbieter aus dem Ausland.

Während diese Entscheidung also für die ausländischen Unternehmen ein herber Rückschlag war, konnten sich die heimischen Spielbanken des Landes freuen. Diese hatten jetzt offiziell die Erlaubnis vom eigenen Volk, auch online ihre Angebote zur Verfügung zu stellen. Verlockende Aussichten, welche allerdings nicht so ohne Weiteres wahrgenommen werden konnten.

Auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen

Einen echten Schritt in die Digitalisierung hatte es bei den Schweizer Spielbanken bislang noch nicht gegeben und so fehlte es unmittelbar nach der Abstimmung noch an den technischen Mitteln, der digitalen Infrastruktur und schlichtweg auch am Know-How, künftig die eigenen Spiele auch online zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus sind natürlich noch ein paar gesetzliche Hürden zu meistern, denn die Unternehmen müssen ihre Lizenzen erst einmal ganz offiziell auch für den Online-Betrieb erweitern lassen. Sämtliche Spiele werden ebenfalls geprüft, genehmigt und zertifiziert. Sollte ein Spiel durch die Prüfung fallen, darf es von den Unternehmen dementsprechend nicht zur Verfügung gestellt werden.

Angewiesen sind die Schweizer Anbieter bei der Entwicklung des eigenen Angebots kurioserweise auf Hilfe aus dem Ausland. Und zwar genau von den Unternehmen, die in der Schweiz jetzt von den heimischen Anbietern verdrängt werden. Eine unangenehme Situation für die Spielbanken, die ohne die externe Hilfe allerdings kaum ein ansprechendes Angebot auf die Beine stellen könnten.

Mehrere Gesuche wurden eingereicht

Nachdem sich die Spielbanken also in den letzten Monaten vornehmlich damit beschäftigen mussten, die verschiedenen Hürden zu überspringen, regt sich jetzt wieder einmal etwas. So hat die Eidgenössische Spielbankenkommission bekannt gegeben, dass mit dem Casino Baden, dem Casino Luzern, dem Casino Davos und dem Casino Pfäffikon bereits vier Spielbanken entsprechende Gesuche eingereicht hätten. Der Bundesrat entscheidet anschließend über die Konzessionsgesuche und entscheidet dann, ob die Spielbanken das eigene Angebot auf das World-Wide-Web erweitern dürfen. Zumindest für die genannten Spielbanken sieht es offenbar gut aus und so könnte bei einem tadellosen Verlauf noch im Sommer dieses Jahres mit den ersten verfügbaren Angeboten gerechnet werden. Angepeilt wird demnach der Juli 2019.

Anders sieht es momentan bei den Casinos aus Bern und Neuenburg aus. Auch hier wurden bereits Konzessionsgesuche bei der ESBK eingereicht, allerdings müssen diese offenbar noch einmal überarbeitet werden. Der geplante Start auf dem Markt dürfte sich damit um mehrere Wochen verzögern, da die Unternehmen in der ersten Runde der Konzessionsvergabe somit nicht dabei sein werden. Um was für Nachbesserungen es sich konkret handelt, ist unklar. Wie Insider berichten, soll es sich um formal-juristische Nachbesserungen handeln.

Schweizer Markt wird hart verteidigt

Sollten die ersten Spielbanken mit ihren Angeboten wirklich im Juli 2019 online gehen, wäre seit der Abstimmung im Juni 2018 mehr als ein Jahr vergangen. Im Zusammenhang mit diesem Datum wird dann auch eine Netzsperre in der Schweiz greifen, mit welcher der heimische Markt gegen die ausländischen Anbieter „verteidigt“ werden soll. Im Detail bedeutet das, dass rechtliche Grundlagen dafür geschaffen wurden, ausländische Anbieter auszusperren. So dürfen die Schweizer Behörden die Internetanbieter dazu anweisen, den Zugang zu nicht in der Schweiz lizenzierten Casino-Seiten zu blockieren. Derartige Vorgehensweisen werden bereits in anderen Ländern umgesetzt, hier allerdings in der Regel auf einem geöffneten Markt. Der große Unterschied: Die Schweiz möchte auch private Anbieter blockieren, die mit einer Lizenz eines anderen europäischen Landes arbeiten. Unternehmen, die zum Beispiel in Malta lizenziert sind, werden dementsprechend ebenfalls ausgeschlossen.

Abzuwarten bleibt allerdings, ob der geplante Schritt in den heimischen Markt wirklich als großer Erfolg verbucht werden kann. Gut vorbereitet waren die Spielbanken bislang nicht unbedingt und so kann durchaus von einem holprigen Beginn gesprochen werden. Die große Frage aber wird sein, ob es die Anbieter über mehrere Jahre hinweg verstehen, den Spielern attraktive und innovative Angebote zur Verfügung zu stellen. Genau darin lag nämlich bisher der große Vorteil der privaten ausländischen Unternehmen gegenüber den Schweizer Glücksspielanbietern.

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Der Beitrag wurde am 30.4.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , veröffentlicht.
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