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Spanien: Online Casinos erleben Boom

Dem spanischen Glücksspielsektor geht es aktuell richtig gut. Wie die spanische Glücksspielbehörde mitteilte, konnten speziell im Online-Sportwettenbereich und den Online Casinos im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum enorme Zuwächse beim Umsatz verzeichnet werden. Das schürt Hoffnungen auf ein richtig erfolgreiches Jahr für die Unternehmen, wobei gleichzeitig aber auch eine gewisse Unsicherheit herrscht. Immer wieder wird nämlich im spanischen Abgeordnetenhaus über strengere Gesetzesvorgaben debattiert – und die zielen insbesondere auf ein Werbeverbot für die Glücksspielbranche ab.

Frontaufnahme vom spanischen Repräsentantenhaus.

Auch wenn der spanische Online-Glücksspielmarkt gerade einen echten Boom erlebt, wird im Abgeordnetenhaus immer wieder über schärfere Rahmenbedingungen diskutiert. (©Pixabay)

Über 20 Prozent Umsatzzuwachs

Das Online-Glücksspiel kommt in Spanien mehr und mehr in Fahrt. Bereits im letzten Jahr konnten sich die Zahlen der spanischen Glücksspielbranche mehr als sehen lassen, in diesem Jahr konnte der Online-Sektor aber noch einmal für einen ganz besonders großen Zuwachs sorgen. Das teilte die Direccíon General de Odenación del Juego (DGOJ) jetzt in einem Bericht mit. Konkret wird hier beschrieben, dass die Online-Gaming-Erlöse auf dem spanischen Markt im Vergleich zum ersten Quartal 2018 einen Zuwachs von ziemlich genau 20,1 Prozent verbuchen konnten.

Im Detail wurden so Brutto-Spielerlöse von 193,3 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres verbucht, während diese Summe 2018 im gleichen Zeitraum noch bei 163,3 Millionen Euro lag. Angedeutet hatte sich das Wachstum bereits im Verlauf des letzten Jahres, denn die Umsätze stiegen in den letzten zwölf Monaten durchgängig an. Im Vergleich zum vierten Quartal 2018 zum Beispiel liegt das Wachstum „nur“ bei 2,14 Prozent, da im vierten Quartal schon Erlöse von rund 189,2 Millionen Euro verbucht werden konnten.

Als Zugpferde des spanischen Marktes können laut dem Bericht der Glücksspielbehörde vor allem die Online Sportwetten und die Online Casinospiele bezeichnet werden. Die Sportwetten erreichten im ersten Quartal 2019 Einnahmen in Höhe von 100,8 Millionen Euro und durchbrachen damit erstmalig die 100-Millionen-Euro-Marke. Im vergleich zum Vorjahreszeitraum (81,7 Millionen Euro) konnte der Online-Wettmarkt also um 26,2 Prozent zulegen.

Noch beeindruckender: Die Einsätze der Spieler in diesem Bereich machen ganze 52,2 Prozent des gesamten Glücksspielmarktes im ersten Quartal 2019 aus. Nicht ganz mithalten, aber dennoch über ein Plus freuen, können sich auch die Online Casinos. 2018 lag der Umsatz im ersten Quartal bei rund 56,6 Millionen Euro, 2019 konnte diese Summe auf 67,1 Millionen Euro angehoben werden. Bedeutet auch: Der Umsatz wurde um 20,2 Prozent gesteigert, so dass die Online Casinos mittlerweile fast 35 Prozent des Gesamtwachstums am spanischen Markt ausmachen.

Schlechte Karten für Poker

Innerhalb der Online-Casino-Portfolios sind es laut der spanischen Glücksspielbehörde vor allem die Spielautomaten und Slots, welche für die hohen Ein- und Umsätze der Spieler verantwortlich sind. Zugelegt hat in Spanien aber offensichtlich auch das klassische Kartenspiel Baccarat, welches mittlerweile ebenfalls online gespielt werden kann. Zwar liegt der Gesamt-Umsatz beim Baccarat noch immer unter drei Millionen Euro, dennoch wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Wachstum von fast 1.400 Prozent im ersten Quartal vermeldet. Das sind wiederum Zahlen, von denen die Anbieter im Bereich des Online Pokers nur träumen können.

Hier wurde ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal verbucht, so dass die Umsätze in den ersten drei Monaten 2019 bei rund 21,2 Millionen Euro lagen. Bedeutet in harten Zahlen ein Minus von immerhin 1,4 Prozent. Noch einmal deutlich härter getroffen hat es den Bino-Markt. Dieser musste ein noch größeres Minus von 8,6 Prozent hinnehmen und verzeichnete Umsätze in Höhe von 3,2 Millionen Euro.

Was sich für die spanischen Glücksspielunternehmen generell sehr erfreulich liest, könnte allerdings noch für einen üblen Nachgeschmack sorgen. Denn obwohl die Zahlen der Branche generell enorm erfreulich sind, mischt sich das Abgeordnetenhaus immer wieder mit neuen Vorschlägen für strengere Regulierungen ein. Und das, nachdem erst vor wenigen Monaten eine Steuersenkung für die Branche ausgerufen wurde, um diese für Unternehmen noch attraktiver zu gestalten. Statt wie bisher 25 Prozent der Einnahmen als Steuer zahlen zu müssen, liegt diese nun nur noch bei 20 Prozent.

Werbeverbot könnte Zukunftswachstum stark ausbremsen

Die wohl größte Gefahr für den spanischen Glücksspielmarkt geht dabei offenbar von einem geplanten Werbeverbot aus, welches immer mal wieder durch die politischen Reihen „geistert“. Der Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass die Glücksspielanbieter aufgrund der zunehmenden Konkurrenz auf dem Markt auch immer Geld in die Werbung bzw. das Marketing investieren müssen – und genau das tun diese. So ergab der Bericht der Glücksspielbehörde, dass sich die Ausgaben für die Werbung im ersten Quartal auf ganze 92,3 Millionen Euro beliefen – ein Zuwachs von mehr als 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Detailliert gaben die Unternehmen 47,9 Millionen Euro für die Werbung im Fernsehen oder in Printmedien aus, mehr als 29 Millionen Euro wurden für exklusive Werbeaktionen in de Hand genommen und über 15 Millionen Euro ins Affiliate-Marketing und das Sponsoring investiert. Und das zahlt sich aus: Die Anzahl der aktiven Spieler hat im ersten Quartal 2019 nämlich ebenfalls um 13,1 Prozent zugelegt und so konnten insgesamt 900.513 aktive Spielerkonten in den ersten drei Monaten des Jahres vermeldet werden.

Sollte künftig allerdings tatsächlich ein Werbeverbot umgesetzt werden, droht in vielen Bereichen wieder ein Rückgang. Aber: Neben der Glücksspielbranche spricht sich auch der Verband der Werbetreibenden gegen ein Verbot aus – immerhin würde man so auch die Freiheiten eines geöffneten Marktes aufgeben. Die Diskussion dürfte sich also noch einige Zeit in die Länge ziehen.

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Der Beitrag wurde am 13.6.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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