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Spanien: Regierung plant Werbebeschränkung

In Europa nehmen die Diskussionen um eine Beschränkung der Glücksspielwerbung in den einzelnen Ländern kein Ende. In Italien wurde ein entsprechendes Gesetz bereits umgesetzt, dieses scheint offenbar auch in Spanien einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Jedenfalls forderte hier die Koalitionsregierung in den letzten Tagen, dass die Werbung für Online Casinos und Online Wettbüros stark gedrosselt werden müsse. Dafür spricht sich auch der Branchenverband für private Glücksspielanbieter aus. Dieser fordert aber, dass sowohl das staatliche Glücksspiel als auch das private Glücksspiel gleichermaßen streng reguliert werden.

Straße in der spanischen Stadt Madrid.

Glücksspielwerbung auf den Straßen Spaniens könnte schon bald vollständig der Vergangenheit angehören. (©c1n3ma/Pixabay)

Glücksspielwerbung behandeln wie Tabakwerbung?

In Spanien ist die Koalitionsregierung aus PSOE und Podemos offenbar damit beschäftigt, die gesetzlichen Vorgaben für die Glücksspielwerbung zu reformieren. Erst vor wenigen Tagen wurde dies von den Parteien mitgeteilt, unmittelbar vor der Investitur von Ministerpräsident Pedro Sánchez am 7. Januar 2020. Konkret geht es in der Koalitionsvereinbarung darum, die gesetzlichen Richtlinien für die Glücksspielwerbung der Online-Anbieter deutlich zu verschärfen. So sollen die Glücksspielwerbungen künftig behandelt werden wie die Werbung für Tabak. Das würde bedeuten, dass sämtliche Werbemaßnahmen im Fernsehen, Radio und Internet verboten ist. Genau die gleiche Idee verfolgt die Regierung jetzt offenbar beim Glücksspiel.

Durchaus überraschend kommt die Unterstützung für die geplante Gesetzesänderung von Seiten der privaten Glücksspielbranche. Hier bestätigte jüngst der Verband der privaten Glücksspielanbieter, CeJuego, dass man die angestrebten Änderungen der Koalition durchaus unterstütze. Von Seiten des Branchenverbandes heißt es:

“Wir sind bereit dazu, gemeinsam mit den Regulierungsbehörden verschiedene Normen für den Glücksspielsektor zu entwickeln, damit diese effektiv eingesetzt werden können und die rechtliche Sicherheit erzeugen, die wir für unser Geschäft entwickeln wollen.“

Dialog mit den Verbraucherschutzministerien wichtig

In der Mitteilung von CeJuego heißt es weiterhin, dass man den Dialog mit den Verbraucherschutzbehörden in Spanien weiter aufrecht erhalten wolle und diesen sogar noch intensivieren möchte. Gleichzeitig gab der Verband an, dass man eine Anpassung der Werbevorgaben auch im staatlichen Glücksspielsektor für sinnvoll halte. Diese Vorgaben sollten auf einem ähnlichen Niveau liegen wie die Vorgaben für die private Glücksspielbranche. Konkret ist damit vor allem das staatlich organisierte Lotteriespiel in Spanien gemeint. Die Anbieter in diesem Bereich müssen bisher kaum Vorgaben für die Werbung beachten und sollen laut Verband künftig mit Blick auf die Werbung ebenfalls anders bewertet werden.

Wie es in den spanischen Medien heißt, könnten neben den Online-Glücksspielangeboten aber tatsächlich auch die stationären Glücksspielangebote betroffen sein. Hier plant die Regierung laut eigener Aussage eine Anpassung der Öffnungszeiten für die Wettbüros in den spanischen Metropolen. Angedacht ist so, dass die gesetzlichen Vorgaben für die Wettbüros im ganzen Land vereinheitlicht werden. Bislang ist dies, anders als beim Online-Glücksspiel, noch nicht so. Jede Region kann stattdessen frei entscheiden, in welchem Umfang die Wettbüros eröffnet und betrieben werden können. Das soll sich zumindest in Teilen ändern. So wird angestrebt, die Wettbüros künftig frühestens ab 22 Uhr für Besucher zu öffnen. Hierdurch soll unter anderem verhindert werden, dass Jugendliche die Angebote in Anspruch nehmen können. Darüber hinaus sollen die Mindestabstände zwischen den Wettbüros vereinheitlicht werden. Auch hier gibt es bislang bundesweit keine einheitlichen Vorgaben. Das führt zu großen Unterschieden. Während in der einen Region möglicherweise bereit 100 Meter als Mindestabstand ausreichend sind, verlangt eine andere Region möglicherweise 500 Meter oder sogar 1.000 Meter. Wann die Reformen genau umgesetzt werden sollen, ist bislang noch nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies innerhalb der nächsten Monate der Fall sein wird.

Italien und England als große Vorbilder

Dass in Spanien über ein mögliches Werbeverbot für die Glücksspielbranche diskutiert wird, dürfte auch an den Entwicklungen in anderen Ländern liegen. In Großbritannien sind die Behörden seit geraumer Zeit dafür bekannt, streng gegen die Glücksspielbranche vorzugehen. Das lässt sich auch mit Blick auf die Werbung beobachten. Schon seit einiger Zeit ist es in Großbritannien zwischen bestimmten Uhrzeiten verboten, Werbung für Glücksspielangebote zu machen. Zudem dürfen die Unternehmen auch keine Werbespots während laufender Veranstaltungen im Sport zeigen. Einen ähnlichen Weg hat auch das Land Italien eingeschlagen. Hier wurde vor einiger Zeit ebenfalls ein neues Gesetz für die Glücksspielwerbung verabschiedet, durch welches die Branche unterm Strich deutlich eingeschränkt wird. Vor allem auch deshalb, weil insbesondere im italienischen Profisport zahlreiche Mannschaften mit den Glücksspielunternehmen zusammenarbeiten und von diesen Kooperationen profitieren. Künftig wird dies nicht mehr so einfach möglich sein.

Zu beobachten sind ganz ähnliche Entwicklungen auch im skandinavischen Land Schweden. Hier ist der private Glücksspielmarkt online erst seit wenigen Monaten offiziell reguliert. Dementsprechend haben die Unternehmen die Anfangszeit genutzt, um mit intensiven Werbemaßnahmen auf sich aufmerksam zu machen. Zu intensiv, finden die schwedischen Behörden. Die Vorgaben für die Glücksspielwerbung wurden daher deutlich intensiviert. Sogar so stark, dass sich mittlerweile schon wieder Anbieter vom schwedischen Markt zurückziehen und sich auf Märkte konzentrieren, auf denen eine bessere Rendite eingefahren werden kann.

Breitet sich das Glücksspiel-Werbeverbot aus?

Ob sich das Glücksspiel-Werbeverbot jetzt Stück für Stück in ganz Europa ausbreiten wird, ist schwer einzuschätzen. Allerdings zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass es bei den Regulierungen der Glücksspielmärkte immer ähnlich abgelaufen ist. Zunächst standen den Unternehmen zahlreiche Freiheiten zur Verfügung, nach und nach wurden diese immer stärker abgebaut. Sollten neue Märkte eröffnet werden, dürfte dieser Verlauf also weiterhin zu beobachten sein. Möglicherweise haben die Nationen allerdings auch aus den Entwicklungen der anderen Länder gelernt. Dann könnte ein Werbeverbot unter Umständen schon deutlich früher ins Leben gerufen werden. Beobachten lassen wird sich der Verlauf im Detail in den nächsten Monaten vermutlich vor allem in den Niederlanden. Hier ist eine Reformation des Glücksspielsektors geplant, so dass in den kommenden Jahren auch private Unternehmen online aktiv werden dürfen. Wie weit hier bereits Vorgaben rund um ein mögliches Werbeverbot existieren, ist noch nicht bekannt. Ohnehin mussten die Behörden vor einiger Zeit mitteilen, dass sich der Start des Marktes noch ein wenig verzögern wird. Einer der Gründe: Der enorme Andrang an internationalen Glücksspielunternehmen.

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Der Beitrag wurde am 13.1.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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