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Sportsbet in Australien von Behörden verurteilt

Auf dem australischen Glücksspielmarkt gibt es wieder einmal Ärger. Dieses Mal allerdings sind fast schon ausnahmsweise nicht die Crown Resorts im Fokus, die aktuell ansonsten enorm im Kreuzfeuer stehen. In diesem Fall geht es um den Anbieter Sportsbet, also die australische Tochter des irischen Glücksspielriesen von Flutter Entertainment. Zum wiederholten Mal hat Sportsbet offenbar Gewinne von Kunden einbehalten und das mit fragwürdigen Begründungen. Die australische Northern Territory Racing Commission (NRTC) hat dem Unternehmen jetzt allerdings die klare Vorgabe erteilt, den Kunden die Gewinne auszuzahlen.

Gerichtsgebäude

Die Flutter-Tochter Sportsbet wurde in Australien von den Behörden dazu verdonnert, einbehaltene Gewinne in Höhe von umgerechnet mehr als 5,5 Millionen Euro an die Kunden auszuzahlen. (©pixabay)

Umgerechnet über 5,5 Mio. Euro einbehalten

Die Blicke beim irischen Glücksspielunternehmen Flutter Entertainment gehen in diesen Tagen nach Australien. Hier betreibt der Glücksspielriese äußerst erfolgreich seine Tochter Sportsbet. Das Casino-Unternehmen stellt damit den umsatzstärksten Wettanbieter in Australien und darf sich laut Experten über einen Marktanteil von rund 26 Prozent freuen. Damit liegen die Australier weit vor internationalen Größen, die ebenfalls in „Down-Under“ aktiv sind. In diesen Tagen macht der Tochterkonzern allerdings weniger mit erfreulichen Zahlen auf sich aufmerksam. Vielmehr stand Sportsbet jüngst im Fokus der Behörden, welche das Unternehmen zu einer Auszahlung von zu Unrecht einbehaltenen Gewinnen aufforderten.

Doch worum geht es in dem Fall konkret? Zahlreiche Spieler haben sich offenbar bei der zuständigen australischen Behörde, der NRTC, über die Auszahlungspolitik des Glücksspielanbieters beschwert. Dieser hatte sich geweigert, den Kunden vermeintliche Gewinne auszuzahlen. Begründet wurde die Auszahlungsblockade von Sportsbet damit, dass es sich um ein „fehlerhaftes Quotenangebot“ handelte.

Wette bringt Anbieter in die Bredouille

Angeboten hatte der Wettanbieter eine Wette auf die zehnte Runde in der australischen Football League (AFL). Kunden konnten darauf wetten, ob ein Spieler es schaffen würde, mindestens 40 Pässe erfolgreich an einen Mitspieler zu spielen. Eine äußerst unwahrscheinliche Wette, die dementsprechend wohl viele Kunden auf den Plan gerufen hat. Angeboten wurde diese mit einer durchaus attraktiven Wettquote von 1,75. Heißt: Im Gewinnfall hätten die Kunden für jeden gesetzten australischen Dollar 1,75 AUD zurückbekommen. Doch soweit ist es in diesem Fall gar nicht gekommen. Noch vor der zehnten Runde wurde die Wette vom Anbieter wieder aus dem Programm genommen, mit der bereits genannten Begründung. Die Kunden reagierten daraufhin und wandten sich offenbar in großer Anzahl an die Behörde. Wie viele Beschwerden genau eingereicht wurden, wollte die NRTC öffentlich nicht mitteilen. Experten rechnen allerdings damit, dass rund 2.000 Spieler betroffen sein dürften. Diese forderten die Auszahlung der Gewinne zur angebotenen Quote von 1,75 AUD pro gesetztem AUD. Sportbet wiederum erklärte zunächst, dass die Stornierung einer Wette rechtlich zulässig sei, wenn es sich um einen offensichtlichen Quotenfehler handeln würde. Genau das sei hier der Fall gewesen.

NRTC gibt Spielern Recht

Anders sieht es die zuständige Behörde NRTC. Diese erklärte in einem Statement, dass man die Einschätzung der Spieler teile. Generell habe der Buchmacher zwar das Recht, bei einer fehlerhaften Quote die Wette zurückzuziehen, die Gründe seien in diesem Fall allerdings nicht ausreichend. Die Wette wurde demnach zu Unrecht zurückgezogen. Konkret erklärte die Behörde:

“Alle Personen, die eine Gewinnwette auf eine beliebige oder alle von Sportsbet AFL +40-Angeboten abgeschlossen haben (…), haben Anspruch darauf, den Gesamtbetrag der Gewinnwette ausgezahlt zu bekommen.“

Sportsbet hat auf die Entscheidung der Behörde unverzüglich reagiert. Der Anbieter teilte über das soziale Netzwerk von Twitter mit, dass man die Entscheidung der Behörden akzeptieren werde und die betroffenen Kunden möglichst schnell kontaktieren wolle. Den jeweiligen Gewinnbetrag sollen die Kunden dann unverzüglich auf ihr Spielerkonto überwiese bekommen.

<2>Nicht der erste Fall für Sportsbet

Rund um die Entscheidungen der NRTC hat der Sportwetten-Anbieter bereits eine gewisse Erfahrung. Erst vor einigen Monaten hatte ein Spieler ebenfalls Beschwerde bei der NRTC eingereicht, weil Sportsbet auch damals eine Wette vom Markt genommen hatte. Anders als in diesem Fall, folgte die Behörde damals jedoch der Einschätzung des Wettanbieters und teilte mit, dass die Stornierung dieser Wette rechtlich in Ordnung gewesen sei. Darauf hingewiesen wurde Sportsbet damals aber, dass die Kunden besser über die Gründe des Stornos hätten aufgeklärt werden müssen.

Lobenswert ist aus neutraler Sicht, dass die NRTC als zuständige Behörde enorm schnell reagiert hat. Nicht nur die Ermittlungen wurden zügig eingeleitet, auch das Urteil wurde hier zeitnah gefällt. Angenehm ist das natürlich vor allem für die Kunden von Sportsbet, die ansonsten wohl noch deutlich länger auf ihr Geld warten müssten.

Australische Behörden haben viel zu tun

Abgesehen von der NRTC haben derzeit in Australien gleich mehrere Behörden mit der Glücksspielbranche zu tun. Insbesondere die Crown Resorts stehen hier im Visier, nachdem verschiedene Medien des Landes schwere Vorwürfe gegen das Crown Resort in Melbourne erhoben hatten. Diese warfen dem Unternehmen zum Beispiel vor, mit illegalen Glücksspielvermittlern Aus Macau bzw. China zusammenzuarbeiten. Diese würden wiederum in ihrer Heimat dafür sorgen, dass zahlungskräftige Spieler ihren Weg ins Resort nach Melbourne finden. Das allein wäre allerdings nur halb so wild. Vorgeworfen wird den Resorts in diesem Zusammenhang auch, bei Geldwäsche-Aktivitäten von chinesischen Kriminellen weggesehen bzw. diese in den eigenen Räumlichkeiten geduldet zu haben.

Auch die australische Einreisebehörde steht in diesem Zusammenhang unter Beobachtung. Teilen der Behörde wird vorgeworfen, bei den Visa-Verfahren für die chinesischen Highroller nicht so genau hingesehen zu haben, wie dies eigentlich erforderlich wäre. Laut Medien vor allem deshalb, um die Spieler noch schneller ins Resort nach Melbourne bringen zu können. Nachdem sich die Crown Resorts mit Blick auf die Vorwürfe lange Zeit bedeckt hielten, kamen vor einigen Tagen durch ein jährliches Geschäftsmeeting erstmals Reaktionen an die Öffentlichkeit. Firmenchef John Alexander erklärte demnach, dass die Crown Resorts keinerlei illegale Aktivitäten dulden würden und dies auch in der Vergangenheit nicht getan haben. Die Vorwürfe der Medien bezeichnete der Casino-Chef als „Anti-Crown-Kampagne“. In den nächsten Wochen und Monaten dürfte sich dann zeigen, was wirklich an den Anschuldigungen dran ist.

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Der Beitrag wurde am 7.11.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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