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Steve Wynn: Lizenz-Entzug droht

Wird ein ehemaliger Macher und Schaffer der Casino-Branche in Las Vegas zur Persona non grata? Ganz offenbar wird es in Las Vegas für den Casino-Tycoon Steve Wynn jetzt richtig eng. Bereits in der jüngeren Vergangenheit musste sich der Geschäftsmann zahlreichen Vorwürfen stellen. Diese ziehen noch immer Folgen nach sich. Darunter jetzt offenbar auch ein möglicher Entzug der Glücksspiellizenz, so jedenfalls fordert es die Regulierungsbehörde vom Nevada Gaming Control Board.

Das Wynn und das Encore in Las Vegas.

Steve Wynn ist der Gründer der Wynn Resorts. Aus diesen ist der Unternehmer mittlerweile ausgestiegen, jetzt droht aber auch der Entzug der Glücksspiel-Lizenz im US-Bundestaat Nevada. (©pixabay)

Schaden in der Industrie angerichtet?

Für Steve Wynn wird es noch einmal ganz hart. Der Casino-Tycoon musste sich in den letzten Monaten zahlreichen Vorwürfen stellen und soll mehrere Angestellte seines Imperiums sexuell belästigt haben. Mittlerweile ist Wynn nicht mehr als CEO seiner Wynn Resorts tätig, dennoch ziehen die Vorwürfe weiter ihre Kreise. Jetzt hat das Nevada Gaming Control Board, also die Regulierungsbehörde des US-Bundestaates, angeregt, dem Unternehmer seine Lizenz für die Glücksspielbranche zu entziehen. In den Augen der Behörde habe Wynn jetzt mehrfach unter Beweis gestellt, dass er ungeeignet sei, mit einem Unternehmen der Glücksspielbranche in Verbindung gebracht zu werden.

In Folge dieser Einschätzung wurde von der Behörde eine 23-seitige Beschwerde bei der Gambling Commission des Bundestaates eingereicht, welche diese dazu auffordert, dem Unternehmer die Lizenz zu entziehen. Das Nevada Gaming Control Board ist im Prinzip eine Behörde innerhalb der Steuerkommission. Dennoch obliegt es dieser Behörde auch, unerwünschte Akteure oder Unternehmen von der Glücksspielbranche fernzuhalten. Zusätzlich dazu ist die Behörde dafür zuständig, die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu kontrollieren.

Causa Steve Wynn: Ein Skandal für Las Vegas

Die Vorwürfe gegen den milliardenschweren Unternehmer haben in den letzten Monaten weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Wynn soll mehrere Angestellte über Jahre dazu verschiedenen sexuellen Handlungen gezwungen haben. Zahlreiche Mitarbeiter reichten deshalb Beschwerde ein, die laut der Behörden in Nevada aber systematisch ignoriert worden seien. Aus diesem Grund musste der Konzern bereits im Februar dieses Jahres eine Strafe von rund 20 Millionen US-Dollar in Nevada zahlen. Zusätzlich dazu wurde der Konzern auch in Massachusetts von der zuständigen Behörde verurteilt und musste hier eine Summe von 35 Millionen US-Dollar auf den Tisch legen. Ebenfalls mit in den Sumpf gezogen wurde hier zudem der neue CEO Matt Maddox, der immerhin eine Strafe von 500.000 US-Dollar zahlen musste.

Wynn selber hat sich im Zuge der Vorwürfe aus dem Casino-Imperium zurückgezogen. Der Unternehmer zog sich erst von der Spitze des Konzerns zurück, einige Wochen später wurden auch die restlichen Anteile an den Wynn Resorts veräußert. Das schützt den Milliardär (geschätztes Nettovermögen rund 3,1 Milliarden US-Dollar) allerdings nicht vor weiteren Konsequenzen. Neben einer persönlichen Geldstrafe soll vor allem der Entzug der Glücksspiellizenz Früchte tragen.

Behörde formuliert klare Vorwürfe

Im Beschwerdeschreiben der Regulierungsbehörde lassen sich laut US-Medien insgesamt fünf Punkte entdecken, die dem Unternehmer zur Last gelegt werden. Der erste Punkt sieht zum Beispiel, dass Wynn gegen die Richtlinien seines eigenen Unternehmens verstoßen habe. Und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als er eine sexuelle Beziehung mit einer untergeordneten Mitarbeiterin eingegangen ist. Dabei spielt es in den Augen der Behörde keine Rolle, ob dieser wie von Wynn oft beteuert, einvernehmlich abgelaufen ist. Zusätzlich dazu wirft ihm die Behörde vor, seine Rolle als CEO des Konzerns ausgenutzt zu haben. Der dritte Beschwerdepunkt liegt wiederum einige Jahre zurück und stammt aus dem Jahr 2005. Hier wurde Wynn zur Last gelegt, eine Nagelpflegerin sexuell genötigt zu haben. Anschließend einigte sich der Casino-Tycoon mit der Frau und ihrem Partner auf eine Vergleichszahlung in Höhe von rund 7,5 Millionen US-Dollar. Das Problem: Der Vorfall hätte dem Vorstand der Wynn Resorts gemeldet werden müssen. Ist er aber offenbar nicht.

Gelernt hat Wynn aus diesem recht teuren Fehler offenbar nicht. Ein Jahr später machte der Casino-Mogul erneut durch einen ähnlichen Vorfall auf sich aufmerksam, für den rund 975.000 US-Dollar an eine Mitarbeiterin einer Cocktail-Bar gezahlt wurden. Auch hier gab es keine Informationen an den Vorstand. Abschließend wird dem Unternehmer zudem vorgeworfen, im September 2018 zu einer von den Ermittlern festgelegten Anhörung nicht erschienen zu sein. Zusammenfassend heißt es in dem Bericht:

“Er versäumte es, Diskretion und ein zuverlässiges Urteilsvermögen bei der Vermeidung von Vorfällen zu zeigen, die sich negativ auf den Ruf des Bundestaates Nevada auswirkten und der Entwicklung der Glücksspielindustrie Schaden zugefügt haben.“

Keine Reaktion vom ehemaligen Casino-Boss

Sollte die Gambling Commission auf die Forderung des Nevada Gaming Control Boards eingehen, droht dem Unternehmer nicht nur der Entzug seiner aktuellen Glücksspiellizenz. Stattdessen würde man so auch sicherstellen, dass Wynn nie wieder als Unternehmer in der Glücksspielbranche des US-Bundestaates tätig werden könne. Und genau darauf haben es die Behörden offenbar abgesehen. Wynn selber äußerte sich zu den Vorwürfen bisher noch nicht. Aber: Das Gaming Controlo Board hat die Gambling Commision dazu aufgefordert, das Beschwerdeschreiben an den Milliardär weiter zu reichen. Innerhalb von 15 Tagen muss sich dieser nun zu den Vorwürfen äußern.

In wie weit ein möglicher Lizenz-Entzug den Unternehmer wirklich treffen würde, ist derweil nicht bekannt. Experten spotten allerdings, dass dies keine wirkliche Strafe für Wynn sei. Immerhin habe dieser nicht umsonst die Anteile an seinen Wynn Resorts veräußert und werde mit fast 80 Jahren wohl nicht noch einmal groß in der Casino-Branche ansteigen. Gut vorstellbar also, dass Wynn die Strafe einfach akzeptieren wird und mit seinen Milliarden den Lebensabend genießen wird. Die Leidtragende dürfte in diesem Fall also tatsächlich die Glücksspielbranche in Las Vegas sein. Wynn hat durch sein Verhalten einen schweren Riss entfacht, durch den das Vertrauen in die Industrie stark erschüttert wurde. Bleibt zu hoffen, dass sich so ein Verhalten nicht noch einmal wiederholen wird.

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Der Beitrag wurde am 25.10.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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