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Studie: Hängen ADHS und Glücksspielsucht zusammen?

Leidet ein Mensch unter der Krankheit ADHS, so werden häufig impulsive Entscheidungen getroffen. Schon auf den ersten Blick lassen sich so Gemeinsamkeiten zu einem pathologischen Spielverhalten erkennen. Auch hier zeigen die Spieler oftmals eine sehr impulsive Vorgehensweise. Der Zusammenhang zwischen einem problematischen Spielverhalten und der Konzentrationsstörung ADHS hat jetzt auch verschiedene Forscher interessiert, welche jüngst die Ergebnisse einer passenden Studie präsentierten.

Darstellung einer Nervenzelle.

Forscher fanden in einer Studie heraus, dass ADHS-Symptome und das pathologische Spiel in einem Zusammenhang stehen. (©ColiN00B/Pixabay)

ADHS zeigt sich in der Regel bereits im Kindesalter

Sind Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge zwischen der Krankheit ADHS und einem problematischen Spielverhalten erkennbar? Dieser Frage sind mehrere Forscher in einer Studie nachgegangen. Die Wissenschaftler aus Spanien, den USA und Australien untersuchten im Detail den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen, emotionalen Regulationsproblemen und Störungen im Glücksspielverhalten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse jüngst im “Journal of Attention Disorders“, einem renommierten Magazin, welches sich mit allen Erkrankungen dieser Art beschäftigt.

ADHS, also die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, ist dabei eine der relevantesten psychischen Erkrankungen überhaupt. Betroffene zeigen erste Symptome in der Regel bereits im Kindesalter und sind im weiteren Verlauf des Lebens dauerhaft von der Krankheit betroffen. Zu den Symptomen gehören zum Beispiel Konzentrationsprobleme, Impulsivität oder Hyperaktivität. Allein in Deutschland sind rund fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen von der Krankheit betroffen. Ein Problem: Die Symptome können mit zunehmendem Alter zwar abnehmen, verschwinden in der Regel jedoch niemals komplett. Es wird geschätzt, dass zwischen 50 und 80 Prozent aller Kinder mit ADHS auch im Erwachsenenalter noch mit Symptomen zu kämpfen haben. Worin genau die Ursache für die Krankheit liegt, ist noch immer umstritten. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass das Erbgut und Umwelteinflüsse hierfür verantwortlich sein können.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen ADHS und Spielproblemen?

Im Rahmen der Studie haben die Forscher insgesamt 98 Testpersonen untersucht. Hierbei handelte es sich ausschließlich um spanische Männer mit einem Durchschnittsalter von 42,7 Jahren. Vor der Studie mussten die Teilenehmer zwei Fragebögen ausfüllen, die zur Selbstbeurteilung dienten. Die Teilnehmer sollten zum Beispiel angeben, ob sie unter ADHS-Symptomen leiden und in welchem Ausmaß diese auftreten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass 23 Teilnehmer mit ADHS-Symptomen auch unter einem pathologischen Spielverhalten leiden. Damit ist für die Forscher durchaus ein Zusammenhang zwischen den ADHS-Symptomen und den emotionalen Regulationsproblemen erkennbar.

Ebenfalls erkannten die Forscher, dass offenbar ein Zusammenhang zwischen der Schwere der Erkrankung und der Schwere des pathologischen Spielverhaltens erkennbar ist. Je stärker also die Symptome vom ADHS, desto intensiver spielen die Spieler offenbar auch beim Glücksspiel.

ADHS-ler schneller von Spielsucht betroffen?

Weiter zeigte die Studie auf, dass rund ein Fünftel der Probanden mit einer Spielproblematik auch klinische Merkmale der Krankheit aufweisen würden. Damit könnten die ADHS-Symptome ein zusätzlicher Risikofaktor beim Glücksspiel sein. Konkret sollen zum Beispiel die Schwierigkeiten bei der Selbstkontrolle, das falsche Einschätzen von Situationen oder ein impulsives Verhalten als Gemeinsamkeiten erkennbar sein. Zustimmung gibt es für die Ergebnisse von Seiten der Organisation „ADHS Deutschland e.V.“.

Dr. Astrid Neuy-Bartmann erklärt, dass die Spielsucht in Thema sei, welches bei Menschen mit ADHS häufig übersehen und zu wenig beachtet werden. Dabei hätten gerade die ADHS-ler einen ausgeprägten Spieltrieb und würden sich von den Gewinnen besonders angespornt fühlen. Laut der Expertin würden diese Umstände die ADHS-Erkrankten besonders anfällig für eine Spielsucht machen. Die ADHS-ler könnten ihrem Spieltrieb durch das Glücksspiel immer nachgehen und würden durch die zusätzliche Spannung auch noch durchgehend stimuliert werden.

Forschung im Glücksspiel immer wichtiger

Studien wie diese zeigen, dass die Forschung für das Glücksspiel immer wichtiger wird. Gleichzeitig ist das Glücksspiel ein Bereich, der in der Forschung immer intensiver und vielschichtiger untersucht wird. Oftmals stehen hinter den Forschungen gemeinnützige Projekte und Organisationen, die in vielen Fällen von den zuständigen Glücksspielbehörden unterstützt werden. So zum Beispiel in Großbritannien. Jedes Jahr werden zahlreiche Organisationen von der britischen Gambling Commission unterstützt und erhalten große Summen. Die Behörde hat nun jüngst veröffentlicht, welche Gelder im vergangenen Jahr an welche Organisationen gezahlt wurden.

Am meisten profitiert hat demnach die Organisation Gambling Research Exchange, welche rund 2,2 Millionen Euro von der Behörde erhalten hat. Hierdurch soll ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen werden, welches die Prävention vor einer Glücksspielsucht verbessern soll. Ebenfalls unterstützt wurde mit rund zwei Millionen Euro die Howard League for Penal Reform. Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, die sich gegen die Verbreitung der Spielsucht einsetzt und gleichzeitig im Bereich der Kriminalitätsprävention aktiv ist.

Der dritte große Profiteur der Spendengelder war die Hurley Group, welche sich für ein Pilotprojekt für Spieler mit einem problematischen Spielverhalten einsetzt. Erhalten hat diese Organisation laut UGKC rund 1,9 Millionen Euro. Die Gelder für die Unterstützungen zieht die Gambling Commission wiederum unter anderem aus Strafzahlungen der Glücksspielunternehmen. Verstoßen diese in Großbritannien gegen die Gesetze, werden empfindliche Strafen fällig. Kaum eine andere Glücksspielbehörde hat in den letzten Jahren mit derart drakonischen Strafen auf sich aufmerksam machen können wie die UKGC.

Für die Gesellschaft ist dies aber ein enormer Vorteil, schließlich könnten sich die gemeinnützigen Projekte und Organisationen ohne diese Unterstützungen nicht finanzieren. Die Behörden profitieren allerdings ebenfalls häufig, denn die Ergebnisse der Studien werden zum Beispiel für die Gestaltung von neuen Gesetzestexten genutzt.

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Der Beitrag wurde am 6.2.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , , veröffentlicht.
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