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USA: Glücksspiel-Steuervergünstigungen sollen weg

Eine kuriose Gesetzeslage sorgt in den USA in vielen Bundestaaten dafür, dass Spieler ihre Einsätze bzw. Verluste aus dem Glücksspiel steuerlich geltend machen können. Eigentlich eine schöne Sache, denn auch die Casinos und Glücksspielunternehmen profitieren auf diese Art und Weise natürlich. Dennoch gefällt die Gesetzgebung offenbar nicht jedem und so macht der kalifornische Politiker Adam Gray gerade mächtig Stimmung gegen dieses Gesetz.

Eine Spielrunde am Black-Jack-Tisch.

Wer in den USA Geld beim Glücksspiel verliert, kann dies in vielen Fällen steuerlich geltend machen. Genau das möchte ein Politiker aus Kalifornien künftig verhindern. (©Pixabay)

300 Millionen US-Dollar jährlich als Subventionssumme

In den USA kann es sich für Spieler richtig lohnen, sämtliche Belege für ihre Ein- und Auszahlungen aufzubewahren und diese im Rahmen ihrer jährlichen Steuererklärung einzureichen. Der Grund hierfür ist ein kurioses Gesetz, nach welchem die Verluste aus dem Glücksspiel steuerlich geltend gemacht werden können. Wie hoch diese Steuererleichterung im Detail ausfällt, ist dann allerdings Sache der Bundesstaaten, während das allgemeine Gesetz auf Landesebene geregelt wird. In einigen Staaten kann dieses Gesetz so effektiv genutzt werden, dass Spieler fast sämtliche Verluste aus dem Glücksspiel erstattet bekommen, bzw. diese steuerlich geltend gemacht werden können.

Die Vorgaben für die Rückerstattung sind allerdings streng. So müssen Spieler sämtliche Belege für die Ein- und Auszahlungen einreichen und gleichzeitig beachten, dass die Erstattung die Summe der jährlichen Gewinne nicht übersteigen kann. Wurden also beispielsweise innerhalb eines Jahres 5.000 US-Dollar gewonnen und 10.000 US-Dollar verloren, können die Spieler maximal die 5.000 US-Dollar steuerlich geltend machen. Dennoch ein lohnenswertes Gesetz, vor allem für die Menschen, die viel und gerne spielen. Und die nehmen dieses Gesetz offenbar auch gerne in Anspruch. So liegt die Erstattung der jährlichen Glücksspielverluste bei rund 300 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verteilt sich dieser Betrag allerdings auf weniger als 150.000 Menschen.

Gray sieht vor allem Vorteile für die Reichen

Gerade weil die 300 Millionen US-Dollar-Rückerstattung nur von weniger als 150.000 Menschen in Anspruch genommen wird, handelt es sich in den Augen von Politiker Adam Gray vor allem um eine Steuer, die den Reichen des Landes dient. So wird der Politiker in verschiedenen Medien mit folgenden Worten zitiert:

“Es handelt sich um eine 300 Mio. Sünden-Subvention für die Reichen. Wenn der Kongress Subventionen an Spieler zahlen möchte, ist das seine Entscheidung, aber wir in Kalifornien haben Familien, die nicht mal Zugriff auf sauberes Trinkwasser im eigenen Zuhause haben oder sich nicht einmal einen Besuch beim Arzt leisten können.“

Der Politiker sieht stattdessen vor, das Geld lieber in den sogenannten „Inland California Healthy Communities Act“ investiert werden, welcher sich dafür einsetzt, die Gelder innerhalb des Bundestaates besser zu verteilen und dementsprechend in verschiedene Bereiche zu investieren. Gray hat hier vor allem das Trinkwasser und die Trinkwasserversorgung im Kopf, welche in Kalifornien schon seit vielen, vielen Jahren ein großes Problem darstellt.

Trinkwasserversorgung in Kalifornien kritisch

Laut Schätzungen sollen in dem warmen US-Bundestaat fast 400.000 Menschen nicht in der Lage, im eigenen Haus sauberes Trinkwasser nutzen zu können. Darüber hinaus habe man in der jüngeren Vergangenheit bei fast 270 Wasserversorgern Verstöße gegen die gesetzlichen Standards feststellen können, so Gray. So sei das Trinkwasser mit verschiedenen Substanzen kontaminiert, welche bereits in kleinen Mengen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben können. Hierzu gehören zum Beispiel die Hallogenessigsäure oder sogar Uran. Einen großen Teil der 300-Millionen-Dollar-Ersparnis möchte Gray demnach dafür nutzen, um die Wasserleitungen zu erneuern und so sicherzustellen, dass die chemischen Giftstoffe entfernt werden können. Darüber hinaus plant Gray aber auch die Gründung einer medizinischen Hochschule. Diese steht bereits seit gut 20 Jahren auf der Agenda des Bundestaates, konnte aus finanziellen Gründen bislang allerdings noch nicht umgesetzt werden – auch hier könnte das frische Kapital also für neue Möglichkeiten sorgen. Die Zustimmung auf Bundesebene, also durch den Internal Revenue Service, wäre in diesem Fall nicht notwendig, da die Verwendung der Subventionen auf Bundesebene festgelegt werden könnte.

In der Branche regt sich Widerstand

Bei der Wählerschaft in Kalifornien dürften die Pläne von Gray in großen Teilen für Begeisterung sorgen. Allerdings regt sich auch Wiederstand gegen die Vorgehensweise des Politikers. Insbesondere die Glücksspielbranche hält von den Plänen des Politikers nur sehr wenig. Betroffen wären zahlreiche Unternehmen und Anbieter, da abgesehen vom Online-Glücksspiel sämtliche Einsätze aus Pferderennen, Casinospielen, Sportwetten oder ähnlichem angerechnet werden können. Die Unternehmen rechnen folglich damit, dass bei einem Verzicht auf die Steuererleichterungen für die Spieler eben genau diese weniger bzw. sparsamer spielen würden. Erst vor wenigen Wochen wurde eine ganz ähnliche Diskussion im US-Bundestaat Oregon geführt, wo der Senat die Gesetzesänderung sogar bereits verabschiedete. Allerdings muss das zuständige Steuerkomitee noch seine Zustimmung erteilen.

Widerspruch gab es hier vor allem von der „Oregon Tribal Gaming Alliance“, bei der es sich um den Vertreter der Indianer-Casinos handelt. Der Verband erklärte, dass die sogenannten High Roller, also die Personen, für die dieses Gesetz letztendlich viel bringen würde, auch den Großteil des Umsatzes in den Casinos ausmachen. So sollen demnach zwei Prozent aller Spieler für mehr als die Hälfte des Umsatzes verantwortlich sein. Würde man diesen Spielern nun die steuerlichen Vorteile nehmen, könnten diese den Weg ins Casino meiden. Immerhin sei es für viele Spieler auf diesem Niveau ein starker Anreiz, die oftmals hohen Summen durch Verluste wieder in Form von Steuererstattungen reinholen zu können. Wie das Gesetz also in den kommenden Monaten möglicherweise verändert wird, und ob dies überhaupt der Fall ist, bleibt erst einmal abzuwarten.

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Der Beitrag wurde am 3.6.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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