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USA: Indianer-Streit um Poarch Casino – Betrugstest.com

Es ist nicht das erste Mal, dass in den USA Streitigkeiten rund um ein Casino oder ein Landstück der Indianerstämme entflammen. Allerdings geht es in diesem Fall durchaus um einen kuriosen Sonderfall, der sich bereits über mehrere Jahre zieht. Während in der Regel in den Streitigkeiten ansonsten immer Stämme und Unternehmen gegeneinander antreten, sind es im Falle des Poarch Casinos in Alabama zwei Indianerstämme. Und diese scheinen sich in dieser Thematik einfach nicht einig werden zu können.

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Noch rollt der Rubel im Poarch Casino Resort. Geht es nach der Muscogee (Creek) Nation, soll das Casino allerdings abgerissen werden. (©Pixabay)

Offizielle Bundesklage eingereicht

Grundsätzlich betrachtet handelt es sich bei der Diskussion zwischen dem Indianerstamm Muscogee (Creek) Nation und der Poarch Band of Creek Indianer vor allem um eine emotionsgeladene Diskussion. Diese allerdings hat die Muscogee Indianer mittlerweile so weit gebracht, dass diese eine offizielle Bundesklage eingereicht haben. Doch worum geht es eigentlich genau? Im Mittelpunkt steht in dieser Thematik das Wetumpka Poarch Casino Resort in Alabama. Wie die Muscogee Nation behauptet, sei dieses auf einer heiligen Stätte errichtet worden, der auch als Hickory Ground bekannt ist. Für die Muscogee ist dieser Ort enorm wichtig, da hier die menschlichen Überreste zahlreicher Vorfahren begraben liegen. Genau die würden nun durch das Casino „entweiht“ werden heißt es. Die Forderung der Muscogee Indianer ist daher klar: Das Casino muss weg und die Ruhestätte soll wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. So fordert es auch Mekko George Thompson, der als Reservatleiter seit mehr als 40 Jahren für den Hickory Ground Tibral Town arbeitet. „Die Überreste unserer Ahnen und Kulturgüter müssen in ihrer ursprünglichen Ruhestätte in Frieden gelassen werden“, so Thompson.

Thomspon erklärt weiter, dass man der Entwicklung in der Region keinesfalls im Weg stehen wolle und auch nicht gegen diese sei. Allerdings sei ein Friedhof kein Ort für den Bau eines Casinos. Darüber hinaus wird den Poarch Band of Creek Indianern vorgeworfen, beim Bau keinerlei gesetzliche Bestimmungen beachtet zu haben. So soll dieser Bau zum Beispiel gegen das Kulturschutzgesetz verstoßen, gleichzeitig aber auch gegen das Denkmalschutzgesetz und das Indianerschutzgesetz. Thompson stellt klar:

“Kein Geldbetrag ist es wert, unseren Glauben zu verraten und unsere Vorfahren zu missachten. Das Land ist heiliger Boden und es muss in seinen heiligen Urzustand zurückversetzt werden. Wir kämpfen damit nicht nur für unsere heutigen Stammesmitglieder, sondern ebenso für unsere Ältesten und für zukünftige Generationen.“

Bedeutsamer Ort in der US-amerikanischen Geschichte

Ganz unbegründet scheinen die wütenden Töne der Muscogee Indianer bei einem Blick auf die Historie des Hickory Grounds allerdings nicht zu sein. So handelt es sich hierbei um ein gut 33 Hektar großes Gebiet, welches sogar offizielle als Kulturerbe der USA gilt und als solches in das „National Register of Historic Places“ aufgenommen wurde. Nicht ohne Grund: Gerade in der Zeit der frisch gegründeten Vereinigten Staaten war dieser Ort von großer Bedeutung. So wuchs der internationale Druck auf die Unabhängig der USA, insbesondere durch Frankreich, England oder Spanien. Aus diesem Grund entschied sich der damalige Präsident Washington dazu, einen Pakt mit den indianischen Ureinwohnern zu unterzeichnen – und zwar am Hickory Ground. Die Region erlebte anschließend einen wahren Boom und war für viele Jahre die Hauptstadt der Muscogee Indianer. Diese wurden erst ab 1830, teilweise gewaltsam, in neue Regionen im heutigen Oklahoma umgesiedelt. Wohl auch deshalb spricht Mekko Thompson davon, dass der Hickory Ground auch eine „Quelle der Souveränität der Vereinigten Staaten“ sein würde. Im heimatverbundenen Amerika durchaus ein starkes Argument.

Allerdings: Bereits schon einmal zogen die Muscogee Indianer gegen das Casino vor Gericht. Und zwar unmittelbar im Vorfeld dessen Baus. Bereits damals galt der Hickory Ground schon als heilige Ruhestätte, gleichzeitig aber auch noch als bedeutsame Ausgrabungsstätte. Genützt hat dies jedoch wenig und so blieb die Klage am Bundesgerichtshof damals erfolglos. Die Band of Creek Indianer wiederum versprachen allerdings, das Friedhofsgelände zu erhalten. Eingehalten wurde dieses Versprechen nicht und so begann wenige Zeit später der gut 250 Millionen US-Dollar teure Bau eines 20-stöckigen Casino-Komplexes direkt auf dem Hickory Ground.

Forderung nach Abriss und Schadensersatz

Insbesondere die Tatsache, dass die Band of Creek Indianer den Muscogee offenbar Versprechungen gemacht haben, die dann nicht eingehalten wurden, sorgt bei den Muscogee für Enttäuschung. So schaltete sich auch Stammeshäuptling Chief James Floyd ein und erklärte:

“Wir haben die Poarch Band damit betraut, diesen Boden auf ewig zu erhalten. Das ist es, was sie uns versprochen haben. Doch genau das haben sie nicht gehalten. Sie haben nicht nur eine äußerst wichtige kulturelle, historische und archäologische Stätte entweiht, sondern auch die Überreste unserer Ahnen und heilige Objekte ausgegraben. Sie haben dabei keinerlei Reue gezeigt.“

Die Forderung der Muscogee Indianer ist daher unterm Strich ziemlich deutlich. Gefordert wird in der aktuelle Klage vor allem ein Abriss des Casinos, gleichzeitig soll die Grabesstätte wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Ebenfalls fordern die Muscogee Schadensersetz für die vorsätzliche Verursachung von emotionalen Schäden. Speziell die Störung der Totenruhe wird hier als heikles Thema betrachtet und ist aus Sicht der Indianerstämme mit einer Gotteslästerung zu vergleichen. Das unterstreicht die enorme Dramatik dieser Diskussion. Gleichzeitig ist aber unklar, in wie weit die emotionalen Fakten rund um das Casino den Bundesgerichtshof beeindrucken werden. Beim letzten Anlauf jedenfalls hat sich dieser wenig beeindruckt präsentiert.

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Der Beitrag wurde am 19.6.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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