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USK: Video-Glücksspiel kein echtes Glücksspiel

In den letzten Jahren und speziell vermehrt in den letzten Monaten sind immer wieder Videogames aufgetaucht, in denen Spieler, Experten und vor allem Kritiker Glücksspiel-Elemente erkennen wollen. In einigen Fällen sind diese tatsächlich auf den ersten Blick ersichtlich und haben so auch Jugendschützer auf den Plan gerufen. Für die Gaming-Branche gibt es jetzt allerdings gute Nachrichten. Die verantwortliche Prüfstelle für die Altersfreigabe von Videospielen, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) sieht hierin nämlich offenbar keine Gefahr für Jugendliche und Kinder.

Spielautomaten im Casino.

Glücksspiel-Elemente, wie sie von den „einarmigen Banditen“ bekannt sind, finden sich immer häufiger auch in Videospielen für Kinder. Darin sieht die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) aber offenbar kein Problem. (©Pixabay)

Spielautomaten und Slots als fester Bestandteil von Videogames?

Videogames und Spiele in Spielautomaten waren bis vor einigen Jahren noch problemlos voneinander zu unterscheiden. Gerade aber die ältere Generation der Videospiel-Spieler würde sich heutzutage vermutlich enorm wundern, was aus ihren beliebten Games geworden ist. Teilweise werden die Glücksspiel-Elemente enorm stark mit den Elementen der Video-Spiele verbunden. Ins Rollen gebracht wurde dieser Stein vor allem von den sogenannten Lootboxen. Hierbei handelt es sich um eine Art Kisten innerhalb der virtuellen Spiele, in denen sich im besten Fall wertvolle Inhalte entdecken lassen. Spieler kaufen diese Kisten mit echtem Geld. Ohne vorher genau zu wissen, was sich in den Kisten verbirgt. Im schlechtesten Fall handelt es sich also um eine echte „Niete“. Einen „Gewinn“ gibt es zwar trotzdem, dieser ist im Vergleich zum eigenen Einsatz aber nahezu wertlos. Für viele Kritiker erfüllt allein dieser Ablauf bereits den „Tatbestand“ des Glücksspiels.

Aber das ist noch lange nicht alles. Immer mehr Entwickler haben damit begonnen, die zumindest technischen Einwirkungen des Glücksspiels auch optisch noch einmal zu untermauern. In der Basketball-Simulation „NBA2K20“ sind so zum Beispiel gleich mehrfach Spielautomaten oder Glücksräder im Einsatz. Noch eine Stufe höher setzen die Entwickler von „GTA 5“ an, welche hier kurzerhand ein ganzes virtuelles Casino ins Leben gerufen haben. Viele Spieler ärgern diese Mechanismen, weshalb zum Beispiel der Trailer des neuen NBA-Spiels von Fans heftig kritisert wurde. Aufmerksam geworden ist auf die Debatte zudem auch die Politik. Und: In Deutschland hat sich jetzt auch erstmals die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle mit in die Debatte eingeschaltet. Hierbei handelt es sich um die offizielle Prüfungsstelle für die Alterseinstufungen der Video-Spiele.

Trennung zwischen Glücksspiel um Echtgeld und Glücksspiel-Elementen

Für die zahlreichen Entwickler der Branche war das Statement der Prüfstelle von enormer Bedeutung. Hätte sich diese gegen die Glücksspiel-Elemente ausgesprochen, hätte das vor allem eine verschärfte Kontrolle der Spiele zur Folge gehabt. Spiele, die jetzt ab 0 Jahren freigegeben sind, wären dann möglicherweise ausschließlich für Erwachsene spielbar. So weit wird es allerdings nicht kommen, denn die Prüfstelle erklärte, dass man klar zwischen dem Glücksspiel mit Echtgeldeinsatz und den Glücksspiel-Elementen in den Video-Spielen unterscheiden müsse. Wie die USK weiter bekanntgab, würden einige der Mechaniken zwar an das Glücksspiel erinnern, unterm Strich aber nicht die Kriterien des „echten“ Glücksspiels erfüllen.

Die Prüfstelle bezieht sich in diesem Zusammenhang auf den Glücksspielstaatsvertrag. Hier wird das Glücksspiel genau definiert und so ausgelegt, dass für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt errichtet werden muss und der Gewinn vom Zufall abhängt. Dies sei bei den Glücksspiel-Elementen in den Videospielen allerdings nicht der Fall und so könne man die Spiele für Jugendliche und Kinder auch nicht verbieten, so die USK.

USK bemängelt Probleme in der Kontrolle

Obwohl aktuell somit nichts gegen die genannten Titel spricht, erklärte die USK im Rahmen ihrer Bekanntmachung, dass sich die Spiele-Branche in den letzten Jahren enorm verändert habe. Immer mehr Systeme und Spielmechaniken würden etabliert werden, obwohl es oftmals an der rechtlichen Handhabe bzw. Einordnung fehle. Das mache es der USK schwer, einige Mechaniken bei der Bewertung für die Altersfreigabe überhaupt in Betracht zu ziehen. Mit anderen Worten: Da hier keine gesetzliche Regelung vorhanden ist, muss die USK diese Titel für Kinder und Jugendliche freigeben. Zusätzlich dazu bemängelt die Prüfstelle die Online-Games, die nicht mit dem „hauseigenen“ Prüfsiegel ausgestattet werden. Stattdessen würde hier der Jugendmedien-Staatsvertrag greifen. Hier können die Entwickler basierend auf den Vorgaben des Vertrags eine eigene Einstufung festlegen. Gerade weil die Situation aus Sicht der Prüfstelle aktuell somit eher unbefriedigend ist, fordert diese die Eltern der jungen Spieler dazu auf, die Kinder rund um die Videospiele intensiv zu betreuen und so den Umgang mit den Glücksspiel-Elementen zu überwachen. Konkret heißt es im Statement der USK hierzu:

“Wir möchten Eltern – wie bei den anderen Themen der Mediennutzung auch – stets dazu ermutigen, an den Spielaktivitäten ihrer Kinder teilzuhaben und sich mit den Schutzeinstellungen der genutzten Plattformen zu beschäftigen. So können Eltern etwa mithilfe der Parental Controls der genutzten Systeme in nur wenigen Schritten die Spielräume von Kindern sicherer machen.“

Zugang zu Kauf-Elementen kann blockiert werden

Eltern hätten demnach verschiedene Möglichkeiten, um für einen besseren Schutz des Nachwuchses zu sorgen. So würden sich über die Einstellungen der Konsolen zum Beispiel verschiedene Schutzmechanismen festlegen lassen, mit denen genau geregelt werden könne, auf welche Bereiche die Kinder und Jugendlichen im Haushalt Zugriff haben. Bezahlbereiche, in denen dann zum Beispiel das Guthaben für das Spielen an den virtuellen Automaten im Spiel erworben wird, könnten so ausgeschlossen werden. Für Eltern dürfte das Statement der Prüfstelle nicht unbedingt erfreulich sein. Möchten diese ihrem Kind den Zugriff verweigern, müssen hier eigene Einstellungen vorgenommen werden. Aber: Die Schuld ist auch nicht bei der Prüfungsstelle zu suchen, denn diese muss sich an die gesetzlich vorgegebenen Möglichkeiten handeln. Diese sehen derzeit keine Optionen vor und so bleibt der USK nichts anderes übrig, als die Spiele für Jugendliche und Kinder freizugeben. Gefordert ist hier wieder einmal der Staat, der das Jugendschutzgesetz dringend überarbeiten sollte. Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahre 2003 und ist damit seit vielen Jahren überholt. Das Problem: Je länger hier gewartet wird, desto mehr Spielsysteme und Mechaniken kommen auf den Markt. Und desto schwieriger wird es für den Gesetzgeber, hier klare und lückenlose Rahmenbedingungen zu formulieren.

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Der Beitrag wurde am 16.9.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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