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Was ist dran am Mythos der Indianercasinos?

Glücksspiel hat bekanntlich viele Gesichter. Zum einen natürlich die zahlreichen Online Casinos, die mittlerweile als treibende Macht der Glücksspielbranche bezeichnet werden können. Gerade in den USA allerdings gibt es in dieser Hinsicht noch deutlich mehr zu entdecken. Wer nach Übersee blickt, sieht hier vor allem Las Vegas und in Teilen Atlantic City, wenn es um das Glücksspiel geht. Abseits dieser beiden Übermächte existiert aber mit den Indianercasinos noch eine weitere Anlaufstelle für Spieler. Diese Casinos sind in den USA zu Hauf vertreten und gleichzeitig vollkommen einmalig auf der Welt.

Das Innere eines Casinos.

Die Indianercasinos sind kein Mythos, sondern eine Besonderheit der US-amerikanischen Glücksspielbranche.

Milliardeneinnahmen für die Indianercasinos

Verteilt sind die Indianerstämme in den gesamten USA, wobei die Zahl auf insgesamt 235 datiert wird. Diese 235 Stämme betreiben wiederum mehr als 400 Spielstätten und damit ein echtes Glücksspielimperium. Wenig überraschend werden hier Milliardeneinnahmen verbucht, die in den letzten Jahren zudem stetig gesteigert werden konnte. Dabei spielt den Stämmen zum Beispiel der räumliche Vorteil in die Karten, denn auf dem Gebiet der Indianer können problemlos Casinos nach deren Gusto eröffnet werden. Bei einer Reise durch die USA tauchen so regelmäßig Spielhallen der Indianer auf, die sich weit entfernt von Las Vegas oder Atlantic City befinden. Und der Plan geht auf: Zwar sind offizielle Zahlen nur schwierig zu ermitteln, allerdings soll der Umsatz allein im Jahr 2017 um 3,9 Prozent auf mehr als 32 Milliarden US-Dollar gestiegen sein.

Zum Vergleich: Im gesamten Bundestaat Nevada, in dem sich bekanntlich auch Las Vegas befindet, wurde im gleichen Zeitraum ein Umsatz von „nur“ 11,1 Milliarden US-Dollar erzielt. Verteilt hat sich dieser auf insgesamt 272 Casinos. Somit liegt der Umsatz der Casinos hier nur bei einem Drittel der Indianercasinos und kann selbst mit allen zusätzlichen Ausgaben wie Verpflegung, Unterhaltung oder auch Übernachtungen nicht an den Wert der Indianerstämme heranreichen. Mit 26,17 Milliarden US-Dollar liegt man stattdessen immer noch nur bei gut zwei Drittel der Indianercasinos. Wie mächtig die Indianerstämme mit ihren Betrieben mittlerweile geworden sind, ist somit ziemlich deutlich zu erkennen.

Wieso sind die Indianercasinos so rentabel?

Es gibt mit Blick auf die Reservate der Indianer allerdings einen ganz wichtigen Punkt, der beachtet werden muss und für die Stämme von enormem Vorteil ist. Hierfür muss allerdings erst einmal ein Blick auf die Ausgangslage der Indianerstämme geworfen werden. Insgesamt gibt es in den Vereinigten Staaten mehr als 325 Gebiete, die von Indianerstämmen bewohnt werden. Dabei handelt es sich nicht immer um deren ursprüngliche Herkunftsregionen, denn aus diesen sind die Stämme in der Vergangenheit oftmals vertrieben worden. Mittlerweile leben die Indianerstämme vollkommen isoliert und autark, so dass keinerlei Berührungspunkte mit der „normalen“ Bevölkerung existieren – mit Ausnahme der Casinos.

Hier haben sich beide Parteien auf eine spezielle Sonderregelung geeinigt. Das bedeutet im Klartext, dass das Glücksspiel in den Reservaten der Indianer vollkommen steuerfrei durchgeführt werden kann. Die Stämme müssen hier also nicht ansatzweise vergleichbare Kosten an den Staat überweisen, wie zum Beispiel die Casinos in Las Vegas oder anderen Bundestaaten. Möglich ist dies deshalb, weil die Stämme vollkommen getrennt von der restlichen Bevölkerung leben und somit in keiner Form staatliche Hilfe entgegennehmen. Das wiederum bedeutet allerdings nicht, dass der Staat nicht doch in einer kleinen Form die Hand aufhält. Geeinigt wurde sich mit den Stämmen darauf, dass ein Durchschnittswert aus dem Pro-Kopf-Einkommen der Stämme aus dem Glücksspiel errechnet wird, der dann wiederum als Grundlage für die zu bezahlende Steuer gilt. Die Geschäftsbetriebe selbst müssen also keine Steuern zahlen, eine Art Einkommenssteuer für die einzelnen Stammesmitglieder fällt aber dennoch an.

Gelder werden clever investiert

Wenig überraschend nutzen die Indianerstämme ihren steuerlichen Vorteil clever aus und investieren das Geld vor allem in die Ausstattung und den Zustand der Casinos, in die Infrastruktur und in die Bildung der eigenen Stämme. Insgesamt wird hier also eine starke Entwicklung vorangetrieben, die sich unter anderem auch in den prunkvollen Bauten der Stämme widerspiegelt. Nicht selten werden enorme Komplexe erbaut, die mit den Konkurrenten in Las Vegas mühelos mithalten können. Gleichzeitig betreiben die Indianerstämme aber auch viele kleinere Casinos, die zunächst einen unscheinbaren Eindruck hinterlassen. In fast allen Fällen allerdings spiegeln die Casinos die Herkunft der Indianer wider und sind dementsprechend der Umgebung angepasst. Ein Beispiel hierfür wäre zum Beispiel das Harrah’s Cherokee Casino Resort in North Carolina, welches beim Bau speziell an die Berglandschaft drum herum angepasst wurde.

Ebenfalls als beliebte Anlaufstelle kann zudem das Seneca Niagara Resort & Casino bezeichnet werden. Wie der Name bereits verrät, befinden sich die Gäste hier in unmittelbarer Nähe zu den Niagara-Fällen, das Hotel-Casino selber kann mit 26 Stockwerken und einer riesengroßen Glasfassade auftrumpfen. Wie in den Casinos in Las Vegas auch, wird in den Casinos der Indianerstämme zudem mittlerweile deutlich mehr geboten als nur der reguläre Betrieb der Automaten und Spieltische. Entertainment, Speisen oder sonstige Unterhaltungen gehören ebenfalls zum Rahmenprogramm.

Künftig sind Einbußen zu erwarten

Es lässt sich somit nicht von der Hand weisen, dass es für die Indianercasinos in den letzten Jahren enorm gut lief und eine erfolgreiche Wirtschaft ins Leben gerufen werden konnte. In Zukunft könnte sich dies jedoch ändern. Die Bundestaaten können mittlerweile nämlich selbst darüber bestimmen, in wie weit sie das Glücksspiel innerhalb ihrer Grenzen zulassen. Der Staat erhofft sich hierdurch horrende Steuereinnahmen, die durch die Indianerstämme nicht verbucht werden können. Genau für die könnte die Lage so aber brisant werden. Immerhin werden die Reisen in die Reservate wohlmöglich weniger, wenn die Leute auch zuhause ihre Einsätze platzieren können. Speziell für Touristen allerdings dürften die Reisen in die Indianercasinos weiterhin interessant bleibe. Auch dann, wenn nicht unbedingt ein großes Interesse für deren Herkunft vorhanden ist, sondern vornehmlich der Spielspaß im Vordergrund steht.

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Der Beitrag wurde am 1.1.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , veröffentlicht.
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